Kreis Kaiserslautern
Warum die Arbeiterwohlfahrt in der Westpfalz fusionieren will
„Leider wird es immer schwerer, einen kompletten Vorstand für alle drei Verbände zu finden. Die Fusion ist notwendig, um die Funktionsfähigkeit der AWO über die ganze Westpfalz zu gewährleisten“, erläutert der Bruchmühlbacher auf RHEINPFALZ-Anfrage die Gründe für die geplante Verschmelzung. Außerdem wolle man seine Kräfte bündeln, um als AWO wieder stärker in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Bisher gebe es kaum Kontakte untereinander, gerade auch zu den Ortsverbänden in Rammelsbach, Altenglan und Kusel im Nachbarkreis, hofft er auf eine bessere Vernetzung nach der Fusion. „Ein Ziel sind mehr zentrale Veranstaltungen“, sagt Hirsch. Zugleich wolle man aber auch gegenüber der AWO Pfalz mit Sitz in Neustadt „die Fahne hochhalten“: „Für jeden Verband alleine ist das schwierig, aber wenn die AWO Westpfalz mit einer Stimme sprechen würde, dann wäre das schon mal nicht schlecht“, findet Hirsch.
Der Stadtverband Kaiserslautern hat 195 Mitglieder, teilt Vorsitzender Klaus Hochwärter auf Anfrage mit. Hier bietet die AWO zwei Seniorentreffs und einen Jugendtreff an. Das Alex-Müller-Seniorenheim werde hingegen von der AWO Pfalz betrieben, stellt Hochwärter klar.
Im Landkreis Kaiserslautern kommen die drei Ortsverbände in Hochspeyer, Steinwenden und Bruchmühlbach-Miesau insgesamt ebenfalls auf knapp 200 Mitglieder, die sich laut Hirsch „ziemlich gleichmäßig“ auf die drei Gemeinden verteilen. Vor allem in Bruchmühlbach-Miesau gibt es mehrere Angebote, die in der Bevölkerung gut ankommen: Neben dem Bürgerbus, der seit neun Jahren seine Runden durch die ganze Verbandsgemeinde dreht, betreibt die AWO dort seit acht Jahren eine Kleiderkammer mit Secondhand-Ware. Seit zwei Jahren gibt es einmal im Monat das Repaircafé „Mach-Bar“, in dem Ehrenamtliche ein Zeichen gegen die Wegwerfkultur setzen. Im „Digitalausschuss“, der zusammen mit der Verbandsgemeinde betrieben werde, erhalten ältere Menschen praktische Hilfe beim Umgang mit Internet, Smartphone und Computer. Darüber hinaus bietet die AWO Bruchmühlbach immer wieder Informationsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen an: Am 1. Dezember beispielsweise werde ein Fahrlehrer die Bürger über die Neuerungen in der Straßenverkehrsordnung unterrichten, kündigt Hirsch an. Für ihn steht daher fest: „Da ich daheim in Bruchmühlbach mit all unseren Aktivitäten genug zu tun habe, werde ich nach der Fusion nicht mehr für einen Vorstandsposten kandidieren.“
Die Fusion zum neuen AWO-Kreisverband Westpfalz soll laut Hirsch im zweiten Quartal 2024 stattfinden. Zuvor wird noch in diesem Jahr in allen Ortsverbänden über die Verschmelzung abgestimmt. Bruchmühlbach hat bereits grünes Licht gegeben. In der Stadt muss erst noch entschieden werden: „Die Abstimmung über die Fusion erfolgt bei uns auf der Jahreshauptversammlung im November“, sagt Klaus Hochwärter, der nach eigener Aussage nach der Verschmelzung wieder für einen Vorstandsposten kandidieren möchte.