Kusel/Toucy RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt feiert 50 Jahre Partnerschaft mit Toucy

Hingucker im Landschreiberei-Foyer: die Büste des berühmten Sohnes von Kusels Partnerstadt Toucy, Pierre Larousse.
Hingucker im Landschreiberei-Foyer: die Büste des berühmten Sohnes von Kusels Partnerstadt Toucy, Pierre Larousse.

Seit einem halben Jahrhundert sind Kusel und das knapp 530 Kilometer entfernte Toucy als Partner verbunden. Ihren Anfang nahm diese deutsch-französische Freundschaft aber sogar noch früher – initiiert von einem früheren Gymnasiallehrer.

Zum 50. Geburtstag der Jumelage mit Toucy erwartet Kusel am kommenden Wochenende Besuch aus Frankreich. Zwar sind dann „Italienische Nächte“ angesagt, das irritiert die Partner aber keineswegs. „Wir wollen unseren Freunden auch mal etwas zeigen, was sie noch nicht kennen“, sagt Stadtbürgermeister Jochen Hartloff. Er rechnet mit 40 bis 50 Teilnehmern, die am Freitagabend nach mehrstündiger Busreise aus dem Burgund erwartet werden. Die Ankunft wird zwischen 20 und 21 Uhr an der Mensa des Siebenpfeiffer-Gymnasiums erwartet. Anschließend verteilen sich die Besucher auf ihre Gastfamilien und besuchen den Auftakt der „Italienischen Nächte“ auf dem Koch’schen Markt.

Vernissage im Stadt- und Heimatmuseum

Für Samstag sieht das offizielle Programm einen Stadtrundgang in verschiedenen Gruppen mit kleinen Zwischenstopps vor. Los geht es um 14 Uhr an der Marktwiese in der Trierer Straße. Eine Station wird um 16.30 Uhr das Stadt- und Heimatmuseum sein, wo eine Vernissage der Ausstellung „deutsch-französische Präsidentenpaare“ mit Porträts des Malers Helmut Schmidt (Baumholder) stattfindet. Freilich handele es sich nicht nur um Präsidenten, sondern auch um Kanzler, fügt Hartloff augenzwinkernd hinzu.

Ab 18 Uhr steht das gemeinsame Feiern im Fokus und zwar beim deutsch-französischen Abend inklusive Essen im Horst-Eckel-Haus. Anschließend gibt es noch die Möglichkeit zum Abstecher auf den Koch’schen Markt zu den „Italienischen Nächten“. Für Sonntag ist um 11 Uhr ein Festkonzert mit dem Musikverein Konken auf dem Marktplatz geplant. Nach dem Mittagessen im Horst-Eckel-Haus werden die Besucher für die Heimfahrt in die Bourgogne verabschiedet.

Alles begann mit Jugendtreffen

Die Verbindung der Kreisstadt mit Toucy ist die längste ihrer Art im Landkreis. Seit 1973 besteht die offizielle Jumelage, doch angefangen hatte alles schon viel früher – mit deutsch-französischen Jugendtreffen, initiiert von Gerd Krieger, einst Lehrer am Gymnasium Kusel. Während einer Fortbildung 1965 in Dijon lernte Krieger den Kollegen Pierre Sajet aus Toucy kennen. Nach ersten Jugendbegegnungen schloss das Gymnasium 1971 eine Schulpartnerschaft mit dem College d’ Education Secondaire in Toucy. Ein Jahr später schlug Kusels früherer Bürgermeister Bernhard Jäger eine offizielle Partnerschaft vor.

Seither gibt es einen regen Austausch – nicht nur privat, sondern unter anderem auch über Vereine. Erst im vergangenen Jahr waren die Kuseler in Toucy wieder zu Gast. Die Verbindungen sind lange gewachsen und werden längst in den nächsten Generationen fortgeführt. Die Partnerschaftsurkunde solle nun erneuert werden, kündigte Hartloff an. Allen voran beim Freundschaftstreff sind auf deutscher Seite die Vorsitzende des Freundeskreises Isolde Renner und der rührige Franzose Bernard Coulon.

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