Grünstadt VfR mit zwei Platzverweisen

HORCHHEIM/GRÜNSTADT. Das Trainerduo Ibrahim Kurt und Fabian Herchenhan vom Landesligisten VfR Grünstadt hatte sich am Mittwoch in der zweiten Fußball-Verbandspokalrunde beim rheinhessischen Bezirksligisten SV Horchheim einiges vorgenommen. Wäre beinahe schief gegangen. Mit viel Glück, allerdings auch einer gehörigen Portion Kampfgeist, siegten die Grün-Weißen nach Verlängerung 2:1. Am morgigen Sonntag, 15 Uhr, gastiert der VfR bei der TSG Hechtsheim.

Die Trainer ließen gegen Horchheim ihre Stammakteure Marcel Pauli, Deniz Ali, Tobias Fath und Henrik Weisenborn zunächst auf der Bank, um den anderen eine Chance zu geben. Das hätte sich beinahe gerächt. Spielertrainer Herchenhan sah nach Foulspiel überdies zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit von Schiedsrichter David Rau (Nierstein) die Rote Karte. Eine sehr harte Entscheidung, zumal der Regisseur, dem an diesem Abend nicht so viel gelang, vermutlich beim kommenden Meisterschaftsspiel in Hechtsheim am nächsten Sonntag dadurch fehlt. Zuvor musste Stefano Cassola nach überflüssigem Foul mit Gelb-Rot das Feld verlassen (82.). Bis dahin sahen die Zuschauer einen technisch schwachen, dafür allerdings stark kämpferisch geprägten Pokalfight, der an frühere Zeiten, als sich beide Teams noch in der Verbandsliga Südwest duellierten, erinnerte. Ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen, im Gegenteil: die Gastgeber spielten zeitweise überlegen, besaßen gute Möglichkeiten, um mit zwei oder drei Treffern in Führung zu gehen. Nach einem Foul an Uwe Rebholz zeigte der Unparteiische sofort auf den Elfmeterpunkt und Herchenhan gelang die Führung (33.). Hoch verdient fiel der Ausgleich der Gastgeber durch Benjamin Baumann (68.) nach einem Eckball, als die VfR-Abwehr schlief. Mit nur acht Feldspielern rettete der Landesligist das Remis über die Zeit und in der Verlängerung gelang in Unterzahl sogar der Siegtreffer. Hauptbeteiligte waren die eingewechselten Weisenborn und Fath. Das „Schlitzohr“, der unberechenbare „Tobi“, stand mal wieder genau richtig, als die präzise Flanke von Nico Müller nach Vorarbeit von Weisenborn ihn erreichte. Fath nahm das Leder direkt und drosch es mit dem Außenrist unhaltbar ins Netz (110.). Mit großem Kampf retteten die Grünstadter den hauchdünnen Vorsprung über die Zeit. Trainer Kurt: „Es war von uns eine miserable Leistung, ein Spiel, das wir schnell vergessen sollten. So sind nun mal Pokalspiele. Ich muss dennoch meinem Team für dessen Moral nach den Platzverweisen von Cassola und Herchenhan ein Kompliment machen. Da sah man deutlich, dass auch Kraft und Kondition da sind. Wir sind eine Runde weiter, nur das zählt.“ Das Trainerduo will am Freitagabend nach dem Abschlusstraining mit der Mannschaft nochmals einige Fehler aus dem Pokalspiel besprechen, die sich gegen die TSG Hechtsheim zum zweiten Landesliga-Spieltag am Sonntag (15 Uhr, Kunstrasenfeld Heinz-Lemb-Weg in Mainz) nicht wiederholen dürfen. Kurt: „Meine Elf kam in Horchheim überhaupt nicht auf dem Kunstrasen zurecht.“ Bei der Mainzer Stadtteilelf müssen die Pfälzer wieder auf Kunstrasen bestehen. Und das vermutlich ohne Regisseur Herchenhan. Hechtsheim erlitt im Lokalderby bei SVW Mainz zum Saisonauftakt eine derbe 0:4-Schlappe, und wird gegen Grünstadt alles dran setzen, um erste Saisonpunkte zu sammeln. Die Partie leitet der Unparteiische Carsten Gassmann aus Speyer. (lau)

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