Fussball
Saisonvorschau: Viermal zehn Teams in der C-Klasse Kusel-Kaiserslautern
Kräfte bündeln oder untergehen? Die Spielvereinigung Rehweiler-Matzenbach hat sich für Ersteres entschieden. Mit Beginn der Vorbereitung ist die neu formierte SG Schrollbach-Rehweiler an den Start gegangen – und prompt mit einem Erfolg in die neue Ära geprescht. Bei den ligahöheren „Föbos“ gab es im ersten Testspiel des neuformierten Teams einen 3:2-Sieg.
Eine neue, zumindest lange nicht mehr erlebte Erfahrung – zumindest für jene Akteure, die bis März noch das Trikot der damaligen SpVgg Rehweiler-Matzenbach/Steinbach trugen. Die waren nämlich in ausnahmslos allen Partien der abgebrochenen Runde als Verlierer vom Feld gegangen – wenngleich erhobenen Hauptes – und hatten sich über ein einziges (!) Tor freuen dürfen. Null Punkte und 117 Gegentreffer in 18 Spielen, so lautete unterm coronabedingt früh gezogenen Strich die trübe Rundenbilanz.
Spielpartner gesucht
Dabei wollten die Rehweilerer versuchen, sich ab dem Restrundenbeginn Anfang März als Neuner-Team über die Runden zu schlagen. Ob das geklappt hätte? Müßig, darüber zu spekulieren. Kurz danach war die Runde zu Ende. Und damit auch das Kapitel einer eigenständigen Rehweiler-Matzenbacher Mannschaft.
Den Schritt hin zur Spielgemeinschaft mit Nachbarn haben zuvor schon so einige Vereine getan. Angepeilt war ein solcher auch bei der SG Odenbach-Ginsweiler-Cronenberg. Die Zweierbeziehung hätte eigentlich zum Konglomerat anwachsen sollen. Mangels Partner aber liegen derlei Pläne weiter auf Eis.
Also versucht es die SG noch mal alleine. Ihre Eigenständigkeit bewahrt haben derweil der SV Hefersweiler, der SV Kaulbach-Kreimbach, die SpVgg Glanbrücken und die SpVgg Welchweiler, TuS Gries und der FC Pfeffelbach. Wobei bemerkenswerterweise die beiden Letztgenannten unlängst sogar den Schritt zurück gewagt und sich aus Spielgemeinschaften gelöst hatten.
US-Boys im Aufwind
Jene sechs Mannschaften aus dem Kreisgebiet – inklusive Rehweiler mit dem neuen Partner aus dem Landkreis Kaiserslautern – bilden fortan das Feld der C-Klassen-Gruppe A 1. Komplettiert durch die knapp abseits der Kreisgrenze im Landkreis Kaiserslautern beheimatete SGV Elschbach und die US-Boys der Youth Soccer Europe.
Die haben übrigens – ganz entgegen allgemeinen Fußball-Trends – mächtig Aufwind in Form von personellem Zulauf. In der vorvergangenen Saison mit einer Neuner-Truppe noch als „Kanonenfutter“ unterwegs, haben die Amerikaner bis zum Abbruch eine starke Runde gespielt. Jetzt können sie sogar eine zweite Mannschaft ins Rennen schicken.
Die US-II-Auswahl spielt jetzt in Gruppe B2 – gemeinsam mit den zweiten Mannschaften jener Clubs aus der A1, die noch eine Zweite auf die Beine bringen. Dazu gesellt sich außerhalb der Wertung ein Neuner-Reserveteam des SV Mackenbach.
Dass mehr und mehr Vereine ihre Reserven lieber in den geregelten Spielbetrieb entsenden, als die weniger ambitionierten Spieler in einer echten Reserverunde mit vielen Spielausfällen und langen Pausen darben zu lassen, erklärt auch das exorbitant angewachsene Feld der C-Klasse.
40 Teams am Start
In der Saison 2018/2019 waren in der damals etablierten Liga Nord-Süd 15 Mannschaften am Ball, in der C-Klasse Mitte 16 Teams, die fast ausschließlich eine Reserverunde der A-Klasse ausspielten. Im Jahr darauf war die Mitte-Liga auf 14 geschrumpft. Mithin waren im März noch 29 C-Klasse-Teams am Ball. Jetzt sind es sage und schreibe 40 – obwohl es keine Absteiger gab und sich vier Aufsteiger (SG Theisbergstegen-Etschberg und SV Miesau aus der Nord-Süd- sowie FV Kindsbach II und FV Ramstein II aus der Mitte-Staffel) aus der untersten Etage verabschiedet haben. Zudem hat sich der TV Grumbach freiwillig in den benachbarten Fußballkreis Birkenfeld verzogen.
Trotz des Schwundes hat die Fülle an zweiten Mannschaften die Feldstärke auf vier Gruppen zu je zehn Teams – also zu insgesamt 40 Mannschaften anwachsen lassen. Darunter ist auch der wiedererwachte, zuvor einige Pause pausierende SV Neumühle zu finden.
Geheimfavorit Queidersbach
Glanbrücken dürfte in der Gruppe A1 der Favorit sein. Als Aufsteiger heiß zu handeln ist auch die zweite Garnitur des Neu-Landesligisten FC Queidersbach. Und die Rehweilerer? Die sehen keine Bäume in den Himmel wachsen, wie Spielleiter Stefan Heil auf Anfrage erläuterte. „Wir haben schon länger gesucht, haben das mit Schrollbach im Winter festgeklopft und haben jetzt eine Perspektive“, freut sich Heil – kann doch jetzt zu Schönwetter-Zeiten auf dem Schrollbacher Rasen gekickt werden, statt auf staubigem Rehweilerer Untergrund.
Geblieben ist Trainer Roy Kallmayer, der zuvor als Interimscoach schon in Schrollbach an der Bande stand. „Wir haben die Spieler gefragt, die waren für eine Fortsetzung – also bestand keinerlei Handlungsbedarf“, sagt Heil und ist froh, dass in Mario Müller ein Rückkehrer gefunden wurde, der sich hauptverantwortlich um die neue zweite Mannschaft kümmert.