Kegeln
Saisonbilanz: Herren des TuS Gerolsheim springen vom Abstiegszug gerade so ab
Auch nach dem letzten Saisonspiel mussten die Herren des TuS Gerolsheim noch zittern. Sie mussten darauf vertrauen, dass entweder die beste Regionalliga-Mannschaft aus Rheinland-Pfalz, die KF Sembach, oder aber Meister Rot-Weiß Sandhausen den Sprung über die Aufstiegsspiele in die Zweite Bundesliga schaffen. Bei Sembach ging das schief, Sandhausen gelang der Aufstieg, und Gerolsheim kann damit auch in der Saison 2023/24 in der Regionalliga antreten.
Dabei hatten die Gerolsheimer vor der Saison ganz andere Ziele ausgegeben. Sie wollten um den Platz der besten rheinland-pfälzischen Mannschaft in dieser Liga mitzuspielen. Doch dafür fehlte ganz einfach die Konstanz. Das zeichnete sich schon früh in der Saison ab. Die Ziele mussten laut Mannschaftsführer Kevin Günderoth relativ schnell neu justiert werden. Dass die Klasse gehalten werden konnte, dafür ist Günderoth super dankbar.
Allerdings ging es insgesamt sehr eng zu. KV Liedolsheim, die in der Abschlusstabelle auf Platz drei stehen, haben gerade einmal sechs Punkte mehr auf dem Konto als die Gerolsheimer auf Platz neun. Dazwischen dichtes Gedränge. Die Lokalrivalen aus dem Leinigerland, die KV Grünstadt, hat auf dem fünften Platz vier Punkte Vorsprung.
„Blöde Spiele verloren“
Nach einem Seuchenjahr kam nun eine Pechsaison“, sagt Günderoth. „Wir haben blöde Spiele verloren“, resümiert Jürgen Staab. Es habe ja aber auch vor der Saison personellen Aderlass gegeben. Zudem haben Christian Mattern, Jürgen Staab und Timo Nickel mit Verletzungen zu kämpfen gehabt. „Nicht alle haben über die Saison gesehen ihr Soll erfüllt“, nennt Staab einen weiteren Punkt. Aufgrund der Höhen und Tiefen könne die Mannschaft insgesamt zufrieden sein, die Klassenzugehörigkeit nicht verloren zu haben. Es gab sowohl Ausreißer nach oben als auch nach unten. Bei 120 Wurf und dem System mit den Mannschaftspunkten komme aber neben dem Können auch verstärkt das Glück ins Spiel, sagt Jürgen Staab. Das habe sich unter anderem in der Heimbegegnung gegen die KV Grünstadt gezeigt, bei der bis zum letzten Wurf noch ein 4:4 möglich gewesen ist. Am Schluss war ein Kegel dafür verantwortlich, dass die Grünstadter die Punkte komplett mitnahmen. Dass der TuS Gerolsheim damit beide Spiele gegen den Lokalrivalen verloren habe, nennt Staab bitter.
560, 570 Holz müssen auf den Heimbahnen von den eingesetzten Akteuren geholt werden. Oft seien es aber nur 530, 540 gewesen. „Das war zu wenig“.
Es gab Lichtblicke
Aber es gab auch Lichtblicke. So habe Patrick Mohr in der Rückrunde sehr stark aufgetrumpft. Er sei sicher ein Kandidat für die Stammmannschaft in der kommenden Saison. Uwe Köhler, der eigentlich nur noch im Hintergrund in Bereitschaft stehen wollte, wenn Not am Mann ist, war dann fast auch im Dauereinsatz. Und es war Verlass auf ihn. Und da war ja noch Mannschaftsführer Kevin Günderoth, der über die Saison gesehen ein Garant für hohe Ergebnisse im Team des TuS Gerolsheim war. Darüber hinaus sei er ein guter Motivator für die Mannschaft. Nach der Saison bewies er noch seine Stärke. Er wurde Landesmeister Sprint, ein Wettbewerb, der auf den Gerolsheimer Bahnen ausgespielt wurde.
„Wir müssen in der kommenden Saison unbedingt stärker werden“, sagt Staab. Der Verein habe bereits aktiv Leute angesprochen, die als Neuzugänge in Frage kommen könnten.
„Leichter wird es nicht“, sagt auch Günderoth. Von oben komme Mutterstadt, mit Vollkugel Eppelheim steige eine Mannschaft mit Bundesliga-Niveau auf und auch Rapid Pirmasens werde zu beachten sein, sind sich die Gerolsheimer einig. Wichtig sei für den TuS auch der Unterbau. Die Konstanz müsse besser werden. So wie es aussehe, gebe es keine Abgänge.
Zur Sache
Landespokal startet
Zum Auftakt des Landespokals treffen am Donnerstag, 1. Juni, 18 Uhr, auf den Bahnen der Keglervereinigung (KV) Grünstadt gleich die beiden Regionalliga-Mannschaften aus dem Leiningerland aufeinander. Die KV empfängt den Titelverteidiger TuS Gerolsheim – nur eine Mannschaft kann in die nächste Runde einziehen. Es ist die einzige Partie der ersten Runde, neun Mannschaften haben gemeldet.
In der aktuell beendeten Saison hat zweimal Grünstadt die Oberhand behalten, was die Gerolsheimer ärgerte. Beim letzten Aufeinandertreffen wurde die Partie gar erst mit dem letzten Wurf entschieden. Entsprechend motiviert wird das Team um Mannschaftsführer Kevin Günderoth auftreten. „Wir sind komplett, aber jeder der Spieler regeneriert noch an kleineren Blessuren“, sagt der Grünstadter Ralf Buch.