Kaiserslautern Zurück zu den Wurzeln

Auf die nächsten 40: von links Bernd Klesmann, Susanne Wimmer-Leonhardt, Marlene Jochem, Walter Schumacher, Uta Mayr-Falkenberg
Auf die nächsten 40: von links Bernd Klesmann, Susanne Wimmer-Leonhardt, Marlene Jochem, Walter Schumacher, Uta Mayr-Falkenberg und Michael Staudt.

40 Lenze feiert das städtische Theodor-Zink-Museum in diesem Jahr. Am Samstag wurde das Jubiläum mit einem kleinen Fest im Innenhof begangen. In angenehmer Atmosphäre bei Speis, Trank, Spiel und Musik gedachten die Geburtstagsgäste den Anfängen, Umbrüchen und Aufbrüchen des Museums in der Steinstraße 48.

Schöneres Wetter hätten die Veranstalter für diesen Jubiläumstag nicht bestellen können. An einem sonnigen Samstagnachmittag lockten gedeckte Bierbänke, spritziger Sekt, ein Glücksrad und die warmen Jazz-Klänge an Gitarre und Saxophon von Helmut Engelhardt und Martin Haberer in den Innenhof des Stadtmuseums, das nun vier Jahrzehnte feiert. „Unser Stadtmuseum ist für viele, die hier sitzen und auch für mich, ein Stück Heimat“, beteuerte Bürgermeisterin Susanne Wimmer-Leonhardt bei ihrem Grußwort. „Es verkörpert die Wurzeln der Stadt. Und es gibt einen schönen Spruch: ,Ohne Wurzeln wächst man nicht in den Himmel’. Deshalb ist das Museum ein Schmuckstück, das wir erhalten und für das wir kämpfen müssen.“ Unter den Jubiläumsgästen befanden sich nicht nur der seit 2016 amtierende Museumsleiter Bernd Klesmann und Volkshochschuldirektor sowie Vorstandsvorsitzender des museumseigenen Förderkreises, Michael Staudt, sondern auch der Enkel des Lehrers und Heimatforschers, der zum Gründer und Namensgeber des Museums wurde. Theodor Zink selbst hat die Ersteröffnung des Museums 1934 – damals noch in der Spittelmühle – nicht mehr erlebt. Dafür erinnerten sich die Ehrengäste an diesem Nachmittag – Marlene Jochem, Museumsleiterin von 2004 bis 2011, Walter Schumacher, früherer Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, und Uta Mayr-Falkenberg, Mitbegründerin des Förderkreises – noch bildhaft an die Wiedereröffnung des Museums 1978 in der Steinstraße 48. „Die Eröffnung fand an einem eiskalten Tag im Februar statt – mit viel Schnee und einer beschwerlichen Anfahrt. Der Weg bis zur Eröffnung war aber auch nicht einfach“, erinnerte sich Marlene Jochem. Pannen beim Bau, ständige Verschiebung des Eröffnungstermins und keinerlei Erfahrung darin, wie man ein Museum einrichtet. ,,Wir mussten immer wieder improvisieren. Und ich glaube, das ist dem Haus bis heute geblieben“, so Jochem. Uta Mayr-Falkenberg kam 1966 als freie Journalistin aus München in die kleine Barbarossastadt – ursprünglich für nur ein Jahr – und suchte damals verzweifelt nach einem Heimatmuseum in der Stadt. „Wir haben keins“, lautete die damalige Antwort auf ihre Suche. Zudem sollte die heutige Museumsscheune damals abgerissen werden. Aber es gab noch kümmerliche Reste der Kaiserslauterer Geschichte, die wild verstreut im Alten Stadthaus vor sich hin moderten. Mayr-Falkenberg nahm sich der Sache an. Aus einem Jahr wurden zehn, in denen sich die immer wieder als „Provinzjournalistin“ beschimpfte Bayerin mit allen Kräften für die Gründung eines Förderkreises für das Kaiserslauterer Museum engagierte, ein Kreis, der sich letztendlich 1975 geschlossen hat – mit einem damals 24-jährigen Walter Schumacher im Vorstand: „Uta, ich glaube, wir beide sind die einzigen Gründungsmitglieder, die heute noch leben. Die anderen schauen uns vielleicht jetzt gerade von oben zu. Aber das Stadtmuseum lebt und das soll auch so bleiben!“

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