Kaiserslautern
Leerer Campus, gestiegene Kosten: Die Herausforderungen des Studierendenwerks
Insgesamt sei der Campus leerer geworden. „Nur langsam nimmt das Leben wieder Fahrt auf“, erinnert Marco Zimmer an Hybridvorlesungen und Mitarbeitende der Universität, die an manchen Tagen noch immer von zu Hause aus arbeiten. Erstmals habe das Studierendenwerk Kaiserslautern 2022 mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen, verweist der Geschäftsführer auf ein Minus von 600.000 Euro im Haushalt. Die hätten glücklicherweise durch Rücklagen ausgeglichen werden können.
Das Studierendenwerk trägt mit seinen Angebotsfeldern Mensa, Wohnheimen, Kinderbetreuung, Beratung und Service mit dazu bei, dass Studierende der RPTU Kaiserslautern und der Hochschule mit den Standorten Pirmasens und Zweibrücken ihr Studium erfolgreich abschließen. Für die Studierenden der RPTU am Campus Landau sei das Studierendenwerk Vorderpfalz zuständig.
Der Anzahl der Studierenden ist zurückgegangen
Einen weiteren Grund für den Jahresfehlbetrag sieht Zimmer im Rückgang der Studierendenzahlen. Die sind vom Wintersemester 2017/18 von 20.863 Studierenden (TU 14.460) im Wintersemester 2022/23 auf 17.834 (TU 11.865) Studierende gesunken. An der RPTU Kaiserslautern sind im WS 2023/24 11.092 Studierende eingeschrieben. „Mit dem Rückgang der Studierendenzahlen sinkt die Grundfinanzierung des Studierendenwerks.“ Im Sommersemester habe der Sozialbeitrag von 89 auf 99 Euro erhöht werden müssen. Ab dem Sommersemester 2024 wird der Sozialbeitrag für Studierende auf 109 Euro steigen. Die Summe der Sozialbeiträge stelle die Grundfinanzierung des Studierendenwerks dar, so Zimmer.
Während das Aufkommen der Sozialbeiträge gesunken ist, sei das Angebot des Studierendenwerks bei steigenden Kosten fast gleichgeblieben. Coronabedingt habe sich der Personalbestand von 220 auf 175 Mitarbeiter verringert. Im Bistro 36 und in zwei weiteren Verkaufsstellen auf dem Campus hat das Angebot eingestellt werden müssen. Dabei sei das Bistro 36 eine Erfolgsstory gewesen, erinnert Zimmer. Es dient Studierenden jetzt von 15 bis 19 Uhr als Lernraum. Preissteigerungen auf dem Energiesektor und im Lebensmittelbereich hätten zur Erhöhung des Mensapreises und der Energienebenkosten bei der Vermietung von Wohnungen an Studierende geführt. „Weitere Erhöhungen sind nicht auszuschließen.“
Mit Sorge beobachtet Zimmer den baulichen Zustand des Mensagebäudes aus den späten 70er Jahren. In dem Gebäude hat auch das Studierendenwerk seinen Sitz. „Das Dach der Mensa ist undicht. Wenn es regnet, tropft an manchen Stellen das Wasser auf den Fußboden.“ Jedes Mal Eimer aufzustellen, um das Regenwasser aufzufangen, sei auf Dauer kein Zustand. „Was ich mir für die Mensa wünsche, ist eine energetische Komplettlösung.“
Das Studierendenwerk unterhält in Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken insgesamt rund 1900 Wohnungen zu günstigen Mieten. Gestiegene Energiekosten haben die Nebenkostenpauschale um 25 Euro erhöht. Der Leerstand der Wohnungen habe während Corona zwischen zwei bis drei Prozent gelegen. „Gewohnt werden muss immer.“ Verzögert hat sich nach den Worten Zimmers die Komplettsanierung des Wohnheims in der Villenstraße. Es soll im Frühjahr fertiggestellt sein. Für den Bau eines weiteren Studentenwohnheims zwischen dem jetzt zu renovierenden Gebäude und der Villa Jaenisch laufe eine Bauvoranfrage.
Die Mensa verzeichnet weniger Besucher
Mit einem neuen Konzept hat sich die Hochschulgastronomie aufgestellt. Das „Atrium“, die Cafeteria, ist wohnlicher, das Angebot an Speisen internationaler geworden. Der Abendtisch in der Mensa ist durch eine Ausgabe „Dein Abendbrot“ in Form eines Kiosks ersetzt worden. „Die Zahl der Mensabesucher ist geschrumpft“, bedauert Christof Feith, Leiter der Hochschulgastronomie.
