Kreis Germersheim Wochen-Spitzen:

Die Bundeswehr als Theaterbühne? Die Krisenherde dieser Welt als Regievorlage? Wenn es auch aufs erste Hinhören recht lustig klingt, dass die Bundeswehr in Germersheim Laienschauspieler zur Übung für den Kriseneinsatz sucht, ist der Hintergrund leider oft blutiger Ernst. Ein unabhängiger und typgerechter Schauspieler kann eine Alltagssituation in einem Krisengebiet besser nachstellen, als ein 20-jähriger Freiwilliger, der selbst Soldat ist. Das leuchtet ein. Dass die Schauspieler dann auch noch möglichst eine fremde Sprache sprechen – arabisch, englisch, russisch – macht die Sache noch etwas authentischer. Wenn allerdings diese Art der Übung so eine wertvolle Verbesserung der Ausbildung ist, wie von der Bundeswehr dargestellt, müssen sich doch Generäle und Verteidigungspolitiker fragen lassen, weshalb sie kein Geld für Profis in die Hand nehmen. Für Menschen, die tatsächlich die fremden Sprachen sprechen, die fremden Bräuche kennen, weil sie Wurzeln in den Krisengebieten haben. Das wäre fast lebensecht. Und eigentlich das Mindeste, was man einem Soldaten an Ausbildung bieten kann, der im Einsatz sein Leben riskiert. Eine Lösung, die wahrscheinlich viel zu einfach ist, als dass sie eine Chance zur Verwirklichung hat, präsentierte diese Woche die Bürgerinitiative Verkehrsentlastung Verbandsgemeinde Bellheim. Statt um Bellheim, Knittelsheim, Ottersheim herum Umgehungsstraßen mit umständlichen und langwierigen Genehmigungsverfahren zu bauen, schlägt die Bürgerinitiative vor, eine Straße von der B 9 bei Rülzheim bis zur A 65 bei Landau zu bauen. Einfach durch die Felder, fast kerzengerade und weit an allen Wohnhäusern vorbei. Dann könnte der Ost-West-Verkehr zwischen B 9 und A 65/B 10 problemlos fließen und die lärmgeplagten Durchgangsstraßenanwohner in Bellheim, Knittelsheim und Ottersheim hätten ruhigere Zeiten dank Lkw-Durchfahrtsverbot. Vielleicht greift ja auch jemand mal wieder die alte Idee vom Ausbau der B 272 und B 35 als länderübergreifende Ost-West-Verbindung zwischen A 5 und A 65/B 10 auf. Vieles scheint (nicht nur) aus BI-Blickwinkel sinnvoller, als jahrelange Debatten um Umgehungen und Spangen. Unglücklicher Zufall oder doch werbetechnische Absicht? Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Jedenfalls erweitert die Sparkasse jetzt mit ihrem Bürgerpreis-Motto die Horizonte, die die Volksbanken schon lange vorher geöffnet haben. „Kultur leben – Horizonte erweitern“ heißt das Motto des aktuellen Wettbewerbs um den Bürgerpreis der Sparkassen. Mit dem Slogan „Wir öffnen Horizonte“ wirbt seit Jahrzehnten die Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken für ihre R+V-Versicherung. Allerdings hat weder die eine Kasse noch die andere Bank bis jetzt gemerkt, dass es hinterm Horizont auch noch viel weiter geht. Das blieb Udo Lindenberg vorbehalten. „Hinterm Horizont geht′s weiter, ein neuer Tag. Hinterm Horizont immer weiter, zusammen sind wir stark!“, singt Lindenberg. Sparkasse und Volksbank zusammen? Was das nun schon wieder soll? Schönes Wochenende

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