Lohnweiler
Photovoltaik-Anlage wird trotz beschlossenen Plans erst in einem Jahr gebaut
Die Mitglieder des Ortsgemeinderats haben in der vergangenen Woche einstimmig den Bebauungsplan für die Photovoltaikanlage auf dem Silberberg als Satzung verabschiedet. Damit wurden die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, auf deren Basis der Projektierer der Anlage, die Juwi GmbH mit Sitz in Wörrstadt bei Alzey, einen Bauantrag stellen kann.
Juwi-Vertreter Thomas Bablitschky stellte den aktuellen Planungsstand in der Ratssitzung vor. Er ging davon aus, dass Juwi nach dem Ratsbeschluss und der Veröffentlichung des Bebauungsplans den eigentlichen Bauantrag für die Anlage zwar zügig stellen kann und dieser auch noch in diesem Jahr genehmigt werde, mit den Bauarbeiten könne allerdings frühestens im März kommenden Jahres begonnen werden. „Das Hauptproblem sind derzeit die Lieferzeiten für die großen Komponenten wie beispielsweise Transformatoren. Diese betragen derzeit bis zu 65 Wochen.“
Eigentlich war größere Anlage geplant
Wegen langer Lieferzeiten sei es erst unlängst zu größeren Problemen beim Bau eines Solarkraftwerks gekommen. Deshalb habe sein Unternehmen die interne Regelung getroffen, dass die Großkomponenten erst dann geordert werden, wenn Juwi das Baurecht in der Tasche habe. Noch nicht ganz geklärt sei zudem die Trassenführung für die Kabelstränge, über die die Anlage an das Umspannwerk der Pfalzwerke AG am Reckweilerhof an das Stromnetz angeschlossen werde. Hier stehe man noch mit einer Gemeinde in Verhandlung.
Die endgültigen Pläne, für die der Bauantrag gestellt werden soll, sehen eine Anlage mit einer Spitzenleistung von rund 19 Megawatt vor, die auf einer Fläche von knapp 20 Hektar entstehen soll. Ursprünglich sei eine deutlich größere Anlage auf einer Fläche von rund 30 Hektar mit einer Spitzenleistung von etwa 28 Megawatt geplant gewesen, sagte Bablitschky. Wegen Auflagen hinsichtlich des Naturschutzes sowie energietechnischer Probleme habe Juwi die Anlagenfläche und -leistung reduziert. „Eine 28-Megawatt-Anlage hätte mehr Strom produziert, als das Umspannwerk beim Reckweilerhof in der Lage gewesen wäre, ins Stromnetz einzuspeisen.“ Ein eigenes Umspannwerk bei Lohnweiler zu bauen, sei eine Alternative gewesen, aber aus wirtschaftlichen Gründen für Juwi derzeit nicht darstellbar, erklärte Bablitschky. Hinsichtlich der naturschutzrechtlichen Auflagen führte der Juwi-Vertreter aus, dass man unter anderem die Ausgleichsflächen innerhalb der Grenzen der PV-Anlage ausweise und den Abstand zum nahen Wald vergrößert habe.
Behörden äußern Einwände
Zudem habe die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange auf eine sogenannte Tiefenlinie aufmerksam gemacht, durch die bei Starkregen sehr viel Wasser aus dem Areal ins Tal abfließe. Diese müsse freigehalten werden.
Bevor der Bebauungsplan endgültig verabschiedet werden konnte, stand die vom Gesetzgeber vorgeschriebene zweite Runde des Beteiligungsverfahrens an, die für die Gemeinde vom Planungsbüro BBP aus Kaiserslautern übernommen wurde. Wie Carolin Faber und Valerie Barchet vom Planungsbüro in der Sitzung erläuterten, seien bei der zweiten Offenlegung der Pläne fast ausschließlich kleinere redaktionelle Änderungen angemahnt worden.
Ertragsfähigkeit der Fläche geprüft
Lediglich das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Kaiserslautern (DLR) habe sich vehement gegen die Pläne ausgesprochen. Nach Auffassung des DLR werde die Anlage auf zum Teil wertvollem Ackerland gebaut, das der Landwirtschaft entzogen werde. Barchet erklärte, man habe in Absprache mit der Verwaltung der VG die Bodenwertzahl untersucht. Diese ist ein Vergleichswert zur Bewertung der Ertragsfähigkeit landwirtschaftlicher Böden. Auf der Fläche, die für die PV-Anlage vorgesehen ist, liege dieser Wert unter 40, also unter der Obergrenze, die im neuen Flächennutzungsplan der VG für PV-Anlagen festgelegt wurde.
Info
Am Mittwoch, 26. April, 19 Uhr, findet im Sängerheim eine Infoveranstaltung zum Thema Windkraft statt. Dabei stellen zwei Projektierer ihre Pläne zum Bau eines Windparks auf dem Silberberg vor.