Kaiserslautern Alte Hasen, junge Füchse und abgebrühte Torjäger

„Ich wusste gar nicht, wie ich jubeln soll, dann habe ich einfach geschrien.“ Bernard Kyere-Mensah vom 1. FC Kaiserslautern II kann sein Glück noch gar nicht fassen. Im letzten Saisonspiel gegen die SpVgg Neckarelz hat er sein erstes Regionalligator gemacht.

Zweimal stand der 19-Jährige bisher von Anfang an auf dem Feld, „und von meiner Position aus ist es ja auch nicht leicht zu treffen“, sagt der Abwehrspieler, der sich gerade im Jubelkreis hat feiern lassen und immer noch strahlt. Der 4:0-Sieg im Elzstadion, der dem Ghanaer zeigte, wo sein Weg mit der U23 hingehen kann, war für viele seiner Vereinskameraden ein versöhnlicher Abschied. Eine Reihe von Spielern scheiden zum Saisonende aus, weil ihre Verträge auslaufen, sie die magische Altersgrenze von 23 überschritten haben. Torhüter Felix Junghan vom Chemnitzer FC, der in der Winterpause für den verletzten Jan-Ole Sievers die Reservistenrolle übernahm, ist froh über seine Zeit in Kaiserslautern, auch wenn er kein einziges Mal gespielt hat. Er hat sich nach einem Kreuzbandriss zurückgekämpft und das Interesse höherklassiger Vereine geweckt. Mittelfeldmann Christopher Kracun (22), Florian Riedel (24, Abwehr), Mario Müller (23), Kevin Lahn (23, beide Mittelfeld) und Calogero Rizzuto (23, Abwehr) müssen gehen. Vereine, die sie aufnehmen, haben sie noch nicht, aber Hoffnungen. Rizzuto hofft, dass es noch Gespräche gibt mit dem Verein, bei dem er die letzten sieben Jahre verbracht hat. Er durfte mehrfach mit den Profis trainieren, war bei Testspielen dabei, hat dort wie im Spiel gegen Neckarelz eine Torvorlage geliefert. Ob das und ob er eine Rolle spielt, weiß er nicht. „Die Gespräche laufen“, sagt Vorstandsboss Stefan Kuntz, nachdem feststeht, dass der FCK in der Zweiten Liga bleibt. Noch ist offen, wie die Chancen stehen für die Ehemaligen aus der U23, die auf Mallorca gerade den Abschluss einer traumhaften Saison feiern. Kuntz: „Jeder, der rauskommt, war mindestens einmal im Probetraining. Wir haben die alle auf dem Schirm.“ „Dieser Weg wird kein leichter sein“, dröhnt es aus den Lautsprechern des Elzstadions. Mit gesenkten Köpfen trottet die Elf von Neckarelz Richtung Kabine. Während die Zuschauer draußen mit Freibier den Nichtabstieg der SpVgg feiern, gehen auch sie in eine unbekannte Zukunft. Zehn Spieler verlassen den Verein. Alexander Bugera (36), Kapitän des 1. FC Kaiserslautern II, hat einen anderen Weg gewählt. Er hat seine Karriere als Spieler beendet und wird als Trainer weiterarbeiten, künftig die U13 des 1. FC Kaiserslautern betreuen. Eine der frei gewordenen Ü23-Stellen hat Johannes Reichert bekommen. Dem 23-jährigen Abwehrspieler wird das letzte Saisonspiel noch länger schmerzhaft in Erinnerung bleiben. In der 50. Minute ging er nach einem Zweikampf zu Boden. Sein Gegenspieler hatte ihn mit dem Schuh im Gesicht getroffen. Reichert kam mit Nasenbeinbruch ins Krankenhaus und nahm es sportlich. „Es war keine Absicht. Auf Mallorca kann ich mich ja auskurieren.“ Von Urlaub kann FCK-II-Trainer Konrad Fünfstück derzeit nur träumen. Er muss noch eine Reihe von Gesprächen führen. Schließlich war die Kaderplanung für ihn auch abhängig vom Ausgang der letzten Saisonpartie der Profis. Mit lachendem Auge freut er sich auf Jungfüchse wie Lukas Hartlieb, Leon Bell Bell und Waaris Bhatti, die von der A-Jugend dazustoßen, freut sich über das 2:0 von Stürmer Erik Wekesser (19), Sekunden nach dessen Einwechslung. Mit weinendem Auge lässt er die Erfahrenen gehen, die mitgeholfen haben, die U23 auf Platz vier zu heben. Dieser Weg ...

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