Fragen und Antworten
Glasfasernetz: Wo in Kaiserslautern ausgebaut werden soll
Wie weit ist der Glasfaserausbau in Kaiserslautern?
In der Stadt sind etwa zwölf Prozent aller Adressen (circa 2705) mit Glasfaser erschlossen, weiß Gigabit-Koordinator Daniel Schleicher, Mitarbeiter im Referat Tiefbau. Etwa 85 Prozent der Adressen (circa 19.250 Adressen) sind mit gigabitfähigen Anschlüssen versorgt. Das bedeutet, dass eine Bandbreite bis zu 1000 Megabit/Sekunde (Mbit/s) möglich ist, allerdings nicht über ein Glasfaserkabel, sondern über ein herkömmliches Koaxialkabel – das Fernsehkabel. Eine Bandbreite von 1000 Mbit/s gilt zurzeit in Deutschland als eine der schnellsten Internetverbindungen.
Warum braucht es Glasfaser, wenn 1000 Mbit/s – aktuell der Richtwert, wenn es um sehr schnelles Internet geht – auch über das Fernsehkabel erreicht werden können?
Das Fernsehkabel stößt bei vielen gleichzeitigen Nutzern an seine Grenzen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn abends viele Menschen in einem Gebiet zu Hause sind und das Internet nutzen. Dann kommt es zu zeitlichen Verzögerungen in der Datenübertragung, die Internetverbindung „ruckelt“. Die Datenmengen, die jeder einzelne durchschnittlich verbraucht, steigen stetig. Darauf weist Schleicher hin. Sowohl das Arbeiten im Homeoffice, das Streamen von Filmen und Serien, Online-Konferenzen oder Computerspiele wirken sich darauf aus. Mit einem Glasfaserkabel – die Signale werden darüber per Licht übertragen – kann eine größere Datenmenge störungsfrei übermittelt werden. Egal, wie viele Menschen gleichzeitig das Internet nutzen, entstehen so keine Verzögerungen.
Bleibt das Kupferkabel erhalten?
Schleicher sagt: „Das Ganze ist leider nicht mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten.“ Da sei zunächst die Frage, was mit Kupfer gemeint ist. Hier gibt es DSL (Telefon), aber auch die TV-Kabel. Tatsächlich soll nach dem Glasfaserausbau das DSL abgeschaltet werden, so Schleicher. Der Zeitpunkt hänge von der Telekom und der Bundesnetzagentur ab. Experten gingen vom Jahr 2032 aus. „In zehn Jahren könnte das DSL abgeschaltet werden“, so Schleicher. Die Abschaltung erfolge nacheinander regional. Da viele Menschen das TV-Signal über das betreffende Kupferkabel erhielten, werde dieses weiter betrieben.
Wo gibt es in Kaiserslautern konkrete Projekte, um das Glasfasernetz auszubauen?
Derzeit betreibt die Deutsche Glasfaser die Nachfragebündelung in Morlautern, Erlenbach, Gersweilerhof, Erzhütten/Wiesenthalerhof, Hohenecken, Dansenberg sowie auf dem Kaiserberg, Fischerrück, Bännjerrück, Lämmchesberg, Betzenberg, in Kaiserslautern-Nord, in der Uni-Wohnstadt, der Siedlung am Belzappel und im Grübentälchen. Bis 6. Juli können die Anwohner einen Vertrag abschließen, um einen kostenlosen Glasfaseranschluss bis ins Haus oder die Wohnung zu bekommen. „Wenn mindestens 33 Prozent der anschließbaren Haushalte mitziehen, steht dem Ausbau nichts mehr im Wege“, erklärt das Unternehmen. Wer einen Glasfaseranschluss möchte, muss aber einen Zwei-Jahres-Vertrag für die Internetnutzung abschließen. Ohne Vertrag ist der Hausanschluss nicht kostenlos möglich, erklärt Björn Symanzik, Projektleiter des Unternehmens.
Symanzik: „Wir hatten vergangenes Jahr schon die Nachfragebündelung in Erfenbach und Siegelbach. Das Projekt ist dort in Prüfung und in Feinplanung.“ Wie Daniel Schleicher von der Stadt mitteilt, sei in diesen beiden Stadtteilen die Vorvermarktungsquote erreicht worden. In der Innenstadt plane die Telekom zudem den Ausbau des Netzes. Das geplante Gebiet reicht im Westen bis zur Pfaffstraße, im Osten wird es von der Nordbahnstraße begrenzt. In Nord-Süd-Ausdehnung verläuft es von der Ludwigstraße bis zu den Bahngleisen, so Schleicher. Generell habe auch die SWK Interesse signalisiert, ausbauen zu wollen. Es sei aber noch zu früh, um Konkreteres zu sagen.
Wie lange wird es dauern, bis in den besagten Gebieten Glasfaser liegt?
Nach Ansicht des Gigabit-Koordinators wird das nicht schnell gehen – selbst wenn die Nachfragebündelung für die Unternehmen positiv enden sollte. „Bis der Ausbau danach beginnt, rechnen wir mit einem Jahr“, sagt er. Das liege daran, dass Baugenehmigungen einzuholen sind, die Unternehmen zunächst planen und Firmen finden müssen, die für sie die Tiefbauarbeiten und Verlegung übernehmen. Schleicher: „Wir gehen dann davon aus, dass es noch einmal ein bis eineinhalb Jahre dauert, bis der Ausbau beendet ist.“
Wird die Straße mehrfach aufgerissen, wenn weitere Unternehmen ausbauen möchten?
Das ist durchaus möglich, erklärt Schleicher. Als Gemeinde oder Kommune könne man dies nicht verhindern. Beschwerden könnten in ein Meldeportal der Bundesnetzagentur eingegeben werden. Bürgerinnen und Bürger können sich in solchen Fällen direkt an ihn wenden, „ich gebe es dann im Meldungsportal ein“.