Nach der Pandemie nicht wiederzuerkennen ist die Cafeteria im Erdgeschoss der Mensa. Durch einen Umbau Ende des vergangenen Jahres hat das „Atrium“, so der Name der Cafeteria, an Aufenthaltsqualität hinzugewonnen. Elemente aus Holz dienen als Raumteiler und dämpfen den Schall im langgestreckten Raum. Unterschiedliches Möbel im Designerstil lädt an Stehtischen mal zu einem „schnellen Teller“ ein, im Lounge-Bereich zu einer entspannten Auszeit zwischen den Vorlesungen. Gedeckte Farbtöne von Stühlen und Tischen aus Holz harmonieren mit dem an den Campus angrenzenden Pfälzerwald.
„Good food – good mood“ lädt ein Slogan in weißer Schrift auf schwarzer Wand Besucher der Cafeteria ein, sich zu stärken und zu verweilen. Das dürfte ihnen beim Anblick des Speisenangebots nicht schwerfallen. „Mehr wie bisher gehen wir mit unserer Speisenauswahl auf den Geschmack unserer Gäste ein“, bringt es Feith auf den Punkt.
Nachhaltigkeit ist Trumpf
Dabei spielen Nachhaltigkeit und ein höherwertiges Sortiment eine große Rolle. Leckere Salatbowls, warme Panini, Focaccia und kreative Eintöpfe. Brote, Baguette und Laugenzöpfe warten mit neuen Belagen, Brötchen mit warmem Schnitzel und Fleischkäse auf. Statt klassischem Aufschnitt gibt’s Brötchen mit Schinken, Salami und Käse. Ebenso Milchreis mit Topping, diverse Kastenkuchen in Form von Bananenbrot, Schoko- oder Karottenkuchen, Hefe- und Zimtschnecken und Joghurt-Bowls. Von „Handwerk bis Kunstwerk“ reicht das Speisenangebot in der Cafeteria. „Nicht zu vermeiden war ein moderater Preisanstieg“, räumt Feith ein.
In den Räumen des Mensagebäudes, in denen vorher die AOK mit einer Zweigstelle vertreten war, bietet die Hochschulgastronomie jetzt unter dem Slogan „Dein Abendbrot“ Studierenden von Montag bis Donnerstag, 15 bis 19 Uhr, Stullenvarianten und diverse Salate im Glas auch zum Mitnehmen an. Aufgrund der gesunkenen Studierendenzahl sind die täglichen Essen in der Mensa am Standort Kaiserslautern von 3200 auf 2500 Mahlzeiten zurückgegangen.
Waren auf dem Campus Kaiserslautern im Sommersemester 2023 noch 11.235 Studierende, sind es im Wintersemester 2023/24 aktuell noch 11.092 Studiosi. „Im Vergleich zum Wintersemester 2019/20 mit 14.200 Studierenden ein spürbarer Rückgang, der sich auch im Verpflegungsangebot bemerkbar gemacht hat“, so Feith. „Was jetzt noch da ist, sind die neuen hundert Prozent. Wir mussten uns umorientieren, so wie alle Studierendenwerke, bei denen die Umsätze eingebrochen sind.“ Entsprechend geschrumpft ist die Zahl der Mitarbeiter in der Hochschulgastronomie. Die hat sich von 145 Beschäftigten vor der Pandemie auf 110 reduziert.
Gut angenommen werde neben einer vegetarischen Mahlzeit an der Ausgabe 1 das seit Januar täglich zusätzlich angebotene vegane Essen zu 3,80 Euro für Studierende. Vegan liege bundesweit im Trend, verweist Feith auf einen Anteil von 15 Prozent. „Mensa light“ heißt es an Ausgabe 2. Dort gibt es für 2,50 eine einfache Mahlzeit ohne Suppe und Salat. Seit Juli wieder geöffnet hat der Bereich Free Flow. Dort gibt’s Fleisch vom Grill und am Büffet Salate nach Wahl.
Info
studierendenwerk-kaiserslautern.de
Weihnachtsessen
Heute,
Donnerstag, 7. Dezember lädt die Mensa der Hochschulgastronomie zum Weihnachtsmenü ein. Gäste sind willkommen. Essen eins: Schweinefilet im Speckmantel an Sauce Bearnaise, dazu Pommes Dauphine und Salat (Gäste 6,90 Euro); Essen zwei: Blätterteigtasche mit Gemüse-Pilz-Füllung auf Kräutersoße, dazu Zartweizen und Blattsalat (Gäste 4,80 Euro); Grill: Entenkeule an Rotweinsoße mit Kartoffelknödel und Apfelrotkraut (Gäste 7,15 Euro); Salatbüfett: Salatteller nach Wahl mit Brötchen (Gäste 6,90 Euro).