Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Weihwasser: Kontaktlos
Ein guter Katholik taucht in einer Kirche zuerst die Finger ins Weihwasser, um sich damit zu bekreuzigen. Dass dieses Ritual nicht nur einen Segen überträgt, sondern auch Keime, erkannte man laut Wikipedia bereits vor 100 Jahren in einer Wiener Kirche. Dort wurde ein vergoldender Spender installiert, der das Weihwasser tropfenweise abgibt. Ein Einzelfall – bis Forscher der Hochschule Furtwangen vor fünf Jahren Weihwasserproben testeten und durchschnittlich 6000 Keime pro Milliliter entdeckten. In der Pandemie blieben die geweihten Aspersorien leer. Seit August stehen in den Gotteshäusern der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit Spender, die ein kontaktloses Kreuzzeichen ermöglichen. Wie beim Seifenspender hält der Besucher die Hand unter den Sensor und erhält einige Tropfen vom geweihten Nass. Mit einem Pilotprojekt wurde vorab der Bedarf ermittelt, heißt es auf Anfrage im Sekretariat der Pfarrei: Zum Osterfest gab es das Wasser in Fläschchen zum Mitnehmen. Schon nach wenigen Stunden seien 250 Exemplare vergriffen gewesen. Klaudia Toussaint
Fahrradgriff: Halt(er)los
In Zeiten wie diesen suchen Menschen nach Halt, nach Stabilität. Dem Stadtrat lag diese Woche jedenfalls ein Antrag der Grünen vor, an passender Stelle im Stadtgebiet Ampelgriffe für Radler zu installieren – Vorrichtungen, die es ermöglichen, nicht vom Drahtesel absteigen zu müssen, sondern abfahrbereit auf Grün warten zu können. Während Gisela Werle-Schneider (SPD) den Allgemeinwohlgedanken des Vorschlags bezweifelte („Da kann sich doch immer nur einer festhalten“), griff Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) beherzt zu. Die Grünen sollen Stellen benennen, wo solche Griffe ihnen eine Herzensangelegenheit wären. So zupackend würde man sich die Verwaltung mal beim Entwickeln eines Radwegekonzepts wünschen. Jörg Schmihing