Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Lebensmittelautomaten im Kreis: Wurst und Käse auf Knopfdruck

An seinem Lebensmittelautomat in Konken sind die Eier aus Freilandhaltung ein Verkaufschlager, berichtet Betreiber Michael Schäf
An seinem Lebensmittelautomat in Konken sind die Eier aus Freilandhaltung ein Verkaufschlager, berichtet Betreiber Michael Schäfer.

Viele kennen das: Man sitzt auf der Couch und bekommt Lust auf einen Snack. Ein belegtes Brot wäre jetzt genau das Richtige. Man läuft zum Kühlschrank und stellt fest: Wurst und Käse sind leer. Der Weg zum nächsten Supermarkt ist – besonders auf dem Land – zu weit. Eine weitere Lösung sind Lebensmittelautomaten, die es auch im Kreis gibt. Das Angebot darin ist sehr unterschiedlich.

Zwei Lebensmittelautomaten stehen zum Beispiel in Konken an der Hauptstraße, ein weiterer an der Hauptstraße in Ruthweiler. „Darin findet man alle Lebensmittel für den täglichen Bedarf“, sagt Michael Schäfer. Wurst, Käse, Marmelade und Butter sind hinter der Scheibe zu sehen.

Schäfer will mit seinem Konzept in erster Linie die Nahversorgung auf dem Land verbessern. „Was früher ein Tante-Emma-Laden war, das ist heute ein Automat“, verdeutlicht der gebürtige Wahnwegener seine Intention. „Zehn Freilandeier für 3,50 Euro ist nicht viel teurer als in einem Supermarkt“, sagt er und ergänzt, dass die Eier, die er von einem Bauernhof in Landstuhl bezieht, würden besonder stark nachgefragt. Zudem gibt es kalte Getränke – darunter auch exotische Limonaden wie Mountain Dew und Dr Pepper. In einem weiteren Automaten in Ruthweiler bietet der 43-Jährige Eisbecher an. „Die sind auch im Winter beliebt, weil die Leute auch in der kalten Jahreszeit Eis als Dessert möchten“, schildert Schäder seine Beobachtung.

Grillgut im Sommer

Neben den Standardartikeln bestückt der Metzgermeister die Automaten auch mit Produkten, die an die aktuelle Saison angepasst sind. So findet sich darin im Sommer Grillgut. „Das wird gut angenommen“, merkt er an. Und zwar so gut, dass er die Grillwaren an manchen Sommerwochenenden zweimal täglich auffüllen muss – normalerweise werden die Automaten einmal pro Tag aufgefüllt. Über eine App könne er überprüfen, ob in den Automaten etwas fehlt, berichtet Schäfer. Neben den Eiern seien auch Wurstwaren und Süßigkeiten das ganze Jahr über sehr beliebt. In der Vorweihnachtszeit seien Bratwurst und Wiener die Verkaufsschlager.

Bürger zunächst skeptisch

Dass das Angebot so gut angenommen wird, war nicht immer der Fall. „Als ich 2019 den ersten Automaten in Konken aufgestellt hatte, war das eine sehr schwierige Zeit. Die Leute auf dem Land waren nicht so offen für Automaten. Sie haben sich nicht getraut, dort Lebensmittel zu kaufen, weil sie sehr skeptisch waren“, schildert Schäfer seine Erfahrungen. Neben den Automaten an der Straße betreibt Schäfer auch je einen Getränkeautomaten und einen mit süßen und herzhaften Snacks am Siebenpfeiffer-Gymnasium und im Schulzentrum am Rossberg in Kusel.

Schäfer will die Region unterstützen und sein Sortiment mit regionalen Produkten erweitern. Deshalb ist er auf der Suche nach Herstellern aus der Umgebung, die ihre Produkte in seinen Automaten anbieten möchten. „Das ist auch nachhaltiger, weil die Fahrtwege kürzer sind“, ergänzt er. Wer Interesse hat, kann sich bei ihm per E-Mail an Automatenstore24.7@gmail.com melden.

Leute rufen an, wenn etwas im Automat fehlt

Im Oberen Glantal finden sich seit einigen Monaten zwei Automaten mit Getränken, Süßigkeiten, Wurst- und Fleischwaren. Einer steht in der Breitenbacher Straße in Waldmohr und einer in Nanzdietschweiler am Sportplatz in der Hauptstraße. Diese werden von Petra Gries und ihrem Mann Mathias betrieben. Petra Gries hat eine kleine Landmetzgerei in Knopp-Labach, ihr Mann betreibt dort eine Landwirtschaft. Die Wurst- und Fleischwaren stellen die beiden selbst her.

Alle zwei Tage fahren sie die Automaten ab. „Wenn ein Fach leer ist, rufen die Leute direkt an“, erzählt Mathias Gries. Wildrohesser, Wildsalami und Currywurst in der Dose seien bei den Kunden am beliebtesten, berichtet Petra Gries. Zur Weihnachtszeit hatte das Paar die Automaten mit Hirschsalami in weihnachtlicher Hülle bestückt.

Auch E-Zigaretten befinden sich im Sortiment

Stefan Herrmann aus Waldmohr betreibt drei Automaten am Walter-K.-Hanß-Platz in Waldmohr. In einem bietet er eine breite Auswahl an Getränken in Dosen und in einem anderen Snacks und E-Zigaretten in 20 verschiedenen Geschmacksrichtungen an. „Die sind voll im Trend und werden sehr gut angenommen“, teilt er mit.

Milcheis gibt es an einem Automaten von Stefan Herrmann an einem Automaten am Walter-K.-Hanß-Platz in Waldmohr.
Milcheis gibt es an einem Automaten von Stefan Herrmann an einem Automaten am Walter-K.-Hanß-Platz in Waldmohr.

Der dritte Automat ist ein Eisautomat. Einen weiteren Eisautomaten will er in den nächsten Wochen wieder am Busbahnhof in Breitenbach aufstellen. Der war nach einem Aufbruch in Reparatur. Mit Vandalismus und Einbrüchen haben auch andere Inhaber von Lebensmittelautomaten in der Region zu kämpfen.

Weil sich seine Milchautomaten nicht rentieren, baut Landwirt Jörg Brassel sechs Stück im Kreis wieder ab.
Weil sich seine Milchautomaten nicht rentieren, baut Landwirt Jörg Brassel sechs Stück im Kreis wieder ab.

Sechs Milch-Automaten abgebaut

Nicht jedes Nahrungsmittel in Automaten wird von den Bürgern gut angenommen. Ein Beispiel dafür ist Milch. Landwirt Jörg Brassel will seine Milchautomaten in Konken, Kusel, Altenglan, Nanzdietschweiler, Waldmohr und Schönenberg-Kübelberg abbauen, weil der Milchverkauf zuletzt immer mehr abgenommen hat. Einer in Lauterecken wurde schon vor Monaten abgebaut, weil er nicht rentabel war.

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