Kusel
Restaurant „Daniels am Markt“ im Guide Michelin aufgenommen
„Wir sind megastolz auf die Erwähnung im wohl bekanntesten Gastro-Führer weltweit“, kommentiert Bößhar den Erfolg. Daniel und Ulrike Bößhar hatten im April 2022 das Restaurant in Kusel eröffnet. Die Aufnahme im Guide Michelin „ist eine schöne Anerkennung für unsere Arbeit, für unser Team und auch für uns selbst“, sagt der Koch. Zum Team gehören neben den Bößhars noch acht Mitarbeiter, darunter ein weiterer Koch. „Wir sind ja nur ein Fünftel“, sagt er bescheiden über sich und seine Frau. Nur zusammen mit den Mitarbeitern könnten sie die Gäste begeistern. Und er betont auch: „Wir kochen für unsere Gäste, nicht für Tester.“ Restaurantbesucher kämen vielfach aus Kusel und der Umgebung. „Aber viele sind auch aus Saarbrücken, Trier und Landau.“ Davon profitiere auch die Stadt, denn neben einer Übernachtung im Hotel seien die Gäste sicher auch noch in Kusel unterwegs. Bößhar: „Das tut der Stadt gut.“
Tester kommen inkognito
Die Tester des Michelin seien inkognito gekommen, schildert Bößhar. Sie kämen zudem mehrfach und wechselten sich ab. Damit werde die Kontinuität getestet, weiß der Koch. Laut Guide Michelin sorgen Ulrike und Daniel Bößhar „für aufmerksamen Service und ambitionierte Küche in Form eines modern inspirierten Menüs mit drei bis sieben Gängen“. Die Küche wird als modern-kreativ beschrieben. Das sanierte Stadthaus liege recht charmant, heißt es mit Blick auf Bäume und Brunnen vor der Tür. Das Ambiente im Inneren komme modern, leger und freundlich daher, „Holzbalken an der Decke und freigelegtes altes Sandsteinmauerwerk nehmen Bezug zur Geschichte des Hauses“. Im Sommer sitze man schön auf der Terrasse, so der Kommentar der Gastro-Kritiker.
In den Sozialen Medien wird die Erwähnung von zahlreichen Kunden gefeiert. Die Kommentare reichen von „absolut verdient“, über „eine Bereicherung für die Region“ bis zu „ihr macht einen grandiosen Job, dem sicher auch der erste Stern folgen wird“. Doch dafür koche er nicht, sagt Bößhar – allerdings werde das Team häufig von Gästen darauf angesprochen. Auch höre er häufig, dass potenzielle Besucher von einer kurzfristigen Reservierung aus Angst vor einer Absage absehen. „Es lohnt sich auf jeden Fall, anzurufen“, motiviert Daniel Bößhar. Es gebe immer mal wieder Absagen oder Abende, an denen durchaus noch ein Tisch frei sei.
Spaß an der Arbeit wichtiger als Stern
Die Hauptsache für ihn sei der Spaß an der Arbeit, auch mit dem Team, und „dass der Laden läuft“. So, wie es momentan ist, sei es gut, berichtet Bößhar. Wenn auch der Januar bislang schwach gewesen sei – wie bei vielen seiner Kollegen. Ob dies an der Mehrwertsteuer-Erhöhung in der Gastronomie liegt, vermag er nicht zu sagen. „Das ist noch zu früh, dies zu beurteilen.“ Dennoch erwartet er ein schwieriges Jahr, weil alles teurer geworden sei. Zudem herrsche Unsicherheit darüber, wie sich die Preise entwickeln.
Bereits im Oktober hatte das Restaurant eine Auszeichnung im „Feinschmecker“ erzielt. Damals landete das Lokal unter den „Top 500 Restaurants für jeden Tag 2023“. Damals lobten die Tester das legere Restaurant mit Bistrocharakter sowie die französisch orientierte Küche mit „hie und da Produkten aus der Region“.