Kreis Kusel
Primus Offenbach-Hundheim/Hinzweiler zum Spitzenspiel nach Kottweiler-Schwanden
Lacht da womöglich am Ende noch der Dritte? Recht einsam ziehen bislang die beiden Titelaspiranten VfR Hundheim-Offenbach/Hinzweiler und VfB Reichenbach II ihre Kreise an der Spitze der B-Klasse Nord. Dahinter aber lauert der SV Kottweiler-Schwanden. Und der misst sich noch mit beiden Meisterkandidaten. Zunächst am Maifeiertag (15 Uhr) mit der Elf vom Glan.
Bislang ist Mario Gailings Rechnung (fast) aufgegangen: „Da wird wohl keiner mehr groß stolpern“, hatte der Coach des VfR Hundheim-Offenbach/Hinzweiler schon vor der Winterpause prophezeit. Hatte prognostiziert, dass das Titelrennen wohl bis zum vorletzten Spieltag ein offenes sein dürfte – mit Showdown am 19. Mai, wenn zum vorletzten Rundentag die Elf des VfB II am Glan anreisen muss. Klar ist beim Blick aufs Tableau: Der VfR hält die besseren Karten. Spätestens seit dem Stolperer des hartnäckigen Konkurrenten am Sonntag, als der SV Brücken der Landesliga-Reserve aus Reichenbach ein Remis abgetrotzt hat. Die Glantaler haben sich hingegen ihrer Aufgabe locker entledigt und mit einem 6:0-Auswärtserfolg bei Neuling SG Neunkirchen/Mühlbach ihr Soll einmal mehr erfüllt. Mithin hält die Siegesserie, die allein nach der Winterpause sieben Dreier aufweist.
Am 24. August zuletzt verloren
Und sie soll auch nicht reißen, wenn das Team von Mario Gailing und dessen spielendem Coach-Kollegen Suren Hovsepyan am Mittwoch, 1. Mai, zum Tabellendritten reisen muss. Die letzte Niederlage ist acht Monate her. „Am 25. August, ein 1:4 gegen Föckelberg“, hat Suren Hovsepyan Datum und Resultat sofort parat. Auch der Ex-Kuseler, der seit Saisonbeginn gemeinsam mit Gailing beim VfR die sportlichen Geschicke lenkt, hat mit einem „Endspiel“ am 19. Mai gerechnet. Das ist auch noch drin, etwa dann, wenn der VfR am Mittwoch nicht siegt. „Die Reichenbacher sind in der besseren Position“, meint der Mittelfeldmotor und verweist auf die Landesliga-Truppe, die am Wochenende schon den Ligaverbleib sichern könne. Dann könnte die Zweite aus dem Vollen schöpfen.
Doch fährt der VfR ja nicht nach Kottweiler, um sich mit einem Punkt zu begnügen. „Wir sind komplett, haben alle an Bord“, freut sich Hovsepyan auf die Partie. Mit dem torhungrigen Offensiv-Tandem Marcel Kolb (30 Treffer) und Lukas Weck (26) in Topform sollte wenig schiefgehen. Wobei Hovsepyan die Mannschaftsleistung in den Vordergrund stellt: „Wir haben beispielsweise auch durch die Rückkehr von Michi Klein noch mal richtig Auftrieb bekommen.“ Das gesamte Team funktioniere prima.
„Junge gegen Alte“
Wird der SV zum Stolperstein? Klar ist, dass die Gastgeber zu den Top-Teams zählen. Schon in der ersten Saison nach dem Aufstieg hatte die Elf um die Spielertrainer Daniel Dengel und Stefan Meisinger eine vorzügliche Rolle gespielt. Die zweite Saison soll ja die schwierigere sein – zu spüren ist davon nichts bei den Kottweilerern, die von ihren Kontrahenten stets spielerische Klasse attestiert bekommen. Dengel verwundert das wenig: „Das hängt natürlich damit zusammen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, die versucht, alles auf spielerische Weise zu lösen“, konstatiert der seit vier Spielzeiten auf der Kommandobrücke seines Heimatvereins agierende Dengel. Mit gerade mal 30 drückt der „Senior“ den Altersschnitt gewaltig nach oben. „Wir waren schon bei 21 Jahren“, schaut Dengel auf seine jungen Hüpfer – und spricht bei der bevorstehenden Partie auch von einem Duell der „Jungen gegen die Alten“, will heißen: weit erfahreneren Akteure.
Dengel hofft, dass es besser läuft als im Hinspiel, als sein Team mit 1:4 die Segel streichen musste. „Und das völlig verdient.“ Da hatte der VfB eben Klasse aufblitzen lassen. So wie die Kottweilerer ihrerseits am Sonntag? Da hat der SV immerhin bei der hoch gehandelten SG Herschweiler-Pettersheim/Konken/Etschberg die Punkte abgeholt. Das ungefährdete 3:0 sei aber auch der Personalmisere der Gastgeber geschuldet gewesen, räumt Dengel ein.
Vorne spielen alle noch gegeneinander
Überbewerten will er solche Vorstellungen nicht. Und sein Team weiß, dass am „Tag der Arbeit“ ein weit dickeres Brett zu bohren ist. Aber wenn’s denn schon mal läuft... „Wir sind ja ohne Druck, ohne vorformuliertes Ziel in die Saison gegangen“, sagt der Trainer. Jetzt wolle das Team eben so hoch hinaus wie möglich. Am letzten Spieltag reist der SV zum Derby ins Nachbardorf Reichenbach. Und die „großen Zwei“ kicken noch gegeneinander. Mithin ist durchaus noch was drin für den SV.
Und, wenn’s nicht klappt, werden in der kommenden Saison die Ziele wohl höher gesteckt. „Wir sind Sportler, da können wir schlecht sagen, wir wollen schlechter abschneiden“, sagt Dengel, der ab Sommer einen zusätzlichen Trainerkollegen bekommt: Sebastian Schröer, einst für Landesligist SV Nanz-Dietschweiler am Ball, wird das Trainerteam komplettieren.
Trainertipps
vorne Suren Hovsepyan (VfR Hundheim-Offenbach/Hinzweiler) / hinten: Daniel Dengel (SV Kottweiler-Schwanden)
SV Kottweiler-Schwanden - VfR Hundheim-Offenbach/Hinzweiler 0:1 / 2:1
SG Krottelbach/Frohnhofen/Langenbach - SV Ohmbach 1:3 / 1:3
SV Einöllen - SV Altenglan 2:2 / 2:2
FV Kusel II - SG Herschweiler-Pettersheim/Konken/Etschberg - 1:1 / 1:3
VfB Reichenbach II - SV Ulmet 2:2 / 1:1
SG Föckelberg/Bosenbach - SG Mühlbach/Neunkirchen 5:0 / 2:1
SG Erdesbach/Dennweiler - SV Brücken 3:1 / 3:3
SV Rammelsbach - SpVgg Glanbrücken/St. Julian 3:1 / 1:2