Kreis Kaiserslautern
Durchwachsener Dezember löst regenreichen November ab
Im November führten die Wolken die Regie beim Wetter. Insgesamt war der Himmel zu 84,8 Prozent von Wolken überzogen, was etwas über dem Durchschnitt liegt. Die Sonnenscheindauer erreichte hingegen nur 24 Stunden. Das entspricht 45,9 Prozent des langjährigen Mittels.
Immer wieder regnete oder nieselte es, nämlich an 26 von 30 Tagen. Zudem trieb teilweise lebhafter Wind peitschende Schauer übers Land. Die Niederschlagsmenge lag in Lambsborn bei beachtlichen 160,2 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht 191,4 Prozent des langjährigen Monatsmittels von 83,7 Liter pro Quadratmeter. Damit war dies nach 1996 der regenreichste November. Damals fielen sogar 181,2 Liter pro Quadratmeter. In Martinshöhe fielen im vergangenen Monat 141,6 Liter, in Morlautern 106,4 Liter pro Quadratmeter und in Landstuhl 159 Liter. Als Schnee oder Schneeregen fiel der Niederschlag an zwei Tagen vom Himmel.
Die Tagestemperaturen pendelten über weite Strecken des Monats zwischen sieben und 14 Grad. Das Mittel der Lufttemperatur lag im Oktober in der Westpfalz mit 6,1 Grad Celsius um 0,7 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert der vergangenen 25 Jahre, aber um 1,7 Grad über dem 30-jährigen Referenzzeitraum von 1961 bis 1990. Frostig wurde es an sechs Tagen, tagsüber stieg die Temperatur aber immer über den Gefrierpunkt. Bodenfrost konnte jedoch an zehn Tagen registriert werden. Am kältesten war es am 29. November mit minus 3,7 Grad. Zur Monatsmitte hatte das Thermometer noch milde 14,3 Grad angezeigt.
So wird der Dezember
Momentan herrscht eine enorme Unsicherheit bei den unterschiedlichen Wettermodellen. Während der Anfangsphase des Dezembers befindet sich unsere Region zwischen Tiefdruck- und Hochdruckgebieten sozusagen im meteorologischen Niemandsland. Kleinere Feuchtepakete können uns vielleicht treffen und je nach Höhenlage etwas Schneefall bringen. Sonst bleiben die Wolken insgesamt zäh und lassen nur selten Sonnenstrahlen durch. Besonders auf der Sickingerhöhe oder auf den Höhen des Pfälzerwaldes ist es oft auch neblig-trübe. Sollte der Himmel nachts für längere Zeit aufklaren, rutscht das Quecksilber durchaus mal in den mäßigen Frostbereich von minus acht bis minus fünf Grad. Über einer möglichen Schneedecke wird es sogar noch etwas kälter.
Nach der Wochenmitte rücken uns voraussichtlich atlantische Tiefdruckgebiete auf die Pelle, auf deren Vorderseite von Südwesten her spürbar mildere, rückseitig aber wieder etwas kältere Luft nach Mitteleuropa transportiert wird. Bei zeitweise auffrischendem Wind fällt phasenweise Regen, nur selten Schnee.
Danach könnte sich über dem europäischen Kontinent Hochdruckeinfluss aufbauen. Die dadurch verbundene Wetterberuhigung führt dazu, dass die Luft abkühlt. Gleichzeitig breiten sich neue Nebel- oder Hochnebelgebiete aus. Im Dauergrau bewegen sich die Temperaturen sowohl tagsüber als auch nachts zwischen dem Gefrierpunkt und sechs Grad.
Milde Ozeanluft könnte weiße Weihnacht verhindern
Wahrscheinlich kommt zum kalendarischen Winteranfang, 22. Dezember, wieder mehr Bewegung in die Wetterküche, wenn sich das Hoch abschwächt und entfernt und vom Atlantik neue Schlechtwettergebiete heranziehen. Diese Entwicklung dürfte dann auch entscheidend für unser Weihnachtswetter sein. Im Zustrom von milder Ozeanluft wird Schnee vermutlich kein Thema sein. Es wäre aber möglich, dass in der Zeit zwischen den Jahren die polare Kaltluft angezapft wird, sodass sich zumindest ein kurzes winterlichen Intermezzo nicht ausschließen lässt. Dabei werden wahrscheinlich aber nur die Höhenlagen mit etwas Schnee überzuckert.
Nach kurzer Wetterbesserung rücken zum Jahresausklang von Westen her die nächsten Störungsfronten mit milderer Luft nach. Im Übergangsbereich droht kurzfristig Schneefall oder gefrierender Regen mit Glatteis.
Letztendlich wird der Dezember gegenüber dem Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre etwa ein bis zwei Grad zu warm ausfallen. Die Niederschlagsmenge sollte den Monatssollwert erreichen oder leicht überschreiten, die Sonnenscheindauer den langjährigen Mittelwert wohl etwas unterbieten. Mögliche Tendenz für den Folgemonat: Der Januar könnte dank höheren Luftdrucks eher ruhig, trocken und mäßig kalt verlaufen.