Riedelberg RHEINPFALZ Plus Artikel „Viel Hetze im Laufe der Jahre“: Bürgermeister kandidiert nicht mehr

Christian Schwarz ist seit 2019 Bürgermeister von Riedelberg.
Christian Schwarz ist seit 2019 Bürgermeister von Riedelberg.

Riedelbergs Bürgermeister Christian Schwarz kandidiert nicht mehr für das Amt. Er spricht von Hetze und Anfeindungen und sagt, dass er auch seine Familie schützen müsse.

„Ich habe 2019 erfahren, was es heißt, wenn bei einer Wahl nicht der Wille meiner politischen Gegner erfüllt wird“, schreibt Schwarz in einer Stellungnahme zu seiner Nicht-Kandidatur. Schon bei der Wahl vor fünf Jahren habe er einen Hass ihm gegenüber erlebt, der im Lauf der Legislatur nicht abgeklungen sei. Am Wahlabend wurden an seinem Wagen, der vorm Dorfgemeinschaftshaus geparkt war, die Reifen plattgestochen. Der Täter sei bis heute unbekannt. „Die Anfeindungen gingen nicht nur gegen mich, sondern auch gegen meine Familie und Freunde. Ich kann meine Familie und mich nur schützen, indem ich nicht mehr antrete“, so der noch amtierende Bürgermeister.

„Im Laufe der Jahre haben meine Familie und ich viel Hetze und Diskreditierungen erfahren. Sowohl in den sozialen Medien wie auch persönlich. Dass einige dieser Personen nun politisch aktiv werden möchten, schockiert mich“, schreibt Schwarz. Demokratie und freie Meinungsäußerung sind für den Bürgermeister ein hohes Gut, „aber manche ignorieren, dass diese Rechte bei den Persönlichkeitsrechten oder dem Privatbesitz der anderen Person enden“. Das Bürgermeisteramt habe er gerne ausgeübt, „die deutliche Mehrheit der Riedelberger Bürger hat mich unterstützt“, schreibt er. Weiter: „Aber wenn einem zehn Leute auf die Schulter klopfen und nur einer ins Gesicht schlägt, ist es der einzelne, der in Erinnerung bleibt.“

Er will im Gemeinderat weiterarbeiten

Dass er nicht mehr antritt, hat laut Schwarz nichts mit den „viel zitierten Rahmenbedingungen, die es den kleinen Kommunen schwer machen“ zu tun. Der noch amtierende Ortsbürgermeister meint damit die zahlreichen Vorgaben des Landes, wegen denen andere Bürgermeister in ganz Rheinland-Pfalz nicht mehr antreten. „Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt und es stehen im nächsten Jahr liquide Mittel in Höhe von 600.000 Euro zur Verfügung. Ich habe Verträge ausgehandelt, die der Gemeinde auch in Zukunft gute Einnahmen sichern.“

Ganz zurückziehen aus der politischen Arbeit im Dorf will sich Schwarz allerdings nicht. Er möchte im Gemeinderat weiterarbeiten. Weil es in Riedelberg keine Wahllisten gibt, kann jeder auf den Stimmzettel die Namen derer schreiben, die er gerne im Dorf-Gremium sitzen sehen würde. Zwei Vorgaben gibt es: Die Person muss über 18 Jahre alt sein und in Riedelberg wohnen. „Auf Nachfrage verschiedener Bürger werde ich auch eine Liste erstellen und in der Gemeinde verteilen, damit wir einen demokratisch ausgewogenen Gemeinderat wählen können, der das ganze Dorf abbildet“, kündigt Schwarz an. Er ist seit 2019 Bürgermeister. Er hatte die Wahl mit vier Stimmen Vorsprung gegen den damaligen Amtsinhaber Peter Lethen gewonnen.

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