Neupotz FC Viktoria soll Kunstrasenplatz erhalten

Verlegung des Kunstrasens im Rülzheimer Stadion vor rund fünf Jahren.
Verlegung des Kunstrasens im Rülzheimer Stadion vor rund fünf Jahren.

Nur einstimmige Beschlüsse fasste der Ortsgemeinderat Neupotz bei seiner Sitzung am Mittwochabend. Und am Ende gab es sogar noch Beifall von Zuschauern.

Von den Zuhörern, von denen die meisten nur unschwer als Angehörige der Fußballvereins Viktoria zu erkennen waren, gab es Beifall. Aber auch aus den Reihen der Ratsmitglieder. Denn beide Seiten konnten sich über eine gute Vereinbarung freuen, in deren Mittelpunkt die Umwandlung des bisherigen Tennenhartplatzes in einen Kunstrasenplatz steht. Dieser Auftrag wird durch die Firma Becker aus Zuzenhausen für den Bruttopreis von rund 703.216 Euro ausgeführt.

Nicht nur der Preis, sondern auch weitere Qualitätsmerkmale waren zu berücksichtigen. Dazu zählten die Verschleißbeständigkeit, die Zugfestigkeit, die Stichzahl, das Florgewicht und die Produktgarantie. Nach Gesprächen zwischen der Vorstandschaft der Viktoria und Ortsbürgermeister Roland Bellaire (CDU), die sehr konstruktiv verlaufen seien, wie zu hören war, wird der FC Viktoria eine Finanzierungsvereinbarung unterzeichnen, aus der hervorgeht, wie der Eigenanteil des Vereins finanziert wird.

Verein muss zustimmen

Aufzubringen sind einschließlich der Baunebenkosten in Höhe von 81.000 Euro insgesamt 784.000 Euro. Davon trägt die Ortsgemeinde einen Anteil von 425.000 Euro. Außerdem bekommt sie einen Zuschuss vom Land über den Goldenen Plan in Höhe von 104.000 Euro. Für den Verein bleibt eine Restsumme in Höhe von 254.000 Euro übrig. Um diese aufzubringen, kann der FC Viktoria den Zuschuss von 100.000 Euro der Stiftung des Mäzens und SAP-Mitbegründers Dietmar Hopp zurückgreifen. Auch wirbt man derzeit um Spenden, will Eigenleistungen erbringen und Barmittel verwenden. Den finanziellen Kraftakt will der Vorstand des FC Viktoria, so sein Vorsitzender Kevin Heid, bei einer Mitgliederversammlung beschließen lassen. Diese soll, so Heid, Ende Juni stattfinden.

Zwischen Gemeinde und Verein sollen auch neue Vereinbarungen zur Unterhaltung von Kunstrasen- und Naturrasenplatz getroffen und vertraglich festgelegt werden. Diese werden dann zum 1. Januar 2024 in Kraft treten und für beide Seiten verbindlich sein, so der Beschluss des Ortsgemeinderates. Da die Ortsgemeinde derzeit keinen ausgeglichenen Haushalt vorweisen kann, steht die Aufnahme des Kredites zur Finanzierung des restlichen Gemeindeanteiles für den Kunstrasenplatz allerdings unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kommunalaufsicht. Dies wurde gleich zu Beginn der Sitzung deutlich, als Ortsbürgermeister Roland Bellaire (CDU) über die Haushaltsverfügung durch die Kreisverwaltung Germersheim informierte. Neupotz müsse vor allem über „Einsparpotenziale“ bei den freiwilligen Aufgaben nachdenken, hieß es dort. Die Hebesätze für die Gemeindesteuern hatte der Rat bereits auf die Nivellierungssätze des Landes angepasst. Werden Kredite erforderlich, wie etwa zur Finanzierung des Kunstrasenplatzes, dann müssen diese zuvor von der Kommunalaufsicht genehmigt werden.

Kunstrasen höchste Priorität

Hierzu stellte CDU-Sprecher Christian Hammer fest, dass eine Gemeinde halt in Vorleistung gehen müsse, wenn sie Bau- oder Gewerbegebiete erschließen wolle. Beim Verkauf der Flächen fließe dann wieder Geld in die Kasse der Gemeinde. Seine Fraktion freue sich über den einstimmigen Vergabebeschluss für den Kunstrasenplatz. Für die Freie Wählergruppe merkte Christoph Heid an, dass man sich Gedanken über die Zahl der öffentlichen Gebäude machen müsse und mahnte die Erstellung einer Prioritätenliste an. An erster Stelle stehe für seine Fraktion dabei der Kunstrasenplatz. Heid würdigte, wie zuvor bereits CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Hammer, auch die positiven Gespräche, die im Vorfeld der Sitzung geführt wurden. „Man sei jetzt auf einem guten Weg“, so der FWG-Sprecher. Danach müsse man sehen, welche Projekte in welcher Reihenfolge angegangen werden. Dass nahezu alle Kommunen, Gemeinden wie Landkreise, verschuldet seien und ähnliche Probleme wie Neupotz hätten, ergänzte Joachim Burger (CDU).

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