Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Noch ist Dansenberg nicht abgestiegen

Zehn Spieler wurden beim letzten Heimspiel verabschiedet: (stehend von links) Trainer Theo Megalooikonomou, Alexander Martinsen
Zehn Spieler wurden beim letzten Heimspiel verabschiedet: (stehend von links) Trainer Theo Megalooikonomou, Alexander Martinsen (geht), Marco Holstein, Franjo Vujovic (geht), Niklas Jung, Robin von Lauppert, Philipp Becker, Josip Repusic (geht), Jan Claussen (geht), Henrik Walb (geht) und Jonas Dambach (geht) und (vorne kniend von links) Ben Kölsch, Luca Stolze (geht), Timo Holstein, Sebastian Bösing (geht), Frederik Bohn, Michael Fiedler (geht) und Bennet Löhmar (geht). Luca Steinführer hatte seinen Vertrag bereits im Winter aufgelöst.

Der TuS Dansenberg hat seine Minimalchance auf den Verbleib in der Dritten Liga gewahrt. Beim letzten Saison-Heimspiel der Schwarz-Weißen ging es aber auch noch um ganz andere Dinge als um Punkte gegen Gelnhausen.

Mit 25:23 (14:12) setzte sich der TuS Dansenberg am Samstag im letzten Heimspiel der Saison gegen den TV Gelnhausen durch und darf weiter träumen, weil die beiden Kellerkinder TV Aldekerk 07 und TV Homburg jeweils leer ausgingen.

Um den Abstieg noch zu verhindern, muss die Mannschaft von Trainer Theo Megalooikonomou am letzten Spieltag beim Tabellenfünften HSG Hanau doppelt punkten und auf Schützenhilfe hoffen. Schlusslicht Düsseldorf-Ratingen (17:41) steht als erster Absteiger fest. Die Gefahrenzone beginnt beim TV Aldekerk 07 (20:38), der aktuell den ersten Nichtabstiegsplatz belegt, gefolgt vom TV Homburg (19:39) und dem TuS Dansenberg (18:40).

Alles vorbereitet

Die Voraussetzungen, um auch in der kommenden Saison in der dritthöchsten Spielklasse antreten zu dürfen, wurden vom neuen Vorstand fristgerecht erfüllt. Einer weiteren Saison im Kreise der besten 100 Handballmannschaften Deutschlands – es wäre immerhin die achte in Folge – würde rein formell also nichts im Wege stehen, sollte der sportliche Abstieg noch vermieden werden.

Angesichts der Verabschiedungswelle, die nach dem Spiel gegen den TVG die Halle flutete, erscheint dieses Szenario, auch aufgrund des bereits beschlossenen Sparkurses, wenig realistisch. Im Anschluss an den achten Saisonsieg wurden gleich elf Spieler verabschiedet, darunter Kapitän Sebastian Bösing und Topspieler Jan Claussen. „Ihr habt Spuren hinterlassen“, betonte TuS-Sprecher Michael Holstein bei der Verabschiedung der beiden Dienstältesten, die maßgeblich daran beteiligt waren, dass die Westpfälzer vier Jahre lang zu den Spitzenmannschaften ihrer Staffel zählten und nach den Eulen Ludwigshafen zur zweiten Kraft in Rheinland-Pfalz avancierten. Claussen stand seit dem Aufstieg in die Dritte Liga durchgängig für den TuS Dansenberg auf der Platte und brachte es in dieser Zeit auf mehr als 900 Tore für den traditionsreichen Verein, der in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen feiert.

Publikumsliebling geht

Sebastian Bösing folgte nur ein Jahr später und avancierte dank seiner kämpferischen Einstellung schnell zum Publikumsliebling. Während es den Kreisläufer nach sechs Jahren im Trikot der Dansenberger zu Drittliga-Aufsteiger HG Oftersheim-Schwetzingen zieht, wird Claussen seine Karriere aus familiären Gründen beenden. Mit Chefscout Marco Sliwa und dem langjährigen Jugendtrainer Felix Dettinger wurden zwei weitere Akteure verabschiedet, für die der TuS Dansenberg weit mehr als nur ein Verein war.

Für den würdigen Rahmen hatten zuvor der vom Verletzungspech gebeutelte Tabellenvorletzte gesorgt, bei dem mit Bösing (Sprunggelenk), Jonas Dambach (Schulter) und Frano Vujovic (Kreuzbandriss) gleich drei Leistungsträger fehlten. Da aber auch der TVG einige Ausfälle zu verkraften hatte, entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe.

Zusammen gefeiert

Die Hausherren erwischten zwar den besseren Start (3:0, 6:3, 8:6), mussten jedoch in der 22. Minute den Ausgleich zum 10:10 hinnehmen. Ein Doppelpack von Eigengewächs Marco Holstein brachte den TuS zunächst wieder in die Spur, doch dann folgte der erste Rückstand nach der Pause (15:16/37.). Das enge Spiel blieb bis in die Schlussphase hinein umkämpft, ehe Bennet Löhmar, Marco Holstein und Niklas Jung mit drei Toren in Folge zum 25:22 (58.) für die späte Entscheidung sorgten.

Dass Fans und Mannschaft im Anschluss an das letzte Heimspiel gemeinsam lautstark feierten, sprach für das feine Gespür der Zuschauer, die einfach den Moment genießen wollten.

Ob es das vorläufig letzte Heimspiel in der Dritten Liga gewesen sein könnte, interessierte in diesen Momenten nur wenige. Zumal der Abstieg für den Traditionsverein auch eine Chance sein könnte, um eine Klasse tiefer wieder verstärkt die Eigengewächse wie Timo Holstein, Marco Holstein und Ben Kölsch auf die Platte schicken zu können, so sie denn dem Verein erhalten bleiben.

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