Eppenbrunn RHEINPFALZ Plus Artikel Aprilscherz: Der Helmut-Kohl -Weg wird nicht zum „Der-Dicke-muss-Weg“

Helmut Kohl kam 2002 persönlich zur Einweihung des Wanderweges. Hier prostet er der Bevölkerung in Roppeviller zu, daneben Anita
Helmut Kohl kam 2002 persönlich zur Einweihung des Wanderweges. Hier prostet er der Bevölkerung in Roppeviller zu, daneben Anita Schäfer.

Im Mai feiert der grenzüberschreitende Helmut-Kohl-Wanderweg bei Eppenbrunn seinen 20. Geburtstag. Es könnte der letzte sein. Denn es gibt Bestrebungen, ihm einen neuen Namen zu geben: „Der-Dicke-muss-Weg.“ Ex-Politikerin Anita Schäfer will dagegen vorgehen. Sie ruft für heute, Freitag, zu einer Aktion auf.

„Der Dicke muss weg“ war der Slogan der Kohl-Gegner im Vorfeld der Bundestagswahl 1998 und wurde gut ein Jahr zuvor beim bundesweiten Streik der Bergleute zu einem geflügelten Wort, das den Unmut mit der Kohl-Regierung ausdrückte. Anfang 1997 waren nämlich Pläne bekannt geworden, dass die Regierung den Kohlebergbau in Deutschland einstellen will und damit Zehntausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Im März 1997 traten daher massenweise Bergleute in einen Streik. Mit dem Slogan „Der Dicke muss weg! Kohl muss abtreten“ gingen sie auf die Straße und verschafften sich Luft. Der einwöchige Streik der Bergleute läutete damals das Ende der Ära Kohl ein, die nach der Bundestagswahl 1998 ihr Ende fand.

Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben jetzt angeregt, in Erinnerung an die damaligen Ereignisse den deutsch-französischen Wanderweg um den Namen „Helmut Kohl“ zu entschlanken und ihn umzutaufen in „Der-Dicke-muss-Weg“. Einen entsprechenden Antrag will der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Kreistag Südwestpfalz, Fred Konrad, auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung bringen. Die FDP hat nach Angaben des Käshofers bereits ihre Unterstützung signalisiert. Den SPD-Chef habe er noch nicht angesprochen, aber von ihm erwarte er nicht gerade eine „Ab-Fuhr“.

Pein: „Pfiffige Namensänderung“

Selbst der Eppenbrunner Ortsbürgermeister Andreas Pein (SPD) findet die Idee „ziemlich interessant“. Mit der „pfiffigen Namensänderung“ könne man bundesweit die Aufmerksamkeit auf die Wanderregion Südwestpfalz lenken und dem hiesigen Tourismus einen neuen Schub verpassen. „Wenn das durch die deutschen Gazetten geht, werden viele Wanderer hierherkommen“, meint Pein.

Im Bundestagswahlkampf 2002 hatte CDU-Kandidatin Anita Schäfer bei der RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion Anfang September noch gesagt: „Ich werde die von mir erstellte Tourismus-Karte zum Helmut-Kohl-Wanderweg Eppenbrunn fast weltweit vorstellen. Wir wissen ja, Österreicher und Schweizer sind sehr gute Kunden von uns.“ Schäfer, die von 1998 bis 2021 die Region Südwestpfalz im Deutschen Bundestag vertreten hat und für die der Helmut-Kohl-Wanderweg ein besonderes Steckenpferd war, das sie stets propagierte, zeigt sich nun fassungslos wegen der vermeintlichen „Missachtung eines herausragenden, großen Europäers“. Eine Namensänderung wäre für sie „eine Katastrophe“. Auch Kohl-Witwe Maike Kohl-Richter werde sicherlich dagegen vorgehen.

Anita Schäfer ist empört

Anita Schäfer, die in Zweibrücken lebt, ist über den Vorstoß der Grünen sehr verärgert und plant heute eine Unterschriftenaktion vor Ort auf dem Parkplatz am Spießweiher bei Eppenbrunn, wo der Wanderweg startet. Zwischen 10 und 12 Uhr könne jeder, der sie unterstützen möchte, seine Unterschrift unter eine Resolution zum Erhalt des Namens „Helmut-Kohl-Wanderweg“ setzen.

Alt-Kanzler Helmut Kohl ließ es sich im Mai 2002 nicht nehmen, den nach ihm benannten Wanderweg, der vom Parkplatz Spießweiher bei Eppenbrunn ins französische Nachbardorf Roppeviller führt, persönlich einzuweihen. Er hatte ihn damals als „Symbol für die europäische Einigung“ bezeichnet, der auch die deutsch-französische Freundschaft unterstreicht.

Unterschriftenaktion

Wer gegen die Umbenennung des Helmut-Kohl-Wanderwegs in „Der-Dicke-muss-Weg“ ist, kann am Freitag – zwischen 10 und 12 Uhr am Startpunkt des Wanderwegs auf dem Parkplatz am Spießweiher bei Eppenbrunn – die Resolution unterzeichnen. Alternativ kann er seine Missbilligung auch per E-Mail an redpir@rheinpfalz.de senden, wir leiten die Angaben dann weiter.

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