Dirmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Zehn Jahre bis Spatenstich: „Spüren massiv den Fachkräftemangel“

Erleichterte Gesichter beim Spatenstich, mittendrin Ministerin Eder.
Erleichterte Gesichter beim Spatenstich, mittendrin Ministerin Eder.

Hoher Besuch am Freitag zum Spatenstich der Renaturierungsmaßnahme am Eckbach. Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) unterstrich die Bedeutung derartiger Projekte, Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG) war einfach nur erleichtert.

„Ich hatte es den Kindern versprochen, die damals in der Gemeinderatssitzung waren“, sagte Eberle am Freitag. Neben ihm stand Katrin Eder (Grüne), Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz. „Das war vor zehn Jahren“, fügte Eberle trocken hinzu. Der Spatenstich für die Eckbachrenaturierung und Fischaufstiegsanlage – und in dem Zusammenhang die Gestaltung eines Wasserspielplatzes – ist der geeignete Anlass, um noch einmal die Ausmaße des Projekts vor Augen zu führen.

Weil die Ortsgemeinde seinerzeit Geld für die Festhallensanierung gebraucht habe, seien Grundstücke verkauft und zu Bauland gemacht worden, auf denen einst Spielplätze waren. Eberle versprach den daraufhin aufgebrachten Eltern und Kindern, den bestehenden Spielplatz am Eckbach als Wasserspielplatz deutlich aufzuwerten. Immer wieder jedoch musste der Start der Maßnahmen verschoben werden. „Eine Jahrhundertgeburt“, bezeichnete eine Dirmsteinerin das Projekt, die am vergangenen Freitag dem Termin beiwohnte.

Keine Geldfrage

„Am Geld lag es nicht“, antwortete Katrin Eder, von der RHEINPFALZ am Rande der Veranstaltung auf die lange Dauer bis zur Umsetzung des Projekts angesprochen. Das Land, dem es hier mehr um die Renaturierung der Gewässer mit Blick auf die EU-Wasserrahmenrichtlinie gehen dürfte als um den Spielplatz, fördert die Maßnahme mit rund einer Million Euro und finanziert das Vorhaben damit zu 90 Prozent. Dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Leiningerland, Martin Rüttger (CDU), zufolge ist die Renaturierung des Eckbachs im Jahr 2022 damit eines der kommunalen Projekte in Rheinland-Pfalz mit der höchsten Fördersumme gewesen.

Es gebe auch Maßnahmen, die schneller gestartet werden können, meinte Eder. Grundsätzlich würden die mangelnde Verfügbarkeit von Planungsbüros und der Personalmangel in den Behörden dazu beitragen, dass sich derartige Projektplanungen so lange hinauszögern. „Wir spüren den Fachkräftemangel massiv“, sagte Eder.

Die Renaturierung des Eckbachs, die mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche schlägt, von denen die Ortsgemeinde Dirmstein 36.800 Euro für den Spielbereich selbst aufbringen muss, wird vom Planungsbüro Valentin aus Ebertsheim umgesetzt. „Das wird eins meiner letzten Projekte sein“, sagte Andreas Valentin am Freitag. Er hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Renaturierungsprojekte dieser Art in der Umgebung umgesetzt.

Erster Bauabschnitt bis November

In Dirmstein starten die Maßnahmen nun in dieser Woche. Ab dem östlichen Ortsrand von Laumersheim soll der Eckbach der VG Leiningerland zufolge bis zum Spielplatz in Dirmstein beim Dicken Baum „naturnah umgestaltet“ werden. Im ersten Bauabschnitt bis November 2024 soll der Teil ab der Spormühle bis zur Brücke am Soccerpark inklusive der Herstellung eines Wasserspielbereichs und gemeindlichen Spielplatzes umgesetzt werden. Der zweite Bauabschnitt, der Teil zwischen Laumersheim und Dirmstein, werde Andreas Valentin zufolge bis zum Herbst 2025 fertiggestellt. Die Verbandsgemeinde begleitet die Baumaßnahmen unter anderem mit einer Drohne, mit deren Hilfe es später einmal ein Video von der schrittweisen Renaturierung geben soll.

Katrin Eder betonte am Freitag die Wichtigkeit der Renaturierung, von denen es im ganzen Bundesland vergleichbare Maßnahmen gebe. Ziel sei es, die Gewässer, die in früheren Zeiten begradigt und teilweise einbetoniert wurden, zu renaturieren. Das Dirmsteiner Projekt sei besonders, weil es sich im Gegensatz zu den meisten anderen Maßnahmen um eine innerörtliche Renaturierung handle.

„Erleichtert“, antwortete Bernd Eberle auf die Frage, wie es ihm damit geht, dass das Projekt noch während seiner Amtszeit gestartet werden konnte. Sein Versprechen an die Kinder von damals konnte er halten. Darüber freuen kann sich jetzt eine neue Generation Dirmsteiner Kinder.

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