Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Sängerin Sonja Volz feiert Jubiläum

Sonja Volz im vergangenen August, als sie mit „Brass-Machine“-Kollegen am Lauterer Riesenbrunnen auftrat.
Sonja Volz im vergangenen August, als sie mit »Brass-Machine«-Kollegen am Lauterer Riesenbrunnen auftrat.

Ein Jubiläum, das gefeiert gehört: Die Sängerin Sonja Volz lädt für 4. März zu ihrer Jubiläumsshow ins Lauterer Irish House. Mit Freunden, Familien und Fans zelebriert sie 30 Jahre Bühne.

Es war einmal ein 15-jähriges Mädchen, das schon immer gerne gesungen hatte. Eines Tages, bei einer Schulprobe, in der ein junger Mann namens Roland Vanecek das Piano führte, wurde das Talent des Mädchens von ihrer Musiklehrerin entdeckt. Dann durfte es die Solo-Parts von Queens „Bohemian Rhapsody“ ganz allein in der komplett ausverkauften Lauterer Fruchthalle singen.

„Das war mein allererster Auftritt in der Öffentlichkeit“, erinnert sich die damalige Albert-Schweitzer-Gymnasiastin. Kurz darauf wurde sie Frontfrau ihrer ersten eigenen Band The Stairs. 30 Jahre ist das nun schon her. Und seit 30 Jahren gehört Sonja Volz zu den gefragtesten Sängerinnen der Stadt.

Ihre musikalische Leidenschaft kommt nicht von ungefähr. In der Familie Volz gab und gibt es einige Musikanten. Schon als Kind stand sie mit Kassettenrekorder vor dem Spiegel und sang zu den Songs von Madonna und Michael Jackson: „Das Singen war immer ein Teil von mir.“

Debüt mit 15 in der Fruchthalle

Nach dem Debüt in der Fruchthalle wurde schließlich auch den Eltern klar: „Ach Gott, du kannscht jo werklisch singe!“ Gesangsunterricht hatte sie nie, ein Musikinstrument wollte sie ebenso wenig erlernen. Eigene Songs zu komponieren stand nur selten zur Debatte. „Ich kann im Prinzip nur nach Gehör singen“, gesteht Sonja Volz. Doch damit ist sie weit gekommen.

Von den Stairs ging es zur Band Slippery - und teilweise 40 Konzerten im Jahr. Schließlich stieß sie anno 2000 zur regional gefeierten Coverband Brass Machine. „Zuerst als Gastsängerin, immer mal wieder. Später als festes Mitglied. Da bin ich bis heute hängen geblieben“, lacht sie. Nebenher half Volz immer wieder bei anderen regionalen Bands aus, zum Beispiel From da Soul oder Midnight Mover. Von 2002 bis ’04 war sie im Quartett Brave & Crazy aktiv – mit Musikern aus dem Saarländischen Rundfunkorchester. Doch Brass Machine ist ihre Hauptband geblieben – bis heute.

Heimat in der Brass Machine

Bei Covermusik fühlt sich Sonja Volz am wohlsten. Songs von Künstlern wie Melissa Etheridge, Pink und Gloria Estefan neu zu interpretieren und den Funken zum Publikum überspringen zu lassen: Das ist es, was ihr am meisten Spaß macht. „Toll Singen können viele“, sagt sie. „Aber die bekannten Songs mit einer tollen Live-Performance rüberbringen, können meiner Meinung nach nicht so viele.“

Das sei für sie die Kunst am Covern. Auch wenn oftmals die gleichen Songs im Brass-Machine-Cover-Set abgespult werden, drückt Volz jedes Mal „auf Reset“ und versucht, mit ihrer Rock-Soul-Stimme jeden Song stets neu zu präsentieren: „Ich singe nicht immer alles perfekt, aber das macht es eben echt.“

In der englischen Sprache sicher

In einer ganz kurzen Phase ihre Lebens hat sie sich auch mal an Eigenwerken der Marke Deutschrock versucht. Aber das legte sie schnell wieder ab. Denn die hochdeutsche Sprache lag dem Pfälzer Mädel einfach nicht. Das Englische sei ihr „Steckenpferd“, sagt sie. Schließlich ist Sonja Volz ab ihrem sechsten Lebensjahr in den USA groß geworden: „Ich bin dort in die Grundschule gegangen und habe in dieser Zeit ausschließlich Englisch gesprochen.“ Das bereitete sie schon mal bestens auf die meist englischsprachigen Titel bei Brass Machine vor.

Eine deutschlandweite oder gar internationale Solokarriere hat die Sängerin nie angestrebt. „Ich muss zugeben: Ich bin schon ein wenig faul“, offenbart sie lachend. „Ich hätte vielleicht etwas weiter kommen können mit der Musik, wenn ich mir selbst da ein bisschen mehr Druck gemacht hätte.“

Wenn der Funke überspringt

Einen kleinen Versuch startete sie 2005, als sie sich auf Drängen von Freunden bei der Fernseh-Talentshow „Popstars“ bewarb: „Es war nicht meine Welt. Ich wollte einfach nur singen. Und ich wollte so singen, wie ich will.“ Ohne Fernsehen, Vertragsklauseln und Casting-Stempel im Rücken. So machte Sonja Volz ihren eigenen Weg. Einen Weg, den sie nun am 4. März ganz groß und mit vielen musikalischen Gästen im Irish House feiert. Befreundete Sänger und Musiker und auch Brass-Machine-Kollegen werden das Jubiläum mitgestalten. Aber am meisten freut sich Volz aufs Publikum.

Sie sagt: „Je schneller das Publikum auf die Songs anspringt und bei uns ist, desto schöner wird der Auftritt. Dann ist es auch egal, ob nur zehn oder tausend Menschen da sind – das Feeling ist gleich.“ Angst oder Lampenfieber vor einem Gig kennt die Lautererin nicht, „weil ich mich immer so darauf freue“. Und auch ihre Vorfreude auf die Jubiläumsshow ist groß.

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