Handball
Gespenstische Atmosphäre beim Auswärtsspiel
Mit Tobias Kurz (18) und Ben Kölsch (17) standen zwei Nachwuchsspieler im Kader, die im bisherigen Saisonverlauf hauptsächlich in der Oberligamannschaft der Schwarz-Weißen zum Einsatz kamen. Die beiden Youngster erzielten jeweils einen Treffer. Rückraumspieler Robin Egelhof und der Routinier Steffen Kiefer hatten die Reise nicht mit angetreten, dafür standen Felix Dettinger und der von einer Corona-Infektion genesene Fabian Serwinski wieder im Aufgebot.
Von einem echten Heimvorteil für Gummersbach konnte angesichts der offiziell nur 35 Zuschauer in der fast menschenleeren Schwalbe-Arena keine Rede sein. „Wir haben die ungewöhnlichen Rahmenbedingungen sehr gut angenommen und es geschafft, uns voll und ganz auf unsere Leistung zu konzentrieren“, lobte TuS-Coach Marco Sliwa. Die Partie hatte nüchtern betrachtet bestenfalls Trainingsspielcharakter. Die gespenstische Atmosphäre wurde durch das Fehlen des in der Dritten Bundesliga sonst obligatorischen Hallensprechers noch untermauert, der Livestream der Partie wurde unkommentiert ins Internet gestellt. Auch das ein Novum. Mehr Desinteresse an der Durchführung der Pokalrunde hätte man kaum zur Schau stellen können. Dass die Teilnahme an der Pokalrunde auf freiwilliger Basis erfolgt, hatte sich anscheinend nicht bis nach Gummersbach herumgesprochen.
Aus allen Lagen getroffen
„Es war nicht einfach, unter diesen Umständen dort anzutreten, zumal auch der ein oder andere Spieler auf dem Parkett stand, der uns nicht bekannt war. Wir hätten zur Pause schon höher führen müssen, haben zu Beginn aber leider etwas zu fahrig gespielt und obendrein zwei Siebenmeter verworfen“, erläuterte Sliwa. Der Plan, über weite Strecken mit zwei Kreisläufern zu agieren, ging auf. Sebastian Bösing (6) und Nils Röller (5) brachten es am Kreis gemeinsam auf elf Tore. Besser als der Kapitän der Dansenberger traf aus dem Spiel heraus nur Nuno Rebelo (7). Die meisten Treffer verbuchte Jan Claussen. Vier seiner insgesamt acht Tore erzielte er per Siebenmeter.
Die Westpfälzer erhöhten nach dem Seitenwechsel sofort die Schlagzahl, setzten ihren Gegner früh unter Druck und zwangen ihn so im Spielaufbau zu vermeidbaren Fehlern. Dansenberg traf jetzt aus allen Lagen, zog bis zur Mitte der zweiten Halbzeit über 22:16 auf 29:19 (45.) davon und baute seine Führung weiter aus. Unter den insgesamt zehn Torschützen befand sich auch Keeper Henning Huber, der mit einem Wurf über das gesamte Feld hinweg in das kurzzeitig verwaiste VfL-Tor traf (31:19/47.).
„Wir haben an unserem Plan festgehalten und bis zur 50. Minute sehr konsequent gespielt. Es war sehr wichtig, dass wir mit einem Sieg gestartet sind, zumal mit dem TV Gelnhausen jetzt eine echte Topmannschaft bei uns zu Gast ist“, sagte Sliwa mit Blick auf das anstehende Heimspiel am Samstag (20 Uhr).
So spielten sie
TuS Dansenberg: Jovanovski/Huber (1) - Claussen (8/4), Rebelo (7), Bösing (6), Röller, Rose (je 5), Waldgenbach (3), Serwinski (2), Kurz (1/1), Kölsch (1), Dettinger, M. Holstein