Mit Blick auf den jetzt geplanten Ausbau erklärt er: „Die Deutsche Glasfaser baut ein ,Open Access’ Netzwerk. Bedeutet: Alle Telekommunikationsunternehmen können sich auf das Netz schalten, wenn sie dafür Miete bezahlen.“ Es bestehe aber keine Pflicht dafür. „Aktuell hat die Vodafone einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser“, fügt er hinzu. Nach der Mindestvertragslaufzeit könnten Kunden mit einem Anschluss der DG also zu Vodafone wechseln. „Jedes andere Unternehmen kann sich entscheiden, auch die Infrastruktur zu mieten oder eine parallel laufende Infrastruktur zu bauen.“
Lohnt sich ein Glasfaseranschluss auch, wenn ich schon älter bin und das Internet nur wenig nutze?
Eine ganz einfache Antwort darauf gibt es nicht, meint Schleicher. Es sei eine Kosten-Nutzen-Abwägung notwendig. „Generell ist Glasfaser immer gut, wenn Sie sich Ihren Bedarf an Bandbreite in zehn Jahren vorstellen können und wüssten, wie viel sie da verbrauchen“, erläutert er. Das sei aber nur schwer abzuschätzen. Ein anderer Faktor ist die Wertsteigerung des Eigenheims. „Experten gehen von ungefähr drei bis fünf Prozent Wertsteigerung der Immobilie aus, wenn ein Glasfaseranschluss vorhanden ist“, so Schleicher. Mit Blick auf ältere Menschen, die den Anschluss für sich selbst nicht brauchen, meint er: „Sie sollten sich daher überlegen, ob es für Sie Sinn ergibt, wenn Sie Ihr Haus vielleicht vererben oder verkaufen wollen. Das ist eine Entscheidung, die man dann mit den künftigen Erben treffen sollte.“
Lässt sich ein Glasfaseranschluss nachrüsten?
Grundsätzlich ja. Doch wer sich nicht an der Nachfragebündelung beteiligt und erst später einen Glasfaseranschluss haben möchte, muss in der Regel eine Gebühr dafür bezahlen. Die Deutsche Glasfaser verlangt für einen nachträglichen Hausanschluss beispielsweise 750 Euro. Symanzik erläutert das bauliche Vorgehen: „Wir bereiten jedes Grundstück so vor, dass wir auch hinterher noch einen Anschluss machen können. Dafür ist dann nur noch ein Kopfloch an der Grundstücksgrenze und eines an der Hauswand nötig.“ Die restliche Straße bleibe davon unberührt.
In der Vergangenheit gab es immer mal wieder Beschwerden über das Vorgehen von Werbern, die von Haustür zu Haustür gingen, um für Unternehmen wie die Deutsche Glasfaser Verträge abzuschließen. An wen kann ich mich bei Kritik wenden?
Daniel Schleicher ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger. Er ist telefonisch unter 0631 365 2399 erreichbar. Die Stadt habe nach einigen Beschwerden mit der Deutschen Glasfaser in den vergangenen Monaten auch Gespräche dazu geführt, „dass die Qualität ihrer Vorvermarktung nicht immer dem entspricht, wie wir es uns vorstellen“, sagt er.
Die Deutsche Glasfaser bietet im Zuge der Nachfragebündelung in den nächsten Tagen zudem Informationsabende für Bürgerinnen und Bürger an. Björn Symanzik wird dort mit einem Beraterteam vor Ort sein und für Fragen in Einzel- oder Kleingruppengesprächen bereitstehen. Zudem ist in der Mannheimer Straße 9 ein Service-Punkt eingerichtet. Er ist dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18.30 Uhr geöffnet. Es kann auch ein Beratungstermin zu Hause vereinbart werden.
Ab wann läuft mein Vertrag, wenn ich mich entschließe, bei der Nachfragebündelung der Deutschen Glasfaser „ja“ zu sagen?
„Die Vertragslaufzeit beginnt mit der Schaltung des Anschlusses, sobald Licht auf die Glasfaser geschaltet werden kann“, erklärt Projektleiter Symanzik. „Also nach Fertigstellung eines Bauabschnitts.“ Solange der Bau noch nicht abgeschlossen ist und der Anschluss in Betrieb genommen werden kann, würden keine Kosten fällig.
„Die monatliche Grundgebühr wird erst fällig, wenn der Vertrag beim bisherigen Anbieter ausgelaufen ist. Dieser wird auch erst gekündigt, wenn wir den Kunden tatsächlich versorgen können“, erklärt er. In der Regel hätten Altverträge nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit eine Kündigungsfrist von einem Monat.
Zur Sache: Infoabende der Deutschen Glasfaser
Erlenbach: Montag, 8. April, 19 Uhr, Theo-Barth-Halle, Am Matzenberg 7B
Hohenecken: Dienstag, 9. April, 19 Uhr, Burgherrenhalle, Forststraße 2A
Morlautern: Mittwoch, 10. April, 19 Uhr, Mehrzweckhalle, Otterberger Straße 47
Dansenberg: Donnerstag, 11. April, 19 Uhr, katholisches Pfarrheim, Hautzenbergstraße 6
Kaiserslautern (mehrere Sammeltermine für einzelne Ausbaugebiete): Montag, 15. April, 19 Uhr, Mehrzweckhalle der Geschwister-Scholl-Schule, Schreberstraße 37; Dienstag, 16. April, 19 Uhr, Fritz-Walter-Stadion, Fanhalle Nord; Donnerstag, 18. April, 19 Uhr, Veranstaltungshalle Gartenschau.