Glosse RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt Kaiserslautern startet „Kulturentwicklungsplanung“

Kulturamtsleiter Christoph Dammann beim ersten Treffen des „Lenkungskreises“ für die städtische Kulturentwicklung.
Kulturamtsleiter Christoph Dammann beim ersten Treffen des »Lenkungskreises« für die städtische Kulturentwicklung.

„Kulturentwicklungsplanung“ ist das neue Schlagwort. Es deutet eine Forcierung des Kreativ-, Musen- und Geisteslebens an, die ausgerechnet von Politik und Verwaltung ausgehen soll. Das Land plant bereits seit einem Jahr. Jetzt fiel der offizielle Startschuss in Kaiserslautern, wo die kommunalen Kulturausgaben seit Jahren schrumpfen.

Die „KEP KL“ wurde Anfang 2023 von der Stadtratsfraktion der Grünen initiiert - und geht seitdem gemächlich ihren Gang durch die Zuständigkeiten. Der Rat stimmte zu, sein Kulturausschuss „legte dann die Vorgehensweise fest“, wie es in einer rathäuslichen Pressemitteilung heißt.

Sodann trat - wie immer, wenn Politik und Bürokratie im Spiel sind - ein „Lenkungskreis“ in Aktion. Er besteht natürlich aus den „Leitungen der Kultureinrichtungen von Stadt und Bezirksverband sowie Vertretungen aus der Politik“. Außerdem sind das Jugendparlament, die Beiräte für Migration, Inklusion und Senioren sowie die Fördervereine von Lauterer Einrichtungen eingebunden. Die freie Szene sitzt gleichfalls am Tisch.

Aufgemerkt: Kultur ist gesellschaftlich relevant!

Jetzt geht’s gewohnt zügig und bekanntermaßen konkret weiter: „Mit einem ersten Treffen des Lenkungskreises fiel der Startschuss zur Erstellung eines KEP.“ Bei besagter Unterredung umriss Kulturamtsleiter Christoph Dammann das weitere Vorgehen „von der Bestandsaufnahme mit Kennzahlen, deren Auswertung über Formen der Bürgerbeteiligung bis hin zu den vom Stadtrat beschlossenen Zielen und Maßnahmen“. Sogar „digitale Instrumente“ sollen dabei eingesetzt werden. Parbleu!

CDU-Bürgermeister Manfred Schulz - der neue Kulturdezernent - sieht die „KEP“ als „wichtige Grundlage für unser strategisches kulturpolitisches Handeln“. Die Pressestelle zitiert ihn gar mit der fundamentalen Erkenntnis einer „gesellschaftlichen Relevanz von Kultur“. Man liest es sprach- und fassungslos.

Jetzt wird definiert und strukturiert

Weiter erfahren wir, dass „die Teilnehmenden die Handlungsfelder definierten“. Sie reichen demnach „von Theater, Museen, Konzerten, Film, Literatur über kulturelle Bildung, bildende Kunst, freie Szene, ,Stadtgedächtnis’, Architektur bis hin zu Kulturtourismus und Stadtgeschichte“ sowie dem Pfaff-Areal.

Von mehr Grün und weniger Versiegelung ist zwar nicht die Rede, aber Kul-tur und Na-tur schließen sich ja keineswegs aus. Immerhin hat man auch den demografischen Wandel, das Publikumsverhalten samt „coronabedingter Effekte“, Nachhaltigkeit, Interkulturalität und Diversität, Barrierefreiheit und natürlich die Finanzierung im Blick.

„Nun sollen die Ergebnisse strukturiert und in kleinen Arbeitsgruppen Ziele und Maßnahmen abgeleitet werden“, meldet die Pressestelle. Vorsichtshalber schränkt Dammann schon mal ein: „Das werden wir nie alles schaffen. Aber wenn wir nur die Hälfte davon erreichen, wird das schon eine ganze Menge sein.“

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