Kaiserslautern
Hendrick Zuck: Hoffnung auf ein Comeback im FCK-Trikot
10,8 Kilometer sind’s vom Eigenheim in Kleinblittersdorf bis in den Saarbrücker Ludwigspark. In 16 Minuten dürfte FCK-Profi Hendrick Zuck – Status Rekonvaleszent – als Daumen drückender Zuschauer dort sein: Im DFB-Pokal-Halbfinale trifft Drittligist 1. FC Saarbrücken am Dienstag (20.45 Uhr) auf Zweitligist 1. FC Kaiserslautern. „Der FC kann richtig stolz auf seine Pokalerfolge sein. Saarbrücken hat sich den Einzug ins Halbfinale verdient“, lobt der im saarländischen Püttlingen geborene Zuck.
Die Reha nach dem im Januar im Training erlittenen Kreuzbandriss absolviert der Linksfuß – ein guter Freund von FC-Kapitän Manuel Zeitz – in Saarbrücken. So ist Zuck nah bei seiner Familie. Zuck arbeitet täglich fünf, sechs Stunden fürs Comeback. Wann er wieder spielen kann, vermag „Zucki“ (noch) nicht zu sagen. Er weiß nur eins: Er wird wieder spielen! „Es ist meine erste schwere Verletzung“, sagt der Linksfuß, der am 21. Juli 34 Jahre alt wird.
Viel Respekt vorm FC Saarbrücken
„Saarbrücken ist der Favorit“, betont FCK-Trainer Friedhelm Funkel. Und stützt seine These mit Fakten: „Sie haben die Bayern geschlagen, eine der besten Mannschaften in Europa. Sie haben Frankfurt geschlagen, die sind Sechster in der Bundesliga, sie haben Gladbach geschlagen. Und den KSC, gegen den wir 4:0 verloren haben …“
„Die Saarbrücker haben eklig verteidigt, sie waren giftig. Sie wurden unterschätzt. Die Siegtore gegen Bayern und Frankfurt wurden ähnlich heraus gespielt, mit einem langen Ball über die linke Seite. Das darf uns nicht passieren“, mahnt Hendrick Zuck, der mit 20 Jahren von Borussia Neunkirchen zur zweiten Mannschaft des FCK wechselte.
Trainer Alois Schwartz war der Fürsprecher des torhungrigen Flügel-Turbos. 2012, nach dem Bundesliga-Abstieg, wurde Zuck in den Profi-Kader befördert, hatte bei der Saison-Ouvertüre beim 3:3 gegen Union Berlin einen Traumstart, schoss das 3:2. Vier Tore in seinen ersten 18 Zweitligaspielen weckten Begehrlichkeiten, der Wechsel zum Bundesligisten SC Freiburg kam zu früh, nach eineinhalb Jahren ging es weiter zu Eintracht Braunschweig, das 2018 – ein Jahr nach dem Fast-Aufstieg in die Erste Liga – mit dem FCK in die Dritte Liga abstieg.
Die vielen Rollen des Hendrick Zuck
Zuck kehrte nach Kaiserslautern zurück, übernahm links defensivere Rollen, bis hin zum Linksverteidiger. Er erlebte Himmel und Hölle, er war Leistungsträger und Sündenbock, sollte verkauft werden. Zuck gab nie auf, wurde 2021/22 stellvertretender Kapitän und schaffte mit „seinem“ FCK den Wiederaufstieg in die Zweite Liga. Zuck lieferte – auch gute Standards. Eine feste Größe für den damaligen Trainer Dirk Schuster, der ihm aber vergangenen Sommer Tymoteusz Puchacz vor die Nase setzte. Zuck akzeptierte die Rollenverteilung und gab Vollgas. „Er trainiert besser als letztes Jahr, als er Stammspieler war“, lobte Schuster den Dauerbrenner, neben Kevin Kraus der dienstälteste Profi im Kader. Zucks Kreuzbandriss raubte dem FCK eine verlässliche Alternative. Zuck, der Routinier – auch bei Standards stark – könnte gerade in kritischen Situationen auch als taktisch versierter Hintermann des offensivstarken Puchacz’ helfen …
„Das Pokal-Endspiel ist für jeden Zweitliga- oder Drittliga-Spieler ein einmaliges Erlebnis. Das ist das Maximale, was du im Normalfall erreichen kannst. Ein Traum“, sagt Hendrick Zuck. Sein Vertrag in Kaiserslautern endet am 30. Juni. Was dann wird? „Es gibt Signale vom Verein, aber wir sind im Abstiegskampf, da mach ich keinen Stress“, sagt der Mann, der das FCK-Trikot mit der Nummer 21 gerne weiter in der Zweiten Liga tragen möchte.