Grünstadt Großes Theater im Kino

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Schon im alten Europakino in der Jakobstraße gab es immer wieder Aktionen wie Wintergrillen, live vertonte Stummfilme in Kooperation mit dem Kulturverein Grünstadt oder Kino Vino. In der im Juli 2015 auf dem Didiergelände eröffneten Filmwelt sollen die bewährten Veranstaltungen und Abwandlungen davon weiter laufen. Am 27. Januar steht etwa ein Western-Barbecue-Abend zur Premiere von „Hateful 8“ auf dem Programm. Zusätzlich soll im neuen Lichtspielhaus jedoch auch die im größten Saal 1 integrierte Bühne genutzt werden. Im Sommer fand dort eine Strip-Show zu „Magic Mike XXL“ statt. Wie weit die Planung hinsichtlich weiterer Theater-, Kabarett- oder Musikveranstaltungen gediehen ist, fragten wir die beiden Geschäftsführer, Oliver Lebert und Alexander Cyron.

Herr Lebert, Herr Cyron, wird die Bühne in Ihrem neuen Kino schon gut genutzt? Cyron:

Ja, maßgeblich aber bei Vermietungen. Unternehmen laden ihre Mitarbeiter zu Schulungen oder ihre Kunden zu einem Kinoabend ein, den sie zum Beispiel mit Produktpräsentationen verbinden. Das hat dann eher den Charakter einer Freizeit- als einer Verkaufsveranstaltung. Lebert: Allein im Dezember hatten wir etwa zehn solcher Saal-Reservierungen, dazu noch etliche betriebliche Weihnachtsfeiern. Wie werden Sie selbst als Kinobetreiber die Bühne und damit den Saal 1 füllen? Haben Sie vielleicht Bands oder Kabarettisten engagiert? Lebert: Noch nicht. In den letzten Monaten hatten wir viel zu tun, um hier Routine reinzubringen. Cyron: Und es waren noch Restarbeiten zu erledigen. Und jetzt steht noch die Beseitigung des Wasserschadens im Gastrobereich an… Lebert: Zum Glück haben wir das provisorisch so weit in Ordnung bringen können, dass wir mit dem ordentlichen Wiederaufbau von Podest, Wand und Sanitärbereich noch abwarten können. Im Sommer werden wir es angehen, dann sind die Beeinträchtigungen für die Besucher am geringsten. Gibt es also bislang keine Idee für ein erweitertes Kulturprogramm im Grünstadter Kino? Lebert: Doch, es haben erste Gespräche mit regionalen Comedians stattgefunden. Ein Programm wird es jedoch erst im zweiten Halbjahr geben. Für den Herbst denken wir an eine Jazz-Matinee mit Frühstück im Didier`s. Cyron: Musikgruppen werden aber vornehmlich im Open-Air-Bereich auftreten. Noch gibt es ja kein Freiluft-Kino. Wann wird es so weit sein? Lebert: Im Sommer. Die Grundidee – 100 bis 120 Plätze mit Strand-Atmosphäre – steht schon lange fest. Beim Neubau haben wir alles vorbereitet, Stromleitungen sind installiert, eine aufblasbare Leinwand, ein Airscreen, ist angeschafft, die Technik wird gerade ausgewählt. Im Prinzip muss nur noch der Platz hergerichtet werden. Da wir den Open-Air-Bereich, wo wir bei Bedarf auch eine Bühne aufbauen werden, an mehr als zehn Tagen pro Jahr öffnen wollen, haben wir noch ein Schallschutzgutachten zu erstellen. Dieses Jahr steht die Fußball-EM in Frankreich an. Ist an Public Viewing im Open-Air-Kino gedacht? Lebert: Das würde sich anbieten, es kommt aber aufs Wetter an. Auf jeden Fall überlegen wir, Fußballspiele zu übertragen. Apropos übertragen: Sie hatten mal angekündigt, Aufführungen großer Opernhäuser live nach Grünstadt zu holen. Gibt es inzwischen konkrete Pläne? Lebert: Angepeilt sind solche Liveübertragungen einmal monatlich im Wechsel aus verschiedenen Häusern, etwa aus dem Bolshoi Theatre Moskau, dem Londoner Royal Opera House und dem Metropolitan in New York. Cyron: Mit Sekt und Häppchen in der Pause sowie passender Garderobe der Besucher wird dann auch ein gewisses Theater-Gefühl aufkommen. Starten können wir damit jedoch erst im März, wenn die speziell für diese Zwecke konstruierte Satellitenanlage auf dem Dach steht. Lebert: Bis dahin werden wir unserem Publikum einen Vorgeschmack bieten. Am Sonntag, 17. Januar, zeigten wir um 17.45 Uhr das Ballett „Der Nussknacker“, das am 20. Dezember im Bolshoi Theatre aufgezeichnet wurde. Cyron: Obwohl das eher eine weihnachtliche Geschichte ist, hatten wir montags bereits 69 Reservierungen. Lebert: Und am 14. Februar, ebenfalls um 17.45 Uhr, ist bei uns der Tenor Jonas Kaufmann mit „Ein Abend mit Puccini“ aus der Mailänder Scala zu erleben. INTERVIEW: Anja Benndorf

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