Eisenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Das Programm des Neuen Landwegs startet im September

Nursery Crime
Nursery Crime

Die Kultur nicht sterben lassen, auch wenn es sie Geld kostet – diesen mühsamen Weg beschreiten derzeit die Macher beim Kulturverein Neuer Landweg. Dessen Vorsitzender Michael Werner-Scheid informiert über das bevorstehende Herbstprogramm, das trotz Corona über die Bühnen der Region gehen soll.

„Wir veranstalten unter den aktuell gültigen Corona-Regeln, was in etwa heißt, 50 bis 60 Leute dürfen pro Veranstaltung rein“, sagt Michael Werner-Scheid zum Programm, das am 10. September mit dem Musik-Kabarett von Michael Sens mit dem dem Titel „Unerhört Beethoven“. Gespielt wird überwiegend im Theater Blaues Haus auf dem Weierhof, teilweise aber auch in Eisenberg im Evangelischen Gemeindehaus. „Wir müssen bei jeder Veranstaltung Geld zuschießen, aber immer noch sind wir in der Lage, das mit Hilfe unserer Rücklagen zu stemmen“, sagt der Vorsitzende.

Das lasse sich vom Landweg noch eine Weile aufrecht erhalten, aber bis 2022 hoffen alle im Verein, wieder normal arbeiten zu können und wieder Veranstaltungen mit deutlich mehr Besuchern zu haben. So wie in der Vergangenheit, denn die Landweg-Kulturschaffenden haben ein solides Netzwerk in der Szene aufgebaut und ein sicheres Händchen dafür, was beim Publikum im Donnersbergkreis ankommt.

Start mit Kabarett

Überzeugt sind sie deshalb auch mit der Auswahl des Herbstprogramms. Das brandneue Programm von Michael Sens spreche alle Sinne der Zuschauer an. Der vielseitige Kabarettist will mit dem Publikum eine unerhört grandiose 250. Geburtstagsparty für Ludwig van Beethoven geben, bei der es auch ein Geburtstagsständchen zu Ehren des Meisters geben soll. Dieses historische Treffen zwischen Sens und Beethoven in der Öffentlichkeit gebe dem Kabarettisten Raum, seine fantasievolle und mit Kreativität gewebten Flügel in die dunkelsten und taubsten Saalecken des Humors auszubreiten, verspricht der Landweg – ein Angebot das Klassikfans und Kabarett-Freude gleichermaßen ansprechen dürfte.

Ein komplett anderes Genre bedient die Band Nursery Cryme, die sich den Songs der Band Genesis verschrieben hat. Zu erleben sind sie am Samstag, 25. September, wiederum im Theater Blaues Haus. Nursery Cryme widmen sich der klassischen Genesis-Ära, die ihren musikalischen Höhepunkt zweifelsohne mit Frontman Peter Gabriel erreicht hat. Aber auch spätere Werke mit Phil Collins als Leadsänger, speziell „A Trick Of The Tail“, zählen dazu, sodass das Repertoire der Band die Zeit von 1970 bis 1978 umfasst.

Dauergäste wieder am Start

Weiter geht es am 1. Oktober mit dem Musikkabarett Schwarze Grütze. „Vom Neandertal ins Digital“ heißt das Programm der Dauergäste beim Landweg. Die neuen Lieder von Dirk Pursche und Stefan Klucke sind wieder äußerst bitterwitzige Gesellschafts-Selfies, versprechen die Veranstalter.

Völlig anderes Genre: Sedaa, zu hören am 9. Oktober im Blauen Haus. Seit ihrer Gründung 2009 verbindet die mongolisch-persische Formation auf außergewöhnliche Weise die archaischen Klänge der traditionellen mongolischen Musik mit orientalischen Harmonien und Rhythmen zu einem faszinierenden Ganzen. Die Grundlage ihrer modernen Kompositionen bilden Naturklänge, erzeugt mit traditionellen Instrumenten und durch die Anwendung uralter Gesangstechniken nomadischer Vorfahren, bei denen ein Mensch mehrere Töne zugleich hervorbringt.

Von Super Mario bis zum Tollen Jochen

Wenn Super Mario kein Italiener wäre, sondern Deutscher: Hieße er dann „Toller Jochen“? Oder „Prima Klaus“? Was machen Putzerfische, die im Aquarium immer an der Scheibe herumsaugen, in der freien Natur? Solche und ähnliche Fragen stellt am 22. Oktober Johannes Floehr im Evangelischen Gemeindehaus in Eisenberg. Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb über den Humor-Macher: „Das Lustigste, was derzeit auf deutschsprachigen Bühnen zu finden ist!“.

Feiern, Tanzen, Staunen und sich Begeistern – dazu laden Radio Europa am Samstag, 13. November, ins Theater Blaues Haus ein. Die Krise drückt die Stimmung, dem will Radio Europa ein großes Fest der europäischen Musik entgegen setzen. Auch diese Formation war bereits zu Gast beim Landweg – mit großem Erfolg. Es gelingt der Kultur-Initiative immer wieder ihren Mix aus Bewährtem und Neuem ansprechend zu gestalten. Hier empfiehlt Werner-Scheid frühzeitig Karten über die Homepage zu bestellen: „Wegen der begrenzten Tickets haben wir auch diesmal darauf verzichtet, Flugblätter zu drucken. Wir setzen zu 100 Prozent auf das Internet.“

Ditzner ist ein Name in der Region, die Vaneceks sind ebenfalls überaus bekannt. Als Ditzner Twintett sind sie am Freitag, 17. Dezember im Blauen Haus zu erleben. Mit Mississippi-Lehm am Schuh und Rhein-Kieseln in der Tasche kommen die Zwillinge Roland und Bernhard Vanecek (klassisch ausgebildete Blechbläser) mit dem Filigran-Drummer und Ausnahmemusiker Erwin Ditzner (Coleümes, MGBB) zum Landweg. Dann musizieren Tuba, Posaune und Schlagzeug auf Ohrenhöhe und auch außergewöhnliche Instrumente wie das Keytar kommen zum Einsatz.

Termine

Weiter Infos zu allen Gastspielen gibt es unter www.neuerlandweg.de. Die Konzerte und Kabarettveranstaltungen beginnen immer um 20 Uhr. Karten gibt es für 18 Euro, ermäßigt 13 Euro. Auf der Homepage ist auch jeweils der Anfahrtsweg beschrieben.

Schwarze Grütze
Schwarze Grütze
Johannes Floehr
Johannes Floehr
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