Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Auftakt-Unfall juckt bei den „Bepas“ niemanden

Team „Bepa“ in Jubelpose, der Trainer mittendrin: Das war in der vergangenen Saison kein seltenes Bild. Und soll sich möglichst
Team »Bepa« in Jubelpose, der Trainer mittendrin: Das war in der vergangenen Saison kein seltenes Bild. Und soll sich möglichst oft wieder bieten.

Der TuS Bedesbach-Patersbach ist rein tabellarisch betrachtet die Nummer eins im Landkreis. Spielerisch wohl auch. Die „Bepas“, lange Jahre „Überlebenskünstler“ in der Bezirksliga, haben jetzt noch aufgerüstet. Liebäugelt da jemand mit dem Aufstieg?

Thomas Löber hat ja schon so ziemlich alles mitgemacht, was ein Fußballer wie auch ein Trainer im Laufe seiner Karriere so erleben kann. Was er in bald 50 Jahren, die er nun schon mit Bällen zu tun hat, nie gelernt hat, ist Sprüche klopfen. Da fehlt’s ein bisschen. Deshalb aber macht der Erdesbacher und Wahl-Reichenbacher auch keinerlei Wind darum, dass seine Mannschaft noch ein Stückchen stärker scheint als ohnehin – zumindest auf dem Papier.

Auch wenn Papier geduldig ist: Da steht immerhin ein Felix Kinder auf dem Bogen. Der hat lange für den VfR Baumholder auf Verbandsliga-Niveau gekickt, ist aber Glantaler Urgestein, also kein „Einkauf“. Könnte Kinder wie er wollte, es wäre für die „Bepas“ eine Riesensache. Er und Sportchef Tobias Daniel Seit’ an Seit’ im defensiven Mittelfeld: Diese Qualität sucht man weit und breit vergeblich.

Bestbesetzung nur ein Traum

Allerdings: Kinder plagt sich mit Verletzungen herum. Und da ist er beileibe nicht der einzige. Deshalb klingt es auch keinesfalls nach Understatement, wenn Trainer Löber lapidar feststellt: „Ja, wir haben schon an Qualität zugelegt, der Kader ist stärker geworden. Wenn alle spielen können, haben wir etwa 22 Mann, die für die Erste ins Auge zu fassen sind.“

Weil dem aber nicht so ist, der TuS-Coach von einer mutmaßlichen Bestbesetzung zurzeit nur träumen kann, ist auch von höheren Zielen keinerlei Rede. „Ganz klar: Aufstiegsrunde“, formuliert Löber die Zielsetzung für die neue Runde. Mehr nicht? „Das wird schon schwer genug“, gibt der Trainer zu bedenken. Fünf Teams hinter sich zu lassen, das sei kein Selbstläufer angesichts eines Liga-Feldes, das ausgeglichener und stärker als noch in der Runde zuvor daher komme.

Starke Jahre

Löber deutet Richtung Ramstein. Aufsteiger FV Olympia ist kein Kandidat für den Keller, eher ein Konkurrent derer, die sich im Spitzenfeld wiederfinden wollen. Die Auf- wie die Absteiger hätten beigetragen, das Niveau zu heben, verweist Löber etwa auch auf seine zweite Vereins-Heimat, den VfB Reichenbach.

Aufgerüstet haben die Nordpfälzer: Der SV Kirchheimbolanden etwa meldet durchaus Ambitionen auf einen Spitzenplatz – und mehr – an. Keine Frage: Die Nord-Gruppe in der erneut zweigeteilten Liga hat es in sich.

Nun hat zwar der TuS in den vergangenen beiden Jahren jeweils eine sehr gute Rolle gespielt, sogar lange Zeit ganz vorn gestanden. In Löbers erstem Jahr hat die Elf nicht ein einziges Pflichtspiel verloren. Wer weiß, wie weit die Euphorie die Glantaler noch getragen hätte, hätte da nicht Corona so böse reingegrätscht.

Auch im Folgejahr blieb der TuS lange ohne punktetechnische Blessur, blieb ungeschlagen bis in den Spätherbst hinein, musste dann allerdings der Tatsache Tribut zollen, dass das Team doch auch eine Weile über seine Verhältnisse gespielt haben mag.

Das Gerüst der Glantal-Elf spielt seit Jahren zusammen. Die Korsettstangen werden reifer, aber eben auch nicht jünger. Abwehrchef Christopher Steiger (immer), Tobias Daniel (immer, wenn fit) und Felix Becker ragen heraus aus dieser grundsoliden Truppe. Aber es braucht frische Kräfte. Vor Jahresfrist hat der TuS in Person von Offensiv-Schreckgespenst Jan-Luca Künstler einen Glücksgriff getan. Als solcher könnte sich jetzt auch David Selesi erweisen. „Klasse, der passt exakt zu uns“, freut sich Löber über diesen Neuzugang von der TSG Burglichtenberg, den keiner so recht auf der Rechnung hatte.

Sturm im Krankenstand

Vor einem Jahr hatte auch Pascal Rech tolle Ansätze gezeigt, zudem Arne Fruck auf sich aufmerksam gemacht. Nur: Rech hat sich ein Kreuzband gerissen. „Frühestens Oktober“, seufzt Löber. Künstler hat sich an der Hand verletzt und wird ebenfalls eine Weile ausfallen. Felix Becker hat geheiratet und einen Teil der Vorbereitung verpasst. Er ist aber da – anders als Max Maurer, der die Folgen einer früheren Verletzung auskurieren muss. Der schnelle Außenstürmer fehlt merklich. „Wir haben also fast ohne Sturm dagestanden“, macht Löber deutlich, dass eben doch noch einiges hakt.

Insgesamt sei die Vorbereitung gut gelaufen. „Wir haben viel und hart gearbeitet“, die Ergebnisse waren gut – bis auf den Unfall im Verbandspokal. „Der Sieg der Kuseler war verdient“, blickt Löber auf das 1:3 gegen A-Klassen-Klub FVK zurück. Pokalaus? Kein Beinbruch. Zum Bezirksliga-Auftakt kommt nun die SG Finkenbach (Sonntag, 16 Uhr). „Gegen die wollen wir jetzt endlich mal einen Heimsieg“, fordert Löber. Wäre auch wichtig: Der TuS hat immerhin das härteste Auftakt-Programm, das man sich vorstellen kann. FV Ramstein, SV Kibo, Nanz-Dietschweiler folgen – das wird kein Zuckerschlecken.

Der Kader

Zugänge: Boris Bollenbacher (eigene Jugend), Kevin Hebel (FV Kusel), Felix Kinder (VfR Baumholder), David Selesi (TSG Burglichtenberg), Abdul Antar (SG Konken/Pfeffelbach)

Abgänge: keine

Tor: Felix Niebergall, Andre Mahler

Abwehr: Tim Alles, Philipp Allmann, Tim Burchert, Christoph Fauss, Jan-Luca Horbach, Naveed Iqbal, Jens Ludwig, Kevin Müller, Christopher Steiger,

Mittelfeld und Angriff: Felix Becker, Jan Börtzler, Tobias Daniel, Maxi Dietz, Arne Fruck, Kevin Hebel, Felix Kinder, Luca Künstler, Lasse Leyser, Tim Ludwig, Max Maurer, Pascal Rech, Jerome Sefert, David Selesi, Dominik Wörner

Trainer: Thomas Löber (seit 2020)

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