Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Motormen: Zehnten Geburtstag mit klasse Konzert gefeiert

Stilistisch vielschichtig: die Motormen beim Konzert im Salon Schmitt.
Stilistisch vielschichtig: die Motormen beim Konzert im Salon Schmitt.

Ein Konzert mit Erinnerungswert: Die Motormen aus Kaiserslautern feierten im Salon Schmitt ihr zehnjähriges Bestehen und ließen es dabei so richtig krachen. Vor allem aber zeigten die Motormänner, was sie musikalisch drauf haben: eine ganze Menge.

Allzu häufig sind Motormen in den zehn Jahren leider nicht aufgetreten. Was sehr schade ist, denn das harte Quintett hat – die in Erinnerung gebliebenen Konzerte bestätigen es – so einiges zu bieten. Am Samstagabend, beim großen Jubiläum im gut besuchten Salon Schmitt, schien man da nun so manches nachholen zu wollen. Vielschichtig in der Stilistik und ziemlich eruptiv in der Darbietung zeigte man jetzt allen mal wieder so richtig, wie gut die Musik der Motormänner ist.

Da wäre erstmal der Stil. Oder besser: die Stile. Denn mit einem reinem Schubladendenken kommt man bei den Motormen nicht weit. Zu viele Einflüsse wirken zusammen, zu viele Vorlieben der einzelnen Bandmitglieder treffen hier aufeinander: Ein bisschen Indie, etwas Metal und Hardcore, eine ordentliche Schippe Punk à la Walter Elf, hin und wieder sogar ein paar ganz exotische Elemente, wie man sie in dem nach einem eindrucksvollen Brasilien-Urlaub entstandenen Titel „A dream of Green“ (gemeint ist die Farbenpracht im Dschungel) in Form von Folkore-Rhythmen hören kann.

Alles selbst komponiert

Langweilig wurde das nie, auch wenn die Fünf ein wenig Zeit brauchten, bis sie richtig in Fahrt kamen. Danach aber ging dauerhaft die Post ab, sorgten die Songs der Band für immer neue Energieschübe und vor allem jene musikalisch-stilistischen angenehmen Überraschungen. Alles im Programm war übrigens selbst komponiert und bis auf eine Ausnahme, das in der Tat ein wenig an die Walter Elf erinnernde „Kino“, durchweg auf Englisch.

Dann wäre da die Besetzung: Sänger Stefan „Sid“ Hoffmann, die beiden Gitarristen Johannes Alter und Thomas Leist, Bassist Peter Kappel und Schlagzeuger Marco Armbrust – allesamt gute, erfahrene Leute, die ihre Instrumente beherrschen und wissen, was und wohin sie interpretatorisch wollen. Eben darum kommt auch jene interessante Vielfalt zustande, die sich selbst in deftigen Titeln wie „Demon“ oder „Animal“ dennoch wie aus einem Guss und keineswegs etwa aus nicht kompatiblen Elementen zusammengezwungen anhört.

Familiäre Band-Verpflechtungen

Da konnte man es später im Zugabenteil dann sogar wagen, eine Art Rock ’n’ Roll-Nummer mit dem Titel „Sweet Little Seventeen“ zu spielen. Das klang tatsächlich entfernt nach Chuck Berry und seiner ein Jahr jüngeren Titelheldin aus dem Jahr 1958, war aber deutlich deftiger, schneller und „metalliger“. So hätte der gute alte Rock ’n’ Roll vielleicht geklungen, wenn er sich wesentlich später entwickelt hätte. Hörenswert und zum Aufhorchen war das allemal.

Interessantes Detail am Rande: Motormen-Frontmann Stefan Hoffmann ist niemand anders als der Bruder von Walter Elf-Sänger und -Trompeter Alex Hoffmann. Vermutlich kommt daher die gelegentliche Stil-Nähe der Motormänner zur berühmten Lauterer Punk-Band. Und die junge Sängerin Lana Hoffmann, die an diesem Abend ihren ersten (und respektablen) öffentlichen Auftritt hatte, ist wiederum die Tochter von Stefan Hoffmann, an dessen Seite sie beim Jubiläums-Konzert etliche Titel mitsang – eine in der Tat musikalische Familie.

Einiges an Drumherum

Und nicht zuletzt: Man hatte auch an Kleinigkeiten gedacht, an Dinge, die als „Drumherum“ eine veritable Band aufwerten und einen guten Auftritt noch besser machen: Während eines „Tequila“-Songs etwa gab’s eine Runde echten Schnaps für die Konzertbesucher, ein ordentliches Gästebuch lag am Rande der kleinen Bühne aus, Fan-Shirts mit „Motormen“-Aufschrift (wobei man auch an die „Motorgirls“ und „-women“ gedacht hatte) hingen gleich daneben. So geht ein kleines, aber feines Komplettpaket in Sachen Bandkultur.

Auf diese Weisen wurde an diesem Abend (der gerne noch etwas länger hätte andauern können) sauber, saftig und sonor gezeigt, was man insbesondere nach zehn Jahren als Motormen – der Name an sich suggeriert ja schon Kraft und Zielstrebigkeit – so alles bieten und leisten kann. Möge das nächste Konzert bald und die folgenden in kürzeren Abständen stattfinden.

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