Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Geld sparen mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten

 Christine Geib-Günther und Jürgen Günther setzen auf Nahrungsmittel aus dem eigenen Garten.
Christine Geib-Günther und Jürgen Günther setzen auf Nahrungsmittel aus dem eigenen Garten.

Corona und die explodierenden Lebensmittelpreise lassen manch einen darüber nachdenken, selbst Gemüse und Obst anzubauen. Aber lässt sich damit Geld sparen? Welche Sorten eignen sich für Anfänger? Was gibt es jetzt noch zu tun und wie kann man eine reichhaltige Ernte vor dem Verderben bewahren? Drei Vorsitzende von örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen (OGV) kennen die Antworten.

Für Jürgen Günther vom OGV Steinwenden ist die diesjährige Ernte abgeschlossen. Die Karotten lagert er in einer Erdmiete im Freien. „Das hat sich recht gut bewährt. Man muss aber öfters kontrollieren, ob Schnecken oder Mäuse dran gehen“, erzählt er. Sein Gartenjahr hat schon Bohnen, seltene Kartoffeln, Paprika, Auberginen, Tomaten und Kräuter hervorgebracht. „Es ist schön, wenn man nicht einkaufen muss und vor der Nase ernten kann“, sagt er und fügt an: „Man muss aber auch ernten, wenn es reif ist.“ Das kann viel Arbeit und Zeitaufwand bedeuten, denn verkommen soll ja schließlich nichts. Aber: „Man schätzt die Lebensmittel mehr, weil man weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt.“ Zu bedenken gibt er, dass die Wildkräuter regelmäßig gezupft werden müssen und sich jemand finden muss, der bereit ist, während des Urlaubs zu gießen.

Bei weniger als zehn Grad Außentemperatur und den kurzen Tagen tritt die Natur – und damit auch der Garten – in die Ruhephase ein. Wer aber ans nächste Jahr denkt, der kann noch Obstbäume oder Beerensträucher setzen, weiß Günther. Berufstätigen oder Neulingen rät er, im Frühjahr mit Salatpflänzchen, Radieschensamen und Kräutern anzufangen, die nicht allzu viel Aufmerksamkeit wünschen und überhaupt eher nach Pflänzchen zu greifen, als selbst welche auf der Fensterbank anzuziehen. Klappt es, könne man später mit Zucchinis und Kürbissen weitermachen. Ein Garten muss es nicht immer sein. Hochbeet und Töpfe können es auch erst einmal tun, zum Beispiel für Tomaten. „Allerdings trocknet dann der Wurzelballen schneller aus als in der Erde, es muss mehr gegossen werden.“ Dass mit einem Selbstversorgergarten gespart werden kann, bezweifelt Günther nicht. Er sagt aber auch: „Die Arbeit darf man nicht rechnen.“

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Für Claus Rosenbauer vom OGV Bruchmühlbach steht das Sparen beim Gärtnern nicht im Vordergrund. Er sagt: „Die Sachen schmecken einfach besser und sie sind ganz frisch.“ Als Beispiel nennt er Tomaten und Radieschen, die im Hochbeet direkt vor der Terrasse gedeihen und ganz spontan in der Küche Verwendung finden. Zudem gibt es noch ein Gewächshaus. Sogar jetzt können er und seine Frau Anette noch etwas Pflücksalat ernten. „Es macht zufrieden, wenn man sieht, wie die Natur das hochbringt und man kann es den Enkeln zeigen.“

Für diejenigen, die sich mit dem Gärtnern beschäftigen möchten, ist der Herbst ein guter Zeitpunkt, um zu planen und Vorbereitungen zu treffen. „Wenn man aus einer Rasenfläche einen Selbstversorgergarten machen möchte, kann man im Herbst das Gras entfernen und mit Erde auffüllen, um dann im Frühjahr zu beginnen. Das lohnt sich immer, des Geschmacks und der Frische wegen“, ermuntert er. Fürs Hochbeet empfiehlt er, etwas Pferdemist einzuarbeiten. Er hat damit gute Erfahrungen gemacht. Seine Frau, eine erfahrene Blumen- und Gemüsegärtnerin, zieht bereits im Februar Tomaten und Paprika aus Samen auf der Fensterbank. Die Pflänzchen kommen ab März ins Gewächshaus, die ersten Tomaten werden dann schon im Mai aufgetischt.

Rosenbauer freut sich über Interessierte, die auf ihn und die anderen Mitglieder zugehen, um von ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zu profitieren. Aus diesem Grund präsentiert sich der Verein auch bei Veranstaltungen im Ort und steht bei Fragen zur Verfügung.

Nicht anders ist es beim OGV Schopp. Mit seinem Schulgarten in zentraler Lage, der vor einigen Jahren angelegt wurde und von Mitglied Klaus Soffel betreut wird, verfügt der Verein über einen Vorzeigegarten. Der kommt nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei deren Eltern gut an. „Viele junge Leute im Ort zeigen Interesse am Gartenbau“, erzählt Vorsitzender Werner Mang. Laut ihm stehen dabei Hochbeete und Kübel hoch im Kurs. Bei Fragen erkundigen sie sich bei ihm und seinen Vereinskollegen oder holen sich Rat bei den monatlichen Sitzungen ein. „Wer uns fragt, bekommt immer eine Antwort“, betont er.

Der Vorsitzende bedauert, dass viel altes Gartenwissen im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten ist. Klar, ein Garten pflegt sich nicht von alleine. „Man muss jäten, hacken und gießen – diese Zeit muss da sein.“ Einen großen Vorteil im eigenen Garten sieht er darin, dass man die Früchte seiner Arbeit mit Genuss essen kann, denn: „Man weiß ja, was man gepflanzt hat und ob und wie es behandelt wurde.“

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