Handball
Es sieht nach einem versöhnlichen Abschluss für den TuS aus
Der nie gefährdete Sieg im letzten Heimspiel der Saison 2021/22 bot einen würdigen Rahmen für die im Anschluss vorgenommene Verabschiedung von insgesamt sechs Spielern: Rechtsaußen Steffen Kiefer, Kreisläufer Nils Röller, Spielmacher Julius Rose, Rückraumspieler Nuno Rebelo sowie die beiden Torhüter Henning Huber und Martin Jovanovski, werden in der kommenden Spielzeit nicht mehr zum Kader gehören. Freundlicher Applaus, Präsente und ein paar nette Worte zum Abschied wurden ausnahmslos allen Spielern zuteil. Mit Sprechchören gefeiert wurde von den Zuschauern aber nur einer: Steffen Kiefer.
Das Dansenberger Eigengewächs wurde von seinen Mannschaftskameraden nach dem Spiel spontan auf die Schultern genommen und Richtung Stehplatzränge manövriert. Kapitän Sebastian Bösing kannte kein Pardon, bugsierte Kiefer an die vorderste Front und sorgte somit dafür, dass der 34-Jährige nach seinem letzten Drittligaheimspiel noch einmal voll und ganz im Mittelpunkt stand.
Alleiniger Tabellenführer
Dass Kiefer direkt nach seiner Einwechslung Mitte der ersten Halbzeit einen Doppelpack schnürte, passte ins Bild eines aus Sicht des TuS Dansenberg rundum gelungenen Abends. Dass der bis dahin punktgleiche TV Gelnhausen im Parallelspiel bei der HG Saarlouis mit 22:32 baden ging, bescherte den Schwarz-Weißen die alleinige Tabellenführung. Die Mannschaft von Interimstrainer Marco Sliwa hat die angestrebte Qualifikation für den DHB-Pokal somit in der eigenen Hand. Es wäre der versöhnliche Abschluss einer turbulenten Saison, in der die Schwarz-Weißen den als Saisonziel definierten Einzug in die Aufstiegsrunde lange Zeit zu verpassen drohten, ihn auf den letzten Drücker noch klarmachten und dann letztendlich freiwillig auf die Teilnahme verzichteten.
Dass sich das Gesicht der Mannschaft verändern würde, deutete sich nach den vorzeitigen Abgängen von Toptorhüter Kevin Klier (Karriereende nach Verletzung), Nicolas Schwenzer und Raphael Guden bereits frühzeitig an. Die beiden Letzteren hatten den Verein zur Winterpause verlassen. Nach den insgesamt neun Abgängen wird nach der Sommerpause ein Neuaufbau angestrebt.
Rincons Drittligadebüt
Von den Spielern, die an Bord bleiben, konnten sich gegen den VfL Gummersbach vor allem der achtfache Torschütze Jan Claussen und der ebenfalls enorm treffsichere Torben Waldgenbach (7) in Szene setzen. Die beiden Rückraumspieler spielten überragend und nutzten die ihnen gewährten Freiräume gnadenlos aus. Für den angeschlagen auf der Bank sitzenden Jovanovski rückte Verbandsligakeeper Christopher Rincon in den Kader. Er kam beim Stand von 14:9 (23.) zu seinem Drittligadebüt, bei dem er prompt einen Siebenmeter entschärfte.
Dansenberg baute seine Führung nach Halbzeit auf zehn Tore aus (21:11/33.) und ließ es fortan etwas gemächlicher angehen. Die allerletzte Konsequenz ging der Mannschaft jetzt ab, wie neun torlose Minuten im zweiten Durchgang deutlich machten. Von den elf eingesetzten Feldspielern konnten sich zehn in die Torschützenliste eintragen. Torwart Henning Huber traf zum 27:18 (45.) ins kurzzeitig verwaiste Gästetor. Die letzten fünf Minuten gehörten dann noch einmal Rincon.
Mit einem Sieg beim TV Gelnhausen könnte der TuS den Einzug in den DHB-Pokal am Samstag (19.30 Uhr) vorzeitig perfekt machen und dann entspannt in das Saisonfinale bei der HG Saarlouis gehen.
So spielten sie
TuS Dansenberg: Huber (1), Rincon, Jovanovski - Claussen (8), Waldgenbach (7), Rose, Bösing, Kiefer (je 3), Röller (2), Serwinski (1/1), M. Holstein (1), T. Holstein
Spielfilm: 4:5 (12.), 8:5 (14.), 13:8 (21.), 19:11 (Halbzeit), 22:16 (38.), 27:18 (45.), 28:20 (54.), 32:25 (Ende) - Zeitstrafen: 1/2 - Siebenmeter: 1/2 - 5/7 -Beste Spieler: Claussen, Waldgenbach - Eickhoff - Zuschauer: 230 - Schiedsrichter: Gräf/Risch