Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: HSG Eckbachtal gewinnt bei VTZ Saarpfalz

Kaum zu bremsen: Nisse Nehrdich (links) setzt sich gegen Moritz Baumgart durch.
Kaum zu bremsen: Nisse Nehrdich (links) setzt sich gegen Moritz Baumgart durch.

„Ey, ey, ey, ey. Eckbachtaler Gekkos“: Die Handballer der HSG Eckbachtal feierten lautstark nach dem Abpfiff der Oberliga-Partie bei der VTZ Saarpfalz. Mit dem Sieg in Zweibrücken krönte die HSG ihre bisher erfolgreichste Oberligarunde. Auf Rang sieben kletterten die Eckbachtaler auch dank eines nervenstarken Goalgetters.

Knapp zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff trat Nisse Nehrdich an die Siebenmeterlinie. „Ich wusste, dass das ein ganz entscheidender Wurf ist“, sagte der 20-Jährige. 25:24 führte Eckbachtal zu diesem Zeitpunkt, hatte eine Viertelstunde zuvor noch mit 15:20 in Rückstand gelegen. 179 Tore hatte der 1,90 Meter große Rückraumspieler bis zu diesem Zeitpunkt in der Liga erzielt. Darunter auch die 1:0- und 3:1-Führung der Eckbachtaler zu Spielbeginn.

Ganz oder gar nicht, nahm sich Nehrdich beim Strafwurf vor. „Der Wurf war riskant, aber ich musste Risiko gehen, den ersten hatte er mir ja weggenommen“, erinnerte er an das Duell von der Strafwurflinie in der 20. Minute, das VTZ-Torwart Yannic Klöckner für sich entschieden hatte, indem er Nehrdichs Wurf parierte. In der 58. Minute ließ ihm Nehrdich keine Chance, der Ball passte genau ins rechte obere Eck vom Schützen aus gesehen. Die HSG führte 26:24.

Besondere Momente

Die Runde als beste Oberligarunde in die Vereinsgeschichte eingehen zu lassen, das sei für die Mannschaft die Motivation für das Spiel gewesen, erzählte Nehrdich, dem es vorbehalten war, die Entscheidung herbeizuführen. „Normalerweise ist Jochen Schloß bei uns der Spezialist für die besonderen Momente, aber der saß eine Strafe ab, als die besonderen Momente kamen. Da musste ich ran“, sagte Nehrdich lachend. 80 Sekunden nach seinem Siebenmetertor hatte er noch mehr Grund zum Jubeln: Ein Fehlabspiel im Zweibrücker Angriff nutzte er zum entscheidenden Konter. Wieder hieß es Klöckner gegen Nehrdich, wieder hieß der Sieger Nehrdich: 27:24. Der VTZ gelang es nur noch, auf 26:27 zu verkürzen.

Es war Spiel, in das beide Mannschaften nach einer kräftezehrenden Runde ersatzgeschwächt gegangen waren. Aber beide auch mit der Gewissheit, das Thema Abstieg längst ad acta gelegt zu haben. Ein bisschen Prestige war also noch im Spiel. „Schade, ich hätte schon noch mal gerne gewonnen. Dann wären wir in der Tabelle vor dem Gegner geblieben“, sagte VTZ-Trainer Philip Wiese. Eckbachtal überholte durch den Erfolg die VTZ und kletterte sogar auf Rang sieben. Dass es eine höchst ausgeglichene Partie war, in der beide Teams ihre Höhen und Tiefen hatten, darüber waren sich alle einig. „Es hätte auch anders herum ausgehen können“, stellte HSG-Trainer Thorsten Koch fair fest.

Persönliche Statistik nicht im Kopf

Dessen Mannschaft war gut ins Spiel gekommen. Auch dank Torjäger Nehrdich, der mit seinen insgesamt 181 Toren der sechstbeste Oberligatorschütze dieser Runde ist. „Die persönliche Statistik hat man während des Spiels sicher nicht im Kopf. Da ist entscheidend, dass die Mannschaft funktioniert“, sagte Nehrdich. Nach dem Spiel, „ist es dann mal ganz nett, auf die Statistik zu schauen“, ergänzte er.

Die 5:3-Führung (11.) für Eckbachtal hatte Nehrdich erzielt. Danach kam Zweibrücken besser ins Spiel. Wiese und sein Trainerkollege Kai Schumann brachten Rückraumspieler Lasse Finck in die Partie, der prompt auf 4:5 verkürzte und insgesamt acht Treffer für Zweibrücken erzielte. Bis zur 20. Minute blieb es ein ausgeglichenes Spiel. Dann gelang es den Zweibrückern, Eckbachtaler Fehler konsequenter mit Gegenstößen zu bestrafen. Auf 15:10 zogen die Gastgeber bis kurz vor dem Seitenwechsel weg. Aber Matthias Kassel und Nehrdich verkürzten in der letzten Minute vor dem Halbzeitpfiff den Rückstand auf drei Tore.

Zweibrücken kam gut aus der Pause, baute den Vorsprung noch mal auf 20:15 aus. Doch jetzt begannen die Gekkos ihrerseits, Kapital aus sich häufenden Fehlern der VTZ zu schlagen und nutzten diese, um die ausgeglichene Partie zu ihren Gunsten zu drehen.

So spielten sie

VT Zweibrücken-Saarpfalz: Klöckner, Dentzer (Siebenmeter) – Baumgart (3), Belhadi (1), von Lauppert (5/2) – Michel, Rolshausen (5) – Jung (3) – Finck (8/1), Flockerzi (1)

HSG Eckbachtal: Häuselmann – Jochen Schloß (4/2), Schreiber (5), Nehrdich (7/1) – Kassel (2), Kluzik (3) – Quandt (1) – Lerzer (3), Ebel (2), Pozywio

Spielfilm: 3:5 (11.), 8:8 (17.), 14:9 (26.), 15:12 (Halbzeit), 20:15 (40.), 21:20 (49.), 22:22 (50.), 24:24 (56.), 24:27 (59.), 26:27 (Ende) – Zeitstrafen: 4 – 3 – Siebenmeter: 5/3 – 4/3 – Beste Spieler: Finck, Klöckner – Nehrdich, Schloß – Zuschauer: 120 – Schiedsrichter: Stitz/Lehmler (HV Rheinland).

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