Frankenthal
HSC: Frust über mangelndes Engagement
Mit zwiespältigen Gefühlen verlassen die wenigen erschienenen Mitglieder am Dienstagabend die Jahreshauptversammlung des Handball Sport Clubs Frankenthal (HSC) im Foyer der Andreas-Albert-Halle. Der 1985 gegründete Verein spürt – wie viele andere auch – den Abwärtstrend in der Sportart. Jedes Jahr verliert der Pfälzische Handball-Verband fast 1000 Mitglieder. Eine Folge davon ist, dass immer mehr Vereine, so auch der HSC, Spielgemeinschaften mit benachbarten Vereinen gründen müssen, um spielfähig zu bleiben.
Zudem macht der vor vier Jahren neugewählte verjüngte Vorstand keinen Hehl daraus, dass die fehlende Bereitschaft der meisten Mitglieder, als Helfer zur Verfügung zu stehen, für Frust und Ernüchterung sorgt. Der Vorsitzende Sebastian Kloster kündigt an, dass der Aufwand für ihn aus beruflichen und privaten Gründen auf Dauer zu groß ist. „Für wen machen wir das eigentlich alles?“, fragt sich die stellvertretende Vorsitzende Saskia Leßmann. Auch sie sieht die Zukunft des Vereins skeptisch. Klar scheint zu sein, dass bei den Vorstandswahlen 2023 neue Leute gefunden werden müssen.
Herren A-Klasse-Meister
Sportlich ist Sebastian Kloster nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zufrieden. Die neu aufgestellte Jugendspielgemeinschaft mit dem SC Bobenheim-Roxheim und die Spielgemeinschaft mit dem TV Lambsheim bei den Aktiven zeige erste Früchte. „Wir haben nun erstmals wieder eine B-Jugend, und damit eine Perspektive, eigenen Nachwuchs für unsere Aktivenmannschaft auszubilden. Von der C- bis zur F-Jugend sind alle Altersklassen besetzt. Im weiblichen Bereich ist der Verein mit einer B-, D und E-Jugend im Spielbetrieb vertreten“, berichtet Kloster. Ein Handball-Challenge-Tag in der Sporthalle Am Kanal fand mit über 50 Teilnehmern eine erfreuliche Resonanz. Dabei habe man neue Mitglieder gewonnen. Auch eine Trainingsaktion in der Pestalozzischule Frankenthal sei von Grundschülern und Lehrern begeistert angenommen worden.
Die Herrenmannschaft wurde in der abgelaufenen Saison Meister der A-Klasse. Auf ihr Aufstiegsrecht wurde nach einer Mannschaftsbesprechung verzichtet. Aktuell ist die Spielgemeinschaft Lambsheim/Frankenthal mit 18:2 Punkten wieder Tabellenführer. Das Damenteam stieg freiwillig in die Verbandsliga ab und belegt zurzeit mit 10:6 Punkten einen guten Mittelfeldplatz. „Die Entscheidung, in der Verbandsliga anzutreten war richtig, da das Leistungsgefälle innerhalb unseres Kaders zu groß war. So bekommen alle Spielerinnen Spielzeit und sammeln Erfolgserlebnisse“, berichtet Leßmann.
Kalte Duschen
Fehlende Einnahmen durch das abgesagte Strohhutfest und weniger Spenden bei weiter laufenden Trainergehältern sorgten 2021 für einen Fehlbetrag von knapp 450 Euro, wie Kassenwart Sebastian Scheu berichtet. Die Mitgliederzahl gab Scheu mit 129 an, mit Zuwächsen im Jugendbereich habe man einige Austritte kompensiert. Durch die Teilnahme am Strohhutfest 2022 sei im nächsten Haushaltsjahr wieder mit besseren Zahlen zu rechnen.
Ein Ärgernis für die Aktiven ist aktuell, dass in den Hallen in Frankenthal und Lambsheim das Warmwasser in den Duschräumen abgestellt ist. Zumindest in Lambsheim soll es 2023 wieder möglich sein, warm zu duschen. In der Albert-Halle in Frankenthal ist der Warmwasserspeicher seit sechs Monaten defekt. Dort bleibt die Dusche wohl weiterhin kalt.
Der Vorstand
Erster Vorsitzender Sebastian Kloster, Stellvertreterin Saskia Leßmann, Kassenwart Steffen Scheu, Technische Leitung Katrin Fett, Schriftführer Michael Theis