Dahn/Rodalben Forst und Feuerwehr appellieren an Bürger: Kein Feuer im Wald!

Unter schwierigen Bedingungen waren die Feuerwehrleute im Juni 2022 beim Brand auf dem Maimont bei Schönau unterwegs.
Unter schwierigen Bedingungen waren die Feuerwehrleute im Juni 2022 beim Brand auf dem Maimont bei Schönau unterwegs.

Der Waldbrand bei Rodalben ruft Erinnerungen wach. Vor einem Jahr hat ein Feuer bei Schönau ebenfalls hunderte Feuerwehrleute auf Trab gehalten. Was diesen Brand ausgelöst hat, blieb offen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass menschliche Unvernunft dazu führte, ist sehr hoch. Trotz ständiger Warnungen vor der hohen Brandgefahr finden Forstleute immer wieder Feuerstellen im Wald.

In Brandenburg brennen große Waldflächen, nun auch bei Rodalben. Dass die Waldbrandgefahr bei der anhaltenden Trockenheit gerade sehr groß ist, scheint manche Waldbesucher aber nicht zu berühren. Das hat der Leiter der Dahner Verbandsgemeindewehr erst vor kurzem erlebt. Es war an einem Abend in der vorigen Woche, als Jürgen Germann zu einem Einsatz der Polizei gebeten wurde: Ein Landschaftsfotograf, der bei Busenberg unterwegs war, hatte beobachtet, dass Personen auf einem Felsen Feuer machten. Auf seine Ansprache reagierten sie nicht. Erst, als Polizei anrückte und die Personalien aufnahm, löschten sie ihr Feuer.

Erinnerungen an Großbrand am Maimont

Es ist ein Erlebnis, das Jürgen Germann beschäftigt – „echt unschön“, beschreibt er es. Gerade waren und sind auch viele seiner Kollegen aus dem Dahner Felsenland ehrenamtlich im Einsatz bei Rodalben. Was ein solcher Großbrand bedeutet, haben sie erst vor einem Jahr vor der eigenen Haustür erfahren: als auf dem Grenzberg Maimont bei Schönau an der französischen Grenze ein Feuer ausbrach und hunderte Feuerwehrleute aus der ganzen Region beschäftigte. Auch aus Frankreich kamen damals Wehrleute mit geländegängigen Löschfahrzeugen, über die ihre deutschen Kollegen nicht verfügen. Das Land hat zwar pro Rettungsleitstelle ein ähnliches Fahrzeug in Aussicht gestellt, doch ausgeliefert ist es bisher noch nicht.

Behörden und Feuerwehr kooperieren enger

Das Feuer am Maimont war im vorigen Jahr freilich nur einer von vielen Waldbränden. Angesichts der zunehmenden Waldbrandgefahr haben sich in der Südwestpfalz Forstämter und kommunale Verwaltungen mit Feuerwehren nun auf eine engere Zusammenarbeit verständigt und Maßnahmen für eine effektivere Brandbekämpfung im Wald beschlossen. Dabei geht es um Wege für Einsatzfahrzeuge, einheitliche Gefahrenkarten und mehr. Erfahrungen aus dem Einsatz am Maimont sind hineingeflossen. Vieles davon wurde im Dahner Felsenland von Forst und Feuerwehr bereits auf den Weg gebracht. So hat der Forst dort zum Beispiel eine Geodaten-Karte entwickelt mit allen Wasserflächen, die sich für eine Löschwasserentnahme eignen; dies prüft die Feuerwehr gerade. Dann wurde eine zentrale Telefonnummer für eine Rufberufbereitschaft eingerichtet, speziell für die Feuerwehr. Weitere Ideen liegen auf dem Tisch.

Auch die Bürger sind gefragt

„Was sich organisieren lässt, tun wir natürlich“, sagt die Dahner Forstamtsleiterin Ulrike Abel. Allerdings genüge es nicht festzustellen, dass Verwaltungen und Feuerwehren sich um die Gefahren kümmerten. Aus ihrer Sicht sind alle Bürger nun gefragt. „Wir sind im Klimawandel“, betont die Amtsleiterin, und das südwestpfälzische Klima nähere sich dem trocken-heißen Klima von Südfrankreich an. „Und das heißt: kein Feuerzeug und kein Streichholz im Wald, keine Fackelwanderung!“. Denn fast immer sei menschliches Fehlverhalten der Auslöser für Waldbrände, etwa durch Rauchen oder offenes Feuer im Wald, obwohl beides grundsätzlich verboten ist. Immer wieder fänden sie Feuerstellen mitten im tiefsten Wald – meist dort, wo es schöne Aussichtspunkte gibt.

Ähnliche Erfahrungen machen die Mitarbeiter im Pirmasenser Forstamt Westrich, in dessen Zuständigkeit die Brandfläche bei Rodalben fällt. Auch dort werden immer wieder Feuerstellen entdeckt, sagt Büroleiter Daniel Koch. Kürzlich etwa auf der Pirmasenser „Platte“. „Ganz unschön“ komme hinzu, dass manche dazu ihren Müll hinterließen. Zu 99 Prozent seien Waldbrände durch Menschen verursacht, stellt auch Koch fest. Dazu tragen ebenfalls jene bei, die mit ihrem Auto verbotenerweise auf Waldwegen unterwegs sind und auf trockenem Grund parken. Bei Trockenheit könne bereits ein heißer Auspuff zum Risiko werden, verdeutlicht Koch. Verursachern eines Waldbrandes droht übrigens nach dem Landeswaldgesetz ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro, wozu dann noch die strafrechtliche Bewertung kommt.

Keine Kippen aus dem Auto werfen

Illegale Feuerstellen und illegales Fahren im Wald sind zwei mögliche Ursachen für Brände. Aber auch, wer auf Straßen unterwegs ist, kann sozusagen im Vorbeifahren mit einer kleinen Handbewegung einen großen Brand auslösen: Wenn er seine glimmende Zigarette zum Fenster hinausschnippt, die dann in der trockenen Böschung landet. Erst am Montag, einen Tag vor dem Feuer bei Rodalben, wurde die Feuerwehr am Nachmittag zu einem Böschungsbrand bei Bobenthal gerufen. Dort war eine 50 Meter lange und fünf Meter tiefe Fläche in Brand geraten, direkt am Wald. Ein Brand, der hätte anders enden können. Denn auch das Feuer bei Rodalben tags darauf hat in einer Böschung seinen Anfang genommen.

Vielen, sagt Ulrike Abel, sei nicht bewusst, was ein Waldbrand bedeute: zerstörte Natur, getötete Tiere, gefährdete Menschen – inklusive der Einsatzkräfte, die dafür Freizeit opfern oder in ihrem Betrieb fehlen.

Rauch und steile Hänge machten 2022 den Helfern zu schaffen.
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