Pirmasens-Land
Weitere Photovoltaikanlagen und Windräder sollen kommen
„Der Strom muss ja irgendwo herkommen“, sagt Klaus Weber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land. Deshalb will er den Ausbau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen in der Verbandsgemeinde forcieren. „Ich habe den Eindruck, dass durch die Ukraine-Krise ein Umdenken stattgefunden hat und die Akzeptanz für erneuerbare Energieanlagen gestiegen ist“, sagt Weber.
Als Ortsbürgermeister von Bottenbach weiß er um die Akzeptanzprobleme, die es gerade im Neubaugebiet in Richtung Vinningen in Sachen Windkraftanlagen gab. Die drei Anlagen im Stausteinerwald und die zehn Anlagen bei Riedelberg sind nicht nur zu sehen, sondern je nach Wetterlage auch zu hören. 13 Anlagen stehen rund ums Dorf, die Gemeinde profitiert nicht davon.
Bürger sollen profitieren
Weber ist davon überzeugt, dass die Akzeptanz steigt, wenn die Bürger davon profitieren. Eine Möglichkeit könnte sein, dass Gemeinde, die Einnahmen aus erneuerbarer Energie erzielen, etwa die Grundsteuer für die Bürger senken.
Die Verbandsgemeinde selbst will das Verwaltungsgebäude in Pirmasens mit Photovoltaikelementen ausrüsten. Mögliche Flächen sind das Dach des Anbaus, aber auch ein Bereich des Parkplatzes. Das, was an Strom gewonnen werde, solle ausschließlich dem Eigenverbrauch dienen. „Die Einspeisung ins Netz ist nicht mehr so lukrativ“, sagte Weber angesichts der geänderten Förderrichtlinien. In den Ortsgemeinden liefen Überlegungen, wo sich Freiflächenanlagen aufstellen ließen. „Es geht darum, Potenzialflächen zu finden“, bemerkte Weber und verwies auf die Gemeinden Trulben und Kröppen, die bereits auf der Suche seien. Allerdings habe die Ortsgemeinde selten Flächen in der benötigten Größe im Eigentum. Die Ortsgemeinden können aber auch so von größeren Anlagen profitierten, weil das Erneuerbare Energiengesetz eine Einspeisevergütung von 0,2 Cent je Kilowattstunde vorsieht.
Bei Windkraft Farbe bekennen
Bottenbach hat den Weg für eine Freiflächenphotovoltaikanlage mit einer Größe von zehn bis 15 Hektar freigemacht. „Bei der Frage, ob wir Windkraftanlagen wollen, müssen wir jetzt Farbe bekennen“, sagte Weber. Eine mögliche Fläche gibt es am Ortsausgang in Richtung Steinhausen, vier Windkraftanlagen könnten dort gebaut werden, drei auf Bottenbacher und eine auf Nünschweilerer Gemarkung. „Der Flächennutzungsplan sieht noch Vorrangflächen im Bereich Vinningen/Bottenbach und Kröppen vor“, sagte Weber. Drei weitere Anlagen im Stausteiner Wald sind in der Planung, die Gemeinde Vinningen verhandelt mit Projektierern über eine Fläche zwischen Vinninger Sportplatz und Stausteiner Wald. „Es wird definitiv noch weitere Anlagen geben“, betonte Weber.
Der Bürgermeister sieht durchaus einen Interessenkonflikt zwischen der weiteren touristischen Entwicklung der Verbandsgemeinde und dem Windkraftausbau und spricht von einer „Gratwanderung“. Es sollte vermieden werden, Windräder in der Nähe der touristischen Schwerpunkte aufzustellen, sagte er und nannte Lemberg und Eppenbrunn als Beispiele.