Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Vater und Tochter bringen Keschde-Backbuch heraus

Die Hauensteiner Christof und Julia Feith haben ein Buch herausgebracht. Vater und Tochter berichten schon eine Weile auf einem
Die Hauensteiner Christof und Julia Feith haben ein Buch herausgebracht. Vater und Tochter berichten schon eine Weile auf einem gemeinsamen Foodblog von ihren Abenteuern in der Küche – nun dreht sich alles um Backen mit Kastanien.

Sie lieben die Keschde. Sie lieben das Backen. Und deshalb haben sie ein Backbuch mit 20 süßen Keschderezepten geschrieben. Sie: Das sind Papa Christof und Tochter Julia Feith aus Hauenstein. Sie sind seit 2018 mit einem eigenen Foodblog im Netz unterwegs und stellen dort Rezepte rund ums Kochen und Backen vor. Jetzt also: Keschde!

Dass sich Julia und Christof Feith mit der Castanea sativa auseinandersetzen, das ist nach ihrer Ansicht „kein Wunder, sind die Keschde doch eine unvergleichliche Delikatesse“. Extrem vielseitig sei die Stachelfrucht. Sie überzeuge mit feinem Aroma und nussigem Geschmack. Das biete unendlich viele Möglichkeiten und verfeinere jedes Gericht. Und so haben sich Vater und Tochter zu süßen Kastanienrezepten inspirieren lassen. Sie basieren sowohl auf traditionellen Rezepten, die über Generationen überliefert wurden und die sie weiterentwickelt haben. Aber sie haben auch neue, moderne Rezepte kreiert. In der Summe stellen sie in ihrem Buch 20 Kuchen, Torten und Desserts vor.

Auf 64 Seiten werden, begleitet von ansehnlichen Fotos, die Rezepte beschrieben: von der Linzertorte und dem Haselnusskuchen über Topfenknödel und Zwetschgendatschi bis hin zu Vermicelles und Cake Pops – alles mit Kastanien gemacht. Alle Rezepte sind mit manchmal recht umfangreichen Zutatenlisten versehen, es gibt Hinweise zur Zubereitungszeit und eine detaillierte Beschreibung der Zubereitung.

Kochen, Rösten, Trocken, Einfrieren

In dem handlichen Buch gibt es zudem botanische Hinweise zur Keschd. Sie sei eigentlich keine Frucht des Baumes, sondern dessen Samen, erfährt der Leser. Die Inhaltsstoffe der Kastanie werden ebenso aufgezählt wie die Vitamine, die sich unter der braunen Schale finden. Der Leser wird informiert über die Arten, wie Kastanien zu verarbeiten sind: Kochen und Rösten, Trocknen und Einfrieren.

Es geht – auch historisch – um „Kastanien in der Pfalz“, ob als Keschdeplantage, als Handelsgut oder in der Küche des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg, dessen Frau sich, wie es die Zeitschrift „Der Pfälzerwald“ 1915 überlieferte, „alljährlich einen ganzen Zentner Edelkastanien aus Haardt bei Neustadt“ anliefern ließ. Und es wird nicht zuletzt an Ratschläge der Heiligen Hildegard von Bingen erinnert, die den Verzehr von Kastanien bei Kopfschmerzen ebenso empfahl wie bei Nervenleiden, Leberbeschwerden und Milzschmerzen.

Alle Rezepte ausprobiert und verfeinert

Die Autoren – Dad and Daughter Feith nennen sie sich auf ihrem Blog – sind mit den Keschde großgeworden, berichten sie. „Schon als Kind sammelte ich Kastanien im Pfälzerwald, zum einen, um sie in Salzwasser zu kochen oder im Backofen zu rösten. Und sie halfen mir, mein Taschengeld aufzubessern, indem ich im Herbst die Kastanien am Straßenrand verkaufte“, erzählt Julia Feith, die seit Jahren auf dem Hauensteiner Keschdemarkt, dessen Miterfinder vor 20 Jahren Papa Christof war, Kastanienwaffeln backt und offeriert. Das Rezept findet sich im Buch, zu dem Julia als gelernte Grafikdesignerin das Layout und auch die Fotos besorgte.

Auch Christof Feith hat frühe Erinnerungen an die Kastanienzeit: „In meiner Kindheit sammelte ich mit meinen Geschwistern im Herbst regelmäßig Kastanien, die wir abends kochten und zu frisch gekeltertem Apfelsaft aßen – die Großen bevorzugten neuen Wein.“ Oder: Sie wurden geschält und anschließend auf dem Kachelofen getrocknet. „Dadurch hatten wir Vorrat für den ganzen Winter.“

Alle Rezepte des Buches hat Christof Feith kreiert, ausprobiert, verfeinert und „das Ergebnis mit Wonne“ genossen. Er ist ein Fan der Kastanie: 1997 eröffnete er mit seiner Frau Petra das Weinlädchen in Hauenstein, und dabei lag ein Schwerpunkt immer auf Spezialitäten rund um die Kastanie. Er kreierte einen Kastanienlikör, bietet Kastanienbier, Kastaniennudeln und eine breite Palette von weiteren Köstlichkeiten rund um die Kastanie an. Im Weinlädchen in der Gartenstraße finden sich übrigens alle Backzutaten wie Kastanienmehl oder Kastaniencreme, die nicht in jedem Laden zu finden sind.

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