Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Zahlreiche Zuschauer und spannende Entscheidungen beim Pferderennen in Miesau

 Kam gut an und bot Spannung: das Trabfahren zu Ehren Erwin Käuflings. Auf der Zielgeraden ging es eng zu.
Kam gut an und bot Spannung: das Trabfahren zu Ehren Erwin Käuflings. Auf der Zielgeraden ging es eng zu.

Pferdesport: Es hatte lange gedauert, bis der Renntag gesichert war. Die Anmeldungen beim Reit- und Fahrverein Miesau kamen nur zögerlich. Doch am Ende konnte der Veranstalter aufatmen: Alle Klassen waren gut besetzt und die Starter boten für die zahlreichen Besucher spannenden Pferdesport. Dass es auch zwei Rennen mit Trabern gab, kam besonders gut an.

Der Reit- und Fahrverein Miesau feierte am Samstag ein Jubiläum: „Es ist das 64. Rennen des Reit- und Fahrvereins Miesau auf einer Rundbahn. Das erste wurde exakt vor 100 Jahren gestartet“, erklärte Vorsitzender Marcus Sauter, warum der RFV Grund zu Feiern hatte. Dass es beim Jubiläumsrennen zwei Trabrennen geben konnte, sei letztlich nur möglich gewesen, weil sich viele Sponsoren in die Finanzierung eingebracht hätten.

Für Nastasia Volz-Degel aus Sankt Wendel, Vorstandsmitglied im Deutschen Galopp, hat die Rennveranstaltung in Miesau einen hohen Stellenwert. „Sie basiert vollkommen auf der Basis ehrenamtlicher Helfer und das ist mehr als anerkennenswert.“ Sie lobte außerdem die „sehr gepflegte Rennbahn und den Renntag – ein schöner Mix aus Galopp und Trab und jeder Lauf hat seinen eigenen Reiz.“ „Wir haben viel Wasser gefahren, um das Geläuf wettbewerbsfähig anzubieten“, ergänzt Geschäftsführerin Traudel Grinda.

Helfer werden weniger

Seit 1984 steht Georg Mayer regelmäßig mehrere Tage an der Strecke und hilft tatkräftig beim Aufbau des Veranstaltungsgeländes mit. Seit vielen Jahren ist er mit in der Verantwortung und kennt die Sorgen und Nöten kleiner Bahnen. „Wir müssen uns gegenüber den Veranstaltungen wie Köln, Hamburg, Frankfurt und München behaupten“, schildert er die Situation und sorgt sich, wie sich die Lage bei den Helfern weiterentwickelt. „Es fehlt an jungen Menschen, die sich freiwillig einbringen.“

Der Renntag war geprägt von Favoritensiegen bis hin zu Erfolgen von Außenseitern. Meistens fiel die Entscheidung erst auf den letzten Metern und einmal musste, wie bei großen internationalen Veranstaltungen, das Zielfoto entscheiden. Dieses Hilfsmittels bediente sich die Jury beim Rennen der Kategorie F über 1900 Meter, um ganz sicher zu sein. Duke of Yorkie mit Robin Weber im Sattel bestimmte bis zum Schlussbogen das Tempo und kontrollierte das Feld. Doch dann kam die Konkurrenz auf und der siebenjährige Wallach, im Besitz von Birgit Nikolaus aus Knopp-Labach, musste die letzten Reserven aufbringen, um den Sieg einzufahren. „Es ist der erste Sieg im 34. Rennen“, freute sich die Besitzerin. Der Erfolg kam nicht von ungefähr, denn der Vierbeiner hatte schon wenige Tag zuvor in Saarbrücken überzeugt.

Außenseiter gewinnt

Im ersten Galopp-Rennen gab es gleich einen Außenseitersieg. Es war der Beginn einer Sternstunde für den Jockey Nina Wagner und Trainer Martin Schu. Das Hauptrennen über 2350 Meter gewann der fünfjährige Fuchs-Wallach Monte Christo mit Nina Wagner, deren Siegeswille bis zum Schluss erkennbar war. Sie errang den Sieg ganz knapp vor dem neunjährigen Fuchs-Wallach Nolan mit Maike Riehl.

Die große Stunde von Maike Riehl schlug im nächsten Rennen, einem Wettbewerb über 1900 Meter. Bis auf die Gegengerade war das Feld beisammen, und dort zog die spätere Siegerin mit der dreijährigen Fuchs-Stute Runa an. Auf der Zielgeraden angekommen, galt sie als Favoritin und sie ließ sich den Erfolg nicht mehr nehmen. „Es ist mein 50. Sieg und nun darf ich mich Jockey nennen“, jubelte sie und lief über die Rennwiese. Der Favoritensieg von Olpha mit Robin Weber war nach 1900 Meter zwar perfekt, aber ganz knapp. Denn hinter der vierjährigen Fuchs-Stute kam der siebenjährige Wallach Taurus als Außenseiter immer stärker auf und holte sich Rang zwei.

Deutschlandpremiere

Klein war das Feld im Rennen der Kategorie F über 1400 Meter. „Hier können alle vier Starter gewinnen“, tippte Vorsitzender Marcus Sauter. Entsprechend knapp war dann auch das Ergebnis beim Sieg des vierjährigen Wallachs Starfix mit Tommaso Scardino vor dem sechsjährigen Wallach Achat mit Robin Weber und der dreijährigen Stute Stam Wars mit Patrick Gibson.

Über die gleiche Distanz ging das Rennen der Kategorie F – für viele Betrachter ein offenes Rennen. Nina Wagner wollte mit der siebenjährigen Stute Galiva den letztjährigen Erfolg wiederholen. Sie setze sich nach einem flotten Beginn an die Spitze und dann immer weiter vom Feld ab. Die erstmals in Deutschland an den Start gebrachte vierjährige Stute Venus Victrix aus Großbritannien wurde unter Concetto Santangelo immer schneller und fing die letztjährige Gewinnerin auf der Zielgeraden noch ab.

Mit zwei Traber-Rennen, wie es sie zu früheren Zeiten schon gab, wertete der Reit- und Fahrverein Miesau seinen Renntag auf. Weit angereist waren die Starter mit ihren Sulkys, um in der Westpfalz das Preisgeld einzufahren. Im ersten Rennen wurde die sechsjährige Stute Niki Hanover ihrer Favoritenrolle gerecht. Constantin Vergos steuerte das Gespann souverän über die Distanz von 1900 Meter und holte sich den Sieg. Über Rang zwei gab erst das Zielfoto Aufschluss: X Lover Diamant, der fünfjährige Wallach mit Marion Dinziner im Sulky lag vorn.

In einem weiteren Rennen über die gleiche Distanz bestimmte lange der siebenjährige Wallach Johnn B Goode das Tempo vor dem siebenjährigen Wallach Otero. Dann wurde es auf den letzten Metern vor der Ziellinie richtig spannend. Denn der 13-jährige niederländische Wallach Dreamline Promise tauchte auf und zog mit Frederic Perner an der Spitze vorbei zum Sieg. Otero konnte die Aufholjagd nicht verhindern und musste sich mit Rang zwei begnügen.

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