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Die Radus
Sorin und Sabrina Radu sind ein bekanntestes Ehepaar der südpfälzischen Fußballszene. An diesem Montagabend hätte er sie wieder unterstützt. Doch das Pokalhalbfinale der Frauen TuS Knittelsheim gegen FC Leistadt ist von den Gästen wegen Verletzungen abgesagt worden. Sie verzichten auf eine Neuansetzung. Deshalb stehen die Schwarz-Gelben schon im Finale. Der Gegner wird am 11. Dezember in der Partie 1. FC Lustadt - ASV Mörsch (18 Uhr) ermittelt.
„Ja, ich muss ja dabei sein. Bei so einer Familie bleibt mir ja nichts anderes übrig“, sagt Sorin Radu und lacht. Schwiegervater Thomas Richter ist Vereinsvorsitzender in Knittelsheim und Trainer des Frauenteams, Schwager Patrick coacht die A-Junioren, dessen Bruder Florian geht in der Bezirksliga auf Torejagd.
Über 100 Tore in über 300 Spielen
Sabrina Radu hat das TuS-Team 2008 mitbegründet. In über 300 Partien hat die Mittelfeldregisseurin mehr als 100 Tore erzielt. Begonnen hatte sie beim SV Viktoria Herxheim. Beim Karlsruher SC verpasste sie knapp den Aufstieg in die 2. Liga, beim FV Dudenhofen spielte sie in der Regionalliga. Jetzt wird sie bescheiden: Als größten Erfolg bezeichnet die 36-Jährige den Gewinn des Kreispokals Südpfalz nach einem 1:0-Erfolg über den SV Minfeld am 3. Juni 2018 vor 500 Zuschauern in Hatzenbühl.
Nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Landesliga im selben Jahr verzichtete Knittelsheim auf den Aufstieg in die Verbandsliga. Externe Verstärkungen wären notwendig gewesen, die eigenen Spielerinnen hätten weniger Einsatzzeit gehabt.
Auf Kleinfeld „fitter als zuvor“
In dieser Spielzeit führt der TuS als Siebener-Mannschaft ungeschlagen die Tabelle der Bezirksliga Vorderpfalz an. Sabrina Richter traf bisher zehnmal. Die Umstellung auf Kleinfeld sah sie zuerst skeptisch. Das hat sich geändert: „Es kommt meiner Spielweise mehr entgegen, obwohl man mehr laufen muss. Ich bin fitter als zuvor.“
Die gelernte Industriekauffrau arbeitet in der Verwaltung am Landauer Standort einer Sanitätshauskette. Sie sieht häufig Spiele der TuS-Mannschaften und ist regelmäßig beim badischen Verbandsligisten 1. FC Bruchsal. Dort ist Sorin Geschäftsführer Sport. Viermal pro Woche fährt er nach Nordbaden. Im Sommer hat er den Bellheimer Keeper Cedric Braun vom Nordost-Regionalligisten BFC Dynamo Berlin verpflichtet, den Kader nach dem Abstieg aus der Oberliga verjüngt.
1998 im Uefa-Cup
Radu (49) war in seiner rumänischen Heimat Profi. Mit dem FC Arges Pitesi spielte er 1998 im Uefa-Cup gegen Celta Vigo aus Spanien. Nach seiner Zeit beim ungarischen Erstligisten Diosgyöri VTK kam er nach Deutschland. Er prägte die sportliche Blütezeit des SV Weingarten in der Oberliga mit, beim SV Sandhausen spielte er in der Regionalliga. Beim FV Speyer war der zentrale Mittelfeldspieler mit 28 Treffern Torschützenkönig der Verbandsliga Südwest. Mit 28 Jahren beendete er seine Karriere wegen eines Kreuzbandrisses mit Knorpelschaden. Er wurde Trainer beim FV Speyer, holte dann mit dem 1. FC Lustadt den Bezirkspokal. Helmut Behr verpflichtete ihn als Coach der KSC-Frauen, er blieb fünf Jahre im Wildpark.
Nach seiner Zeit als Hotelmanager in Deidesheim übernahm Radu im Sommer als Betriebsleiter die Gastronomiebetriebe der Burg Landeck in Klingenmünster. Er trägt die Personalverantwortung für 32 Mitarbeitende, hilft selbst mit. An schönen Tagen werden im Sommer bis zu 1000 Gerichte serviert.
„Da hat es dann gefunkt“
Das Paar Radu ist seit 17 Jahren liiert, seit zehn Jahren verheiratet und wohnt in Knittelsheim. Wo haben sie sich kennengelernt? Überflüssige Frage – natürlich auf dem Sportplatz. Sorin Radu erzählt: „Ich war Trainer der C-Junioren in Bellheim. Sabrina hat ihren jüngeren Bruder Patrick immer zu den Übungseinheiten gebracht. Da hat es dann gefunkt.“