Lokalsport Südpfalz Die Messlatte liegt hoch

LANDAU/RÜLZHEIM (nic). Vor gut einer Woche hat die Fünfte Jahreszeit begonnen. Schon Anfang Oktober sind die Gardetanzgruppen des TSV Landau, der TSG Bellheim und des TSC Rülzheim in ihre Saison gestartet. Im März winkt ihnen bei den Deutschen Meisterschaften in Karlsruhe beinahe ein Heimspiel. Das Etappenziel Süddeutsche Meisterschaft (DM-Halbfinale in Würzburg) haben einige Akteure schon erreicht. Eine Bestandsaufnahme.

Beim TSV Landau stand mit dem Übergang von Trainer Ulrich Ullmayer zu Kai Lenz eine Zeitenwende auf dem Plan. In den Jahren zuvor war vor allem die Gemischte Garde mit deutschen Meistertiteln erfolgsverwöhnt gewesen. „Anknüpfen wäre das falsche Wort“, meint Lenz, „aber es ist das Ziel, mit allen auf die Süddeutsche zu kommen.“ Die Qualifikation dafür haben bereits die Solisten Lena Kern und Sascha Sütterlin erreicht, Kern hat sich außerdem als Tanzmariechen qualifiziert, genauso wie Melina Weller bei den Junioren. „Mit der Weiblichen kratzen wir dran“, sagt Lenz. Erreichte diese doch bislang bei den Turnieren in Ettlingen, Koblenz und Reilingen einmal Platz vier und zweimal Platz fünf. „Der Anspruch ist das Treppchen“, gibt Lenz vor. Schaut er auf die wöchentliche Trainingsarbeit, stimmt ihn das zuversichtlich: „Sie arbeiten sehr gut mit, sehr harmonisch.“ Das Steckenpferd, die Gemischte Garde, wird voraussichtlich erst Ende November ins Turniergeschehen einsteigen. „Da müssen wir langsam in die Pötte kommen“, spricht der Coach Klartext. Zwar stehe der Tanz, es hake allerdings noch an den Hebungen. Gerade mit den Jungs sei es derzeit etwas schwieriger. Lenz drosselte die Erwartungen: „Man kann einfach nicht die ganze Zeit gewinnen.“ Das wissen auch die Rülzheimer. Erstmals mit allen drei Garden hatte es der TSC „Royal“ zuletzt auf die DM geschafft. Die Messlatte liegt hoch. „Ganz schön schwierig“, meint Vanessa Deutsch, Trainerin der Ü15-„Royalgarde“. Intern habe sich ihre Truppe Ziele gesetzt. „Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben“, konstatierte Deutsch nach den ersten beiden Turnieren (einmal Zweiter, einmal Vierter). Auch der vierte Platz am Wochenende in Leinfelden genügte dem Anspruch der „Royals“ nicht. Die 23 Mädels hatten mit den engen Bühnenverhältnissen zu kämpfen. Deutschs Jugend-Tanzmariechen Estella Wisniewski dagegen hat sich bereits Anfang Oktober für die Süddeutsche Meisterschaft qualifiziert, glänzt seitdem mit zwei weiteren ersten und zwei zweiten Rängen. Ihr Soll bisher ebenso erfüllt hat die Krönchengarde: Die Quali ist mit bisher zwei ersten Plätzen und einem zweiten Platz schon locker eingetütet. „Es wäre schön, wenn es bei der DM für einen Pokal langen würde“, blickt Trainerin Eileen Kopf voraus. Weil zwei Drittel der Tänzerinnen zur neuen Saison aus der „Krönchengarde“ hochgekommen, ein paar zur „Royal-garde“ gegangen sind, muss sich das neue Gefüge der „Princessgarde“ derweil erst noch einspielen. Der Schautanz der Krönchengarde „Wenn die Spieluhr spielt“ feierte in Leinfelden Premiere – und dies mit dem zweiten Platz sehr erfolgreich. „Die Motivation im Training ist super“, schildert Trainerin Désirée Dollt. Für die Zulassung zur Süddeutschen langte es für das Bindeglied zwischen Ü15 und Jugend bislang trotzdem noch nicht. „Wir hoffen darauf so schnell wie möglich, dürfen sie aber nicht zu sehr unter Druck setzen“, sagt Dollt. Auf die Erwartungsbremse tritt derweil auch Lisa Hoffmann von der TSG Bellheim. Der zweite Platz aus der Vorsaison mit der Gemischten Garde bei der DM in Köln gilt zwar für ihre Gruppe als Gradmesser. Hoffmann bewertet die Ausgangslage aber realistisch: „Ich habe die Ansprüche runter geschraubt“, berichtet sie. „Für sie wird es schwer, die Süddeutsche zu erreichen“, beugt Hoffmann speziell bei den Tanzmariechen einer möglichen Enttäuschung vor. „Wir dürfen jetzt nicht die Motivation verlieren und uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen“, mahnt sie, obwohl die Quali für die „Süddeutsche“ sowohl für die Gemischte als auch die Weibliche Garde als Minimalziel schon in trockenen Tüchern ist. „Der Einstieg ist manchmal ein wenig holprig“, lässt Hoffmann durchblicken. Mittlerweile seien die meisten Fehler allerdings ausgemerzt. Vordergründig bleibt eine Baustelle: die Nervosität. „Ein großes Problem“, das die Trainerin schnell eindämmen will. „Wir haben sehr viele Betreuer, die sich während der Turniere kümmern“, erläutert Hoffmann. Derweil besteht kaum Hoffnung auf eine Rückkehr des preisgekrönten Tanzpaares Selina Hoffmann/Alexej Balzer noch in der laufenden Saison. Hoffmann hat die dritte Operation am Knie hinter sich bringen müssen. Jessica Kummer und Tobias Kuhn sowie Jule Schweter und Kevin Kruse, die auch schon für die Süddeutsche qualifiziert sind, sind würdige Vertreter. Weiter geht es am 28./29. November in Karlsruhe in der Emil-Arheit-Halle in der Bruchwaldstraße.

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