Boxen
Debüt für drei Lokalmatadoren bei Gala von Olympia Ramstein
Ein großer Andrang an Schaulustigen sowie eine kleine technische Störung verzögerten den Beginn der Gala um eine Dreiviertelstunde. Mit dem Einmarsch der beiden Boxlager aus der roten und blauen Ecke war die lange Wartezeit aber wieder vergessen. Bevor im Ring die einzelnen Paarungen vorgestellt wurden, trat Joachim Felka, erster Beigeordneter der Stadt Ramstein-Miesenbach, in Vertretung des Bürgermeisters Ralf Hechler ans Mikrofon. Auf ein paar kurze Danksagungen, gerichtet an den Veranstalter Reiner Gies, Abteilungsleiter und Trainer bei der BC Olympia Ramstein, folgte eine knappe Begrüßung des Veranstalters selbst. Die Zuschauer klatschten Beifall und warteten hochgestimmt auf den ersten Glockenton.
Kurz darauf hieß es zum ersten Mal „Let’s get ready to rumble“. Die Motivation der Boxer erfüllte die Erwartungen der Zuschauer, zumindest der Kämpfer aus der roten Ecke. Lars Jädtke vom AV Speyer drosch eine Vielzahl an Schlagkombinationen auf seinen Kontrahenten Sahel Helmand vom PSV Frankfurt, dessen Trainer bereits in der ersten Runde das Handtuch warf. Auf diesen sehr kurzen ersten Kampf folgten zwei Duelle in der Klasse bis 70 Kilogramm. In Beiden konnte sich die blaue Ecke durch ein einstimmiges Urteil durchsetzen. Max Wittig vom PSV Frankfurt und Matin Panwani vom BR Westerwald überzeugten die Punktrichter jeweils einstimmig mit ihrem sehr dynamischen Kampfstil.
Frauenkampf erste Höhepunkt des Abends
Es folgte der erste Höhepunkt des Abends, zwei Frauen traten sich im Ring gegenüber. Von fehlender Power war keine Spur, beide Kämpferinnen überzeugten mit ihrem starken Kampfgeist. Linksauslegerin Alina Schuch vom WABC Wiesbaden konnte aber vor allem in Runde zwei einige gute Kopftreffer landen, die auch dazu führten, dass sie das Duell gegen Birgit Beiderbeck vom PSV Frankfurt letztlich mit 4 zu 1 für sich entschied.
Auf diesen kleinen Höhepunkt folgte gleich der nächste. Lokalmatador Paul Leineweber gab vor heimischer Kulisse sein Debüt. Enayat Maqsodi vom 1. FC Kaiserslautern war in diesem Lokalderby sein Gegner. In der Boxklasse bis 65 Kilogramm zeigten beide Kämpfer eine eindrucksvolle Leistung und jagten sich furchtlos durch den Ring. Gegen Ende von Runde zwei konnte der Lauterer Kämpfer aber mehr und mehr die Kontrolle übernehmen und entschied den Kampf durch RSC (Referee Stops Contest) in der dritten Runde für sich. Trainer Reiner Gies war dennoch stolz auf die Leistung seines Debütanten und blickte zuversichtlich nach vorne. „Paul hat super geboxt, er konnte nur leider nicht ganz umsetzen, was wir geübt haben. Er wird das aber ganz sicher hinbekommen.“
Deutsche Meisterin Hamel als Ringsprecherin
Nach neun Kämpfen folgte eine 30-minütige Pause. Aufgrund der etwas stickigen Luft in der Halle waren viele Zuschauer froh, kurz durchzuatmen. Nach dem Luftholen übernahm Überraschungsgast Maria Hamel, mehrfache Deutsche Meisterin in der Frauenklasse, das Mikrofon und gab ihr Ringsprecherdebüt.
Im zweiten Block folgten zehn weitere Kämpfe. Sehr viel Boxerfahrung zeigte sich im Kampf zwischen Monsour Rahmati (rote Ecke) von der TG Darmstadt, der in seinem 27. Kampf gegen Ivan Ahapov mit stolzen 41 Kämpfen in den Ring stieg. Beide Duellanten attackierten mit enorm präzisen Schlägen und einem sehr hohen Tempo. Ahapov ließ sich nicht in die Ecke treiben, immer wieder löste er sich mit Kontraboxen souverän aus brenzligen Situationen. Die Erfahrung war dem Kämpfer aus der blauen Ecke anzumerken, nach Punkten entschied er den Kampf für sich.
Gefeiertes Debüt von Enrico Igel
Zu guter Letzt marschierte Enrico Igel, ebenfalls Debütant beim BC Olympia Ramstein, in den Ring. Dieser Schlusspunkt des Tages riss die Zuschauer von den Sitzen, es gab nur wenige, die keine lautstarken Anfeuerungsrufe von sich gaben. Igel warf alles rein und kämpfte mit blutender Nase gegen Mikail Travali vom PSV Frankfurt. Irrtümlicherweise hatte Travali aber vier Kämpfe mehr als der Lokalmatador, was vor allem in den ersten Kämpfen einen großen Unterschied machte. Dementsprechend hatte sein Kontrahent ein gutes Stück mehr Erfahrung, was den Sieg des Frankfurters mit RSC in Runde zwei begünstigte. Reiner Gies war aber auch von dieser Leistung sehr überzeugt. „Enrico hat es wirklich super gemacht.“ Zudem freute er sich über den gelungenen Abend. „Ich bin super stolz auf meine Boxer und sehr zufrieden mit dem ganzen Abend.“ So soll es nächstes Jahr auch in die siebte Auflage gehen.