Bad Bergzabern
Kitas mit Schaufenster-Aktion in der Marktstraße
Zwei Fotos, jeweils mit denselben Zutaten für eine Pizza. Finde die fünf Fehler, lautet die Aufgabe. Lösen kann sie jeder, der die Ausstellung „Pizza für Elfrieda“ im Schaufenster in der Marktstraße in Bad Bergzabern betrachtet. Zusammengestellt wurde sie von vier Kindertagesstätten, die im Verbund der Sprach-Kitas Südliche Weinstraße zusammenarbeiten. Vier von 74 Kitas im Kreisgebiet, die das Bundesprogramm „Sprache ist der Schlüssel der Welt“ in Anspruch genommen haben.
Die Einrichtungen „St. Martin“ und „Arche Noah“ aus Bad Bergzabern, die „Waldgeister“ aus Pleisweiler-Oberhofen und die „Arche Noah“ aus Annweiler sind vor drei Jahren in das Programm eingestiegen. Das bedeutet für sie, dass sie jeweils eine Fachkraft mit einer halben Stelle bekommen, die sich ausschließlich um die Sprachförderung der Kinder kümmert. Finanziert wird die Stelle vom Bund. Die Mitglieder profitieren zudem von Netzwerktreffen und Arbeitskreisen, die Eva Mauser als Koordinatorin organisiert. „In Deutschland ist jede zehnte Kita Sprachförderkita“, sagt sie.
Pizza-Rezepte und Kunstobjekte
Bei der Aktion in der Marktstraße in Bad Bergzabern handelt es sich um einen Sprach-Kita-Laden. Entstanden sei die Idee aus dem Motto „Voneinander lernen und miteinander wachsen“, berichtet Birgit Ehrhart. Sie hat das Programm für die Kita „St. Martin“ gestaltet. „Pizza kennen alle Kinder. Das ist ein multikulturelles und unerschöpfliches Thema“, ist die Erfahrung von Britta Fröbrich, Leiterin der Kita „Arche Noah“ in Bad Bergzabern, in der Josephine Braun als Sprachkraft tätig ist.
Pizza-Rezepte, die von den Eltern auch in verschiedenen Sprachen zusammengestellt wurden, oder Pizza-Kunstobjekte aus Papier, unter anderem mit „Salsa de Tomate“ und „Queso Mozzarella“, sind im Schaufenster zu sehen. Über einen QR-Code wird Wissenswertes kindgerecht vermittelt.
Personalmangel macht sich bemerkbar
„Unsere Sprachförderkraft Carina Weiss kann sich ausschließlich auf ihre Themen konzentrieren, das ist der Vorteil der Sprachkräfte“, nennt die Leiterin der Kita „Waldgeister“, Dagmar Löbs, den Grund, am Bundesprogramm teilzunehmen. Die Teilnahme bedeute aber auch mehr Arbeit für die Verantwortlichen. Dekan Dietmar Zoller, auch Träger der beiden Kitas in Bad Bergzabern, das einen hohen Migrationsanteil hat und in dem derzeit 60 Kita-Plätze fehlen, wünscht sich mehr Verlässlichkeit bei der Stellenbesetzung. Die Verträge der Fachkräfte sind nämlich befristet, in Annweiler ist die Stelle aktuell unbesetzt. Auch in diesem Bereich machen sich sowohl der Personalmangel als auch die mangelnde Zukunftsperspektive bemerkbar. Davon merken die Kinder aber nichts, sie profitieren von der Arbeit der Sprachförderkräfte.
Die fünf Fehler auf den Fotos mit den Zutaten für die „Pizza Elfriede“ hat der sechsjährige Linus übrigens ganz schnell gefunden. Und beim Studium der Teigzubereitung kommt Zoller zu dem Schluss: „Ich mache meinen Teig anders.“
Info
Das Bundesprogramm für die Sprachförderkräfte läuft erstmal bis 2022 mit Mitteln für weitere 8000 Kräfte. Interessierte Kitas können bis September kommenden Jahres online Anträge unter www.fruehe-chancen.de/sprach-kitas stellen.