Kaiserslautern
Beim Kümmelweckfest werden verdiente Feuerwehrleute geehrt
Die traditionelle Festveranstaltung der Lauterer Feuerwehr am Freitagabend in der Theo-Barth-Halle in Erlenbach war wie gewohnt eine Gala der Kameradschaft unter den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr. Zum zweiten Mal in diesem Jahr traf sich die Mannschaft in Blau zur Verpflichtung neuer Mitglieder, zur Feier von Beförderungen und zur Auszeichnung von Dienstjubilaren.
Gäste auf dem Kümmelweckfest werden zwar schon immer mit ausgesuchter Freundlichkeit empfangen. Trotzdem wird der Einzelne dort wohl nie ganz das Gefühl der Beklommenheit los, sich einen Blick in das feste Gefüge einer Familienfeier zu erlauben. Die Frauen und Männer in ihren dunkelblauen Uniformkombis sind an diesem Abend in der Theo-Barth-Halle immer zu sehen im Kreis ihrer Kameraden. Die Hintergrundmusik aus der Bühnenanlage kann sich vor Beginn der Feierstunde nur selten Gehör verschaffen. Aus den großen Runden um die Stehtische herum tönen regelmäßig kräftige Lachsalven. Einzeln in den langen und noch nicht besetzten Stuhlreihen sitzen nur Gäste.
Wie Eltern mit ihren Kindern
Martin Gugel, Leiter der Stabstelle Freiwillige Feuerwehr beim Referat Feuerwehr und Katastrophenschutz, moderiert die Feierstunde an diesem Freitagabend. Auch noch einige Minuten nach dem offiziellen Beginn des Festes muss er die Mannschaften freundlich bitten, ihre Kameradschaftskreise aufzulösen und nun Platz zu nehmen. Dann erteilt er das Wort Manuel Steinbrenner. Er ist seit einigen Monaten der zuständige Dezernent – Nachfolger von Peter Kiefer. Zu seinem Aufgabenbereich gehört neben anderen auch die Stabstelle Feuerwehr und Katastrophenschutz.
„Die Sorge um die Unversehrtheit der Menschen ist das höchste Gut“, sagt Steinbrenner. Die sei umso höher zu schätzen in der heutigen Welt, die von großer Instabilität und rascher Entwicklung der Technik geprägt sei. Es gelte deshalb den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Dank zu sagen und die Wertschätzung der Gemeinschaft zum Ausdruck zu bringen. Die Wehrleute leisteten ihren Dienst ohne viel Aufhebens davon zu machen. Ein großes Dankeschön gebühre auch den Familien der Feuerwehrleute, die oftmaliges abendliches Unterwegssein zu verkraften hätten. „Den hier versammelten 240 Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr sei versichert, dass wir als Stadt bemüht sind, bestmögliche Bedingungen für Ihren Dienst zu bieten“, so der Beigeordnete.
Wenig Gewalterfahrungen
„Die Entwicklung geht von einer Krise in die nächste“, sagt Thomas Höhne bei seiner Ansprache. Der Leiter des Referats Feuerwehr und Katastrophenschutz stellt die Frage, was denn eigentlich wichtig sei. Es sei die Perspektive auf das Wesentliche im Leben. „Das könnt Ihr am besten verstehen“, fügt er an, „die Ihr in eurer Freizeit selbstlos anderen helft.“ Höhne stellt in seinen Grußworten eine weitere Frage: Woher komme die Motivation, aus eigenem Antrieb für das Wohl der Bürger da zu sein? Er sehe in dieser Hinsicht viele Parallelen zum Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern. Ihre Sorge werde als selbstverständlich hingenommen, aber selten gedankt.
Bisher sei es auch immer so gewesen, dass die Bürger eine Art Urvertrauen in die Feuerwehr hatten. Dies scheine sich leider zu ändern. Zumindest in den Großstädten habe es Gewalt gegen Einsatzkräfte gegeben. „Rheinland-Pfalz ist davon bisher verschont geblieben“, sagt Höhne. Der Freiwilligen Feuerwehr gälten daher viele gute Wünsche.
Ehrungen
Im Rahmen des Kümmelweckfestes gab es angesichts ihrer 25-jährigen Dienstzeit Dankesurkunden für Daniel Blanz, Andreas Burchert, Wolfgang Diehl, Sascha Faber, Andreas Frohnhöfer, Marco Helf, Sebastian Hornef, Michael Jung, Benjamin Reiß und Alexander Rothmann. Für 30 Jahre Dienst wurden geehrt: Alexander Braun, Sandra Jung und Matthias Schmitt. Ehrungen für 35 Jahre Dienst gab es für Günther Denig, Markus Müller, Robert Schäfer, Stefan Schröder und Rüdiger Seifts. Walter Kallmayer und Rudolf Scheubeck haben der freiwilligen Feuerwehr 40 Jahre gedient. Ausgezeichnet für 45 Jahre wurden Ralf Kleiner, Jürgen Dein, Berthold Wandschneider sowie Jürgen Weißmann. Unerreicht sind aber die 50 Jahre ehrenamtlicher Einsatz von Jürgen Früh aus Mölschbach. Diese Ehrung wurde zum ersten Mal vergeben.
