Bottenbach RHEINPFALZ Plus Artikel 31 000 Solarmodule sollen Strom erzeugen

Prokon möchte vor den Toren Bottenbachs ein Solarkraftwerk bauen.
Prokon möchte vor den Toren Bottenbachs ein Solarkraftwerk bauen.

Bottenbach ist bereits umringt von Windkraftwerken. Nun plant die Itzehoer Energiegenossenschaft Prokon eine Solarstromanlage westlich von Bottenbach. Bis zu 16 Hektar könnte die Anlage groß werden. Bottenbachs Bürgermeister Klaus Weber bezweifelt das jedoch und rechnet mit einer Fläche von maximal zehn Hektar.

Vier Landwirte, so Prokon-Projektentwickler Kai Hauck im Bottenbacher Gemeinderat am Mittwochabend, hätten das Unternehmen auf die Fläche westlich der Gemeinde angesprochen. Auf bis zu 16 Hektar Landfläche könnten die Solar-Paneele aufgebaut werden. Das würde bedeuten, dass die Paneele vom Ortseingang aus Richtung Kleinsteinhausen bis hin in den Südwesten aufgestellt werden. Würde die Anlage in einer solchen Dimension ausfallen, so Hauck, dann würde sie aus rund 31.000 einzelnen Solarmodulen gestehen hätte eine Leistung von zwölf Megawatt. Das reicht, um 3800 Haushalte mit Strom zu versorgen. Hauck sprach die Vorteile an, die die Anlage mit sich bringe: In puncto Natur könne sich der Boden unter den Anlagen erholen, da er nicht landwirtschaftlich genutzt wird, die Solartische seien ein Unterschlupf für Wildtiere. Die Gemeinde wiederum profitiere von den Gewerbesteuereinnahmen der Anlage. 70 Prozent davon gehen direkt an Bottenbach, die restlichen 30 Prozent an die Heimatkommune der Firma Prokon.

Bottenbach verdient über die Gewerbesteuer

Die weiteren Schritte, sofern der Gemeinderat dem Bau der Solarstromanlage überhaupt zustimmt, wären dann, dass Prokon mit den Landwirten einen Pachtvertrag über 20 Jahre – bei Bedarf könnten noch zweimal je fünf Jahre angehängt werden – abschließt, zudem müsse überprüft werden, wo der Strombetreiber wie viel Solarstrom überhaupt ins öffentliche Netz einspeisen könnte. Laut Hauck bringe es nichts, wenn die Anlage beispielsweise zwölf Megawatt Leistung hat, davon aber nur fünf ins Netz eingespeist werden können. Ebenso muss die Anlage für Prokon rentabel sein, das heißt, dass die Stromtrassen bestenfalls schon vor Ort sind und nicht erst kilometerlang gebaut werden müssen. Apropos Kosten: Die übernimmt Prokon komplett. Bottenbach müsste nichts bezahlen.

Weber stellt Größe des Solarkraftwerks infrage

Wenn nun alles nach Plan läuft, rechnet Hauck mit einem Baubeginn und Inbetriebnahme der Anlage in den Jahren 2023/2024. Für die Anwohner, die durch die Solar-Paneele gestört werden könnten, gebe es laut Hauck zudem die Option, um den Solar-Park Hecken und Bäume zu pflanzen. Dann sieht man die Anlage nicht mehr.

Bürgermeister Klaus Weber ging im RHEINPFALZ-Telefonat am Donnerstagmorgen indes nicht davon aus, dass die gesamten 16 Hektar, die Hauck am Mittwochabend als mögliche Fläche vorschlug, auch bebaut werden. Vor allem entlang der Ortsdurchfahrt in Richtung Kleinsteinhausen kann er sich eine solche Anlage nicht vorstellen. Statt der 16 Hektar Fläche spricht Weber eher von einer Anlage in der Größenordnung bis zu zehn Hektar.

Bottenbach ist nicht die erste Gemeinde in der Region, deren unbebautes Land für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage in Betracht gezogen wird. Unter anderem bei Walshausen wurde eine solche Anlage bereits diskutiert, sie soll parallel zur Autobahn gebaut werden – ebenfalls von der Itzehoer Energiegenossenschaft. Mit rund sieben Hektar Fläche ist die Anlage aber kleiner als die bei Bottenbach geplante. Auch im Großsteinhauser Gemeinderat kam Anfang des Jahres das Solarstrom-Thema aufs Tableau. Hier ist die Firma Sunance aus Remagen federführend dabei.

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