Contwig / Pirmasens
Tierretter stellen Riesenvogelspinne und Schlangen sicher
„Achtmal mussten unsere Einsatzkräfte bei dem schönen warmen Wetter zu Schlangenalarmen ausrücken – in Zweibrücken, Höhfröschen, Homburg-Einöd, Pirmasens, Rodalben, Blieskastel, Martinshöhe und in Saarbrücken“, teilte Anna Lena von Rohden mit. Dass die Abteilungsleiterin der Contwiger Tierretter das warme Wetter erwähnt, hat seinen Grund: Wenn die Sonne herauskommt und zum Beispiel die Steinplatten in den Gärten erwärmt, locke das die heimischen Schlangenarten an, erläutert der Vorsitzende Kai Harstick auf Nachfrage der RHEINPFALZ.
In den meisten Fällen handele es sich um einheimische Ringelnattern, die bis zu zwei Meter lang werden können, oder um Blindschleichen, die laut Harstick aber keine Schlangen sind, sondern zu den Echsen zählten. Vor allem wegen der langen Nattern erreichten die Tierrettung immer wieder Anrufe. Kai Harstick berichtet von einem Fall am Samstag aus Dahn, als eine Natter durch einen Lichtschacht und ein gekipptes Fenster in die Küche einer Einliegerwohnung gelangt sei und der Bewohnerin einen Riesenschrecken eingejagt habe.
Tierretter empfehlen: Keine Panik
Die Tierretter empfehlen in solchen Situationen: „Ruhe bewahren. Panik hilft weder der Schlange noch dem Gartenbesitzer. Dieser sollte sich diskret zurückziehen und so der Ringelnatter die Möglichkeit zur Flucht geben. Diese Option wird sie in aller Regel auch wählen und diskret verschwinden. Natürlich steht unser Team von Biologen auch jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.“
In einem Fall habe es sich um eine vermutlich ausgesetzte Kornnatter gehandelt, die gesichert werden musste. Laut dem Vorsitzenden kommen Kornnattern aus Südamerika. „Das sind die Schlangen, die jetzt jeder hält, weil sie eine so schöne Farbe haben“, erklärt er. Die Kornnatter sei mit Sicherheit ausgesetzt worden. Sie wurde zu einem Experten in der Nähe von Zweibrücken gebracht. Giftig seien Kornnattern nicht.
Vogelspinne so groß wie eine Hand
Keine Schlange, sondern eine Brasilianische Riesenvogelspinne, handflächengroß, haben die Tierretter in Pirmasens sichergestellt. Sie wurden nach einem Polizeieinsatz gerufen, weil der Besitzer sich derzeit nicht um die Spinne kümmern könne. Das müsse nicht bedeuten, dass er festgenommen wurde, sagte Kai Harstick. Es könne sich auch um einen medizinischen Notfall handeln. Es sei erlaubt, solche Vogelspinnen in der Wohnung zu halten. Das Pirmasenser Exemplar sei ins Reptilium nach Landau gekommen.
Info
Wer die Contwiger Tierretter um Hilfe bitten oder um Rat fragen möchte, erreicht sie unter Telefon 06332 568860.