Handball RHEINPFALZ Plus Artikel HSG Eckbachtal: Ohne Drei, aber mit sicherem Rückhalt nach Illtal

Eckbachtals Torhüter Tobias Schipper baut sich vor seinem Gegenspieler auf.
Eckbachtals Torhüter Tobias Schipper baut sich vor seinem Gegenspieler auf.

Die Freude bei Oberligist HSG Eckbachtal über den enorm wichtigen Sieg gegen Nahe-Glan war groß. Die zwei Punkte verschaffen Luft im Kampf gegen den Abstieg. Gleichwohl haben die „Gekkos“ ihren Sieg mit neuen Verletzten teuer bezahlt. Ein Mann kehrt am kommenden Wochenende zwischen die Pfosten zurück.

„Ein sehr nervenaufreibendes Spiel“, sei der 27:25-Erfolg gegen die HSG Nahe-Glan gewesen, gibt Thorsten Koch zu, der Trainer von Handball-Oberligist HSG Eckbachtal. Zwar leisteten sich seine Schützlinge nach starkem und druckvollem Beginn wieder eine Schwächephase, holten am Ende aber doch die so enorm wichtigen zwei Punkte. „Wir haben in der Crunchtime die Nerven bewahrt“, freut sich Koch. „Wir hatten sieben, acht Minuten drin, in denen gar nichts ging. Irgendwie sind wir dann aber wieder ins Spiel zurückgekommen.“ In der Schwächephase hatte es die HSG besonders Torhüter Rouven Hahn zu verdanken, dass ihr das Spiel nicht entglitt. „Rouven hat uns im Spiel gehalten“, lobt Koch.

Im kommenden Auswärtsspiel am Sonntag (18 Uhr) bei MSG HF Illtal wird der Torhüter der„Gekkos“ freilich anders heißen. „Tobi war diese Woche mehr im Training. Es ist kein Geheimnis, dass er starten wird“, so Koch. Tobi, das ist Tobias Schipper, der sich den Posten zwischen den Pfosten mit Hahn teilt. „Eine Bauchentscheidung“ sei es gewesen, Hahn und nicht Schipper gegen die HSG Nahe-Glan aufzustellen, verrät Koch. Sein Bauchgefühl erwies sich als richtig: „Rouven kam gut rein, wir haben ihn dann 60 Minuten spielen lassen.“

Sie können gut miteinander

Doch auch Tobias Schipper ragte in dieser Saison schon in der einen oder anderen Partie heraus und sicherte Eckbachtal wichtige Punkte. „Die beiden sind auf einem Level und können ganz gut miteinander“, sagt Koch über seine Torhüter. Das bestätigt auch Schipper: „Wir verstehen uns ziemlich gut.“ Prinzipiell, sagt der 30-Jährige, sei er immer heiß auf Spielzeit. „Aber man muss auch damit umgehen lernen, mal 60 Minuten auf der Bank zu sitzen.“

Schipper habe besonders zu Beginn der Runde stark gespielt und sei auch aktuell gut drauf, erzählt sein Trainer. „Er hatte in der Vergangenheit immer das Problem, sich von schlechten Aktionen runterziehen zu lassen.“

Seit der A-Jugend bei der HSG

Das habe der Vizekapitän, dessen Stimme man in der Halle immer höre, inzwischen verbessert. „Vielleicht ist das ein bisschen das Alter“, mutmaßt Schipper, der seit der A-Jugend für die HSG Eckbachtal spielt. „Man wird ruhiger. Ich beschäftige mich nach den Spielen immer mit meiner Leistung und frage mich, wo ich etwas hätte besser machen können. Aber du kannst es dann nicht mehr zurückdrehen.“

Emotionsloser werde er deswegen aber nicht, sagt Schipper, der den mannschaftsinternen Spitznamen „Häusel“ von seinem früheren Nachnamen Häuselmann behalten hat. Der Produktmanager für Schmierstoffe beschreibt sich als „prinzipiell sportbegeistert Am liebsten bewegt sich ein Ball dazu“. Nur Joggen, das sei ein notwendiges Übel. Seitdem er vier Jahre alt ist, hütet „Häusel“ Handballtore. „Ich habe die Sache wohl so gut gemacht, dass ich nicht mehr rauskam“, sagt er und lacht. Ein Torhüter müsse „positiv verrückt sein. Ohne das geht es nicht.“ Er freue sich über jeden Ball, den er abbekomme, weil dieser dann nicht im Tor lande. „Das tut dann jetzt auch nicht unbedingt weh.“ Auf der anderen Seite ärgere er sich trotzdem noch über jedes Gegentor.

Teurer Preis

Gegen den kommenden Gegner Illtal will Schipper sich möglichst wenig ärgern. Ein sicherer Rückhalt ist wichtig, wenn die HSG ihre Auswärtsschwäche überwinden und eine kleine Serie starten will. „Wichtig wäre es, aber wir haben gegen Nahe-Glan einen teuren Preis bezahlt“, sorgt sich der Coach.

Viele Spieler bissen im Spiel auf die Zähne und trainierten diese Woche nicht. „Bei Max Schreiber ist die Verletzung durch das Spiel sicher nicht besser geworden, Philipp Schloss ist erkältet, Simon Müsel im Urlaub“, zählt der Trainer auf. Die Personalprobleme der HSG liegen besonders im Rückraum. Dennoch ist sich Koch sicher, gegen Illtal schlagkräftige Sieben aufs Parkett schicken zu können: „Kreisläufer sind da, Außen auch.“ Und ein sicherer Rückhalt.

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