Wirtschaftsleben
Pfalz PV: Vom Studentengewerbe zur erfolgreichen Solarfirma
Aus dem Gewerbe von Christopher Laschewski ist mit Pfalz PV mittlerweile ein Unternehmen geworden, das rund 20 Mitarbeiter beschäftigt und weiteren sieben Personen aus der Partnerfirma Specka einen Arbeitsplatz bietet. Laschewski hatte an der Hochschule Wiesbaden Facility Management studiert und auf den dort erworbenen Bachelor noch den Master an der Technischen Universität Kaiserslautern gesattelt. Die Abschlussarbeit befasste sich mit Aspekten der Photovoltaik. Und genau in dieser Branche wollte der heute 32-Jährige Fuß fassen. Für erste Projekte seines jungen Unternehmens musste er noch auf die Unterstützung von Partnern aus den Bereichen Dachdeckerei und Elektrotechnik bauen.
„Ich hatte mir mit der Selbstständigkeit ein klares Ziel gesetzt“, erläutert Laschewski den nächsten Schritt. „Dazu brauchte ich zuverlässiges Know-how auf dem Dach.“ Um das „einzukaufen“, packte er 2020 eine sich bietende Chance beim Schopf und kaufte in Lambrecht die Dachdeckerei Wiesel, einen rund 100 Jahre alten Handwerksbetrieb, dem aber die Nachfolger fehlten. „Es war für mich ein unternehmerisches Risiko, ganz klar. Als aber die Bank grünes Licht gab, übernahm ich die alteingesessene Firma mit Belegschaft und Betriebshof, mit Fuhrpark und mit den Werkzeugen bis zum letzten Hammer.“
Weiteres Wachstum derzeit nicht geplant
Die Lambrechter Firma existiert nun als Tochterunternehmen von Pfalz PV unter dem ursprünglichen Namen „Wiesel GmbH“ und mit dem Geschäftsführer Christopher Laschewski weiter. Sie bietet nach wie vor traditionelle Dachdecker-Leistungen an. So können auch kleinere Dachreparaturen und größere Dachsanierungen sowie Neueindeckungen in Kombination mit dem Einbau einer PV-Anlage realisiert werden.
Mit der Belegschaft von Wiesel hatte Laschewski eine Truppe beisammen, die nicht nur das klassische Dachdeckergeschäft beherrscht, sondern sich auch sehr schnell die notwendige Technik aneignete, um Photovoltaik-Module fachmännisch zu verlegen. Dieser Personalgrundstock wurde behutsam aufgebaut, zunehmend auch mit Mitarbeitern aus der Südwestpfalz. „Weiteres Wachstum ist derzeit nicht geplant“, sagt Christopher Laschewski. Wichtig sei ihm, dass „die Qualität der Arbeit auf hohem Niveau“ gesichert bleibt.
Kooperation mit Elektromeister
Aufträge würden vorwiegend im Bereich Bad Dürkheim, Neustadt, Landau sowie an der Südlichen Weinstraße und in der Südwestpfalz erledigt, wobei „Hauenstein einen gewichtigen Schwerpunkt“ darstelle. Rund 150 Anlagen montiert das Unternehmen derzeit pro Jahr – sowohl auf Wohnhäusern als auch auf gewerblichen Immobilien. Dabei verbaue sie ausschließlich Komponenten deutscher Hersteller.
Weil Photovoltaik auch tief in die Hauselektrik eingreift, ging der Jungunternehmer eine enge Kooperation mit Christof Specka ein: Der Elektromeister ist als geprüfter Elektroinstallateur bei den Pfalzwerken eingetragen. Er erledigt mit seinem in den letzten zwei Jahren auf sieben Personen – darunter zwei Azubis – angewachsenen Personal die Installation im Keller. Sprich: den Einbau des Wechselrichters, des Speichers und über den Zählerkasten den Anschluss der Anlage an das hauseigene und öffentliche Netz. „Christof Specka ist mit seinem Personal ein wesentlicher Bestandteil meines Unternehmens“, unterstreicht Laschewski.
Neues Firmengelände geplant
Pfalz-PV bietet Photovoltaik von der ersten Beratung des Interessenten über die Projektierung, Feinplanung und Realisierung bis hin zur Erledigung der notwendigen Antragstellungen und Genehmigungen aus einer Hand an. Auch nachhaltige energetische Gesamtkonzepte für Privathaushalte und Gewerbebetriebe werden entwickelt – beispielsweise die Vernetzung von Photovoltaik, Heizung und Elektromobilität.
Pfalz-PV agiert von der Geschäftsadresse am Hauensteiner Weimersberg aus und vom Wiesel-Betriebshof in Lambrecht, der nach wie vor erhalten bleibt. In Hauenstein aber soll im interkommunalen Gewerbegebiet „Neufeld“ ein neues Firmengelände entstehen: Auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück soll ein Neubau mit einer Nutzfläche von 800 Quadratmeter für Lager und Büro entstehen. Wie es sich gehört, wird auf dem Dach und an der Fassade eine PV-Anlage mit einer Leistung von 250 Kilowattpeak installiert. Sie soll das Gebäude und den Fuhrpark, der nach und nach auf E-Mobilität umgestellt werden soll, mit Energie versorgen. Laschewski: „Wir warten auf den roten Punkt. Wenn nichts dazwischenkommt, wollen wir nach Ostern mit dem Bau beginnen.“