Wochen-Spitze RHEINPFALZ Plus Artikel Wohin mit dem Narrenschiff?

„Nicht zu diesem Preis, Landratte!“
»Nicht zu diesem Preis, Landratte!«

Der nächste Fasnachtsumzug kommt bestimmt. Da wäre es doch toll, wenn man schon einen Fasnachtswagen hätte. Das denkt man sich auch in Scheibenhardt und bietet kurzerhand seinen opulenten Motivwagen zum Kauf an. Nachhaltig ist das auf jeden Fall.

Fasnacht ist kaum vorbei, da beginnt im Prinzip die Planung für die nächste Kampagne. Denn Rucki-Zucki startet schon wieder die fünfte Jahreszeit – mit den Umzügen als Höhepunkt. Und wer bei einem närrischen Lindwurm mit einem Mottowagen für Aufsehen sorgen will, der muss sich nicht nur schon früh Gedanken machen, sondern viel Zeit, Mühe und auch Geld investieren. Denn in zwei, drei Tagen mit Hammer, Nägeln und ein paar Sperrholzplatten einen attraktiven Faschingswagen zusammenzunageln – das wird nicht funktionieren.

Wirklich schade ist es, wenn so ein gelungener Karnevalswagen am Aschermittwoch wieder auseinandergeschraubt werden muss. Klar, die Umzüge in der Region sind gut verteilt. Man findet von Samstag bis Fasnachtsdienstag immer einen Ort, in dem man sich zur Freude der Organisatoren am jeweiligen Umzug beteiligen kann. Und so können sich einige Tausend Narren am Wegesrand an dem närrischen Gefährt erfreuen. Aber reicht das? Nein, da geht sicher mehr.

Das hat man sich auch beim Jugendzentrum in Scheibenhardt gedacht. Die Mitglieder des Juze haben ein imposantes Piratenschiff gebaut. Und an dem sollen sich auch in Zukunft die Besucher von Fasnachtsumzügen erfreuen. Und nicht nur die: Auch für Festumzüge jeglicher Art ist das gute Stück hervorragend geeignet. Kurzerhand wurde das Narrenschiff deshalb im Internet offeriert.

Stolzer Preis

Auf Kleinanzeigen.de, zwischen Autoreifen, Barbiepuppen und Fressnäpfen für Yorkshire Terrier, lässt sich nun auch der Scheibenhardter Faschingswagen finden. Inseriert wurde er direkt am Fasnachtsdienstag, kurz nachdem der letzte Narrhalla-Marsch verklungen ist.

Die Beschreibung des Faschingswagens „Piratenschiff“ klingt überzeugend. Das Schiff ist demnach komplett aus 20-Millimeter-Schalbrettern gebaut, die Masten sind über eine Seilwinde abklappbar. Die seitlichen Kanonen lassen sich pneumatisch ein- und ausfahren. Das Schiff hat eine Länge von 11,8 Meter, eine Breite von 2,65 Meter im unteren Bereich und eine Breite von 3,2 Meter oben. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass der Hänger auf beiden Achsen über eine Zwillingsbereifung verfügt, er ist druckluftgebremst und hat ein Luftfahrwerk. Eine Zulassung für 80 Stundenkilometer ist nach Angaben der Erbauer möglich. Dazu gibt es jede Menge Fotos, die auch einen Eindruck vom geräumigen Innenleben vermitteln. Francis Drake, Henry Morgan oder Käpt’n Blackbeard hatten da sicher weniger Komfort.

Bleibt noch der Preis. Der wird mit 11.999 Euro angegeben. Nicht wirklich ein Schnäppchen. Für so viel Geld bekommt man locker einen Kleinwagen. Der passt in jede Garage – und fährt in der Regel schneller als 80 km/h. Aber der macht natürlich nicht so viel her und die Teilnahme an einem Fasnachtsumzug ist eher unwahrscheinlich. Also dann doch lieber in das Piratenschiff investieren. Nur irgendwie stört der Preis. 11.999 Euro? Das ist doch nicht närrisch, oder? 11.111 Euro wäre ein adäquater Preis. Nun ja, die Inserenten haben hinter ihre Preisvorstellung ein „VB“ platziert, also Verhandlungsbasis. Da geht sicher noch was ...

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