Grosskarlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Behörde bremst Eiscafé auf Kirchplatz aus

Links befindet sich das Eiscafé, rechts der Kirchenvorplatz. Dazwischen verlaufen zwei Straßen.
Links befindet sich das Eiscafé, rechts der Kirchenvorplatz. Dazwischen verlaufen zwei Straßen.

Dass der kleine Kirchenvorplatz im Dorfzentrum zu einem Sitzbereich für das dort ansässige Eiscafé umfunktioniert werden könnte, daran arbeiten die protestantische Kirchengemeinde und die Café-Inhaber seit einiger Zeit. Erst Ende Juli hat die Kirche grünes Licht gegeben. Doch nun verschiebt sich das Projekt erneut, denn die Kreisverwaltung will ein Wörtchen mitreden.

Gleich nach seinem Urlaub hatte sich Angelo Di Bello mit Helfern an die Arbeit gemacht und Gestrüpp auf der Freifläche vor der evangelischen Kirche in der Hauptstraße entfernt. „Es sieht alles schon viel größer und sauberer aus“, sagte der Inhaber der Di Bello Gelato Panini Bar Ende Juli gegenüber RHEINPFALZ. Damals rechnete er mit einer Eröffnung des bestuhlten Außenbereichs auf dem Kirchenvorplatz etwa Mitte August. Spricht man Di Bello jedoch in diesen Tagen auf das Thema an, möchte er am liebsten gar nichts sagen. Die Bestuhlung ist immer noch nicht realisiert, eine Bewirtung vorerst nicht möglich.

Auch Franziska Boltenhagen, die Großkarlbacher Pfarrerin, wirkt etwas überrascht von der neuen Sachlage. Das Presbyterium hat erst im Sommer nach teils öffentlich geführten Diskussionen grünes Licht für den Pachtvertrag gegeben. Der erneute Tritt auf die Bremse kommt nun von der Kreisverwaltung Bad Dürkheim. „Es müssen noch Genehmigungen eingeholt werden“, sagt Boltenhagen auf RHEINPFALZ-Anfrage. Sie sei an der Sache dran, müsse aber nach dem Urlaub erst mal die Lage sondieren.

Behörde könnte Parkplätze verlangen

„Es ist bedauerlich, dass das im Vorfeld nicht bekannt war und jetzt im Nachhinein erst hochkommt“, meint Ortsbürgermeister Paul Schläfer (FWG). „Ich weiß nur, dass da eine Nutzungsänderung beantragt werden muss“, so Schläfer, angesprochen auf die Auflagen der Kreisverwaltung. Sowohl Boltenhagen als auch er glauben an eine rein formelle Sache, die schnell erledigt sein könnte.

Eine Anfrage bei der Kreisverwaltung in Bad Dürkheim lässt allerdings den Schluss zu, dass sich hinter der Notwendigkeit der Nutzungsänderung noch die eine oder andere Stolperfalle verbergen könnte. „Bei der Errichtung einer Außenbestuhlungsfläche für die gastronomische Nutzung handelt es sich baurechtlich gesehen um eine Gastraumfläche“, teilt Sina Müller vom Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf Anfrage mit. Die bisher gültige Nutzung „Rasen- oder Hoffläche“ müsse demnach mittels Bauantrag behördlich geändert werden. „Für solch eine Fläche werden beispielsweise Kfz-Stellplätze erforderlich“, gibt Müller zu bedenken. Wenn das Vorhaben in der Nähe einer Kirche stehe, könnten zudem „denkmalrechtliche Belange“ berührt sein, die bei der Bearbeitung des Genehmigungsverfahrens abgewägt werden müssten. Den nächsten Schritt muss nun die Kirchengemeinde machen.

Über die Verzögerung freuen dürften sich Kritiker, die sich im Verlauf des Jahres in Diskussionen sowohl im realen Leben als auch in sozialen Netzwerken gegen den geplanten Bestuhlungsbereich ausgesprochen haben. So hat sich etwa Altbürgermeister Ralf-Peter Riegel (SPD) im April deutlich dagegen ausgesprochen. Dass es die Eisdiele, die auch italienische Feinkost anbietet, in Großkarlbach gibt, wird im Dorf grundsätzlich als Bereicherung wahrgenommen. „Es gibt eine breite Zustimmung zu dieser Lokalität, aber es gibt auch Leute, die sich daran stören“, bestätigt Paul Schläfer.

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