Frankenthal
Grünen-Kandidat Pustlauck: Stadt soll „Wohlfühlort“ sein
An erster Stelle nannte Immanuel Pustlauck eine umweltfreundliche Mobilität und ein umfassendes Verkehrskonzept. So werde er sich für ein bezahlbares ÖPNV-Ticket einsetzen und die Car-Sharing-Angebote weiter ausbauen. Ihm gehe es darum, Alternativen für alle zu schaffen, wobei die Verkehrsmittel gleichberechtigt sein sollten. Mit Blick auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden in der Stadt bedürfe es eines nachhaltigen Plans, wie mit heißen Sommern umzugehen sei. „Der bloße Aufruf an die Bevölkerung, die Bäume zu gießen, reicht nicht“, meinte Pustlauck. Bei der Gestaltung der städtischen Grünflächen müssten die neuen klimatischen Bedingungen berücksichtigt werden.
Der OB-Kandidat sieht es als wichtige Aufgabe an, die Innenstadt zu einem Wohlfühlort zu entwickeln. Zusätzlich zum Einkaufen müssten die verschiedenen Bedürfnisse der Bürger, wie beispielsweise Gastronomie und Kultur, zusammengebracht werden. Im Auge hat Pustlauck auch die Arbeitsplätze in Frankenthal, die zukunftssicher sein müssten. Ein wesentlicher Teil zur Lösung der sozial-ökologischen Transformation sei der europäische Green Deal. Damit könne die Wirtschaft auf eine nachhaltige Basis gestellt werden, wobei die Stadt nur beratend wirken könne.
„Weg vom Gas und Öl“
Der in Eppstein beheimatete Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik (Jahrgang 1986) setzt in seinem Wahlprogramm darüber hinaus auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. „Wir müssen weg vom Gas und Öl“, hob Pustlauck hervor. Auf diesem Weg sollte auch die Stadtverwaltung mit gutem Beispiel vorangehen und auf allen geeigneten Dächern in städtischer Hand Fotovoltaikanlagen installieren. Auch private Initiativen gelte es zu fördern. Ein kleiner Baustein könnten „Balkonkraftwerke“ sein. Ein weiteres wichtiges Thema sei die Fernwärme, für die jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen seien, um sie bis 2040 in der Innenstadt umzusetzen.
„Im sozialen Bereich muss in Frankenthal deutlich mehr passieren“, unterstrich Pustlauck. Sein erklärtes Ziel sei es, für Kinder ab zwei Jahren einen Kita-Platz anbieten zu können und ein besonderes Augenmerk auf die Gewinnung und Ausbildung von Erzieherinnen zu legen. Auch bei der digitalen Infrastruktur der Schulen bestehe Nachholbedarf. Ausgebaut werden müssten ferner die Angebote für Jugendliche und Senioren. Als gelungen bezeichnete der Grünen-Politiker das generationsübergreifende Konzept im Pilgerpfad. Auf Immanuel Pustlaucks Agenda steht zudem der menschenwürdige Umgang mit Flüchtlingen. Sie dürfte nicht in Hallen oder Zelten untergebracht werden.
Claudia Roth dreht Video
Für den OB-Wahlkampf sei ein Team gebildet worden, berichtete Anne Gauch. Für den Kandidaten werde unter anderem mit Flyern und einem Internetauftritt geworben. Nach Ostern sei man dienstags, freitags und samstags mit einem Infostand in der Fußgängerzone präsent. Und Kulturstaatsministerin Claudia Roth habe zugesagt, als Wahlkampfhilfe ein Video zu drehen. „Es wird Zeit, dass wir Kraft auf die Räder bekommen und unsere Botschaft verbreiten“, appellierte Ute Hatzfeld-Baumann an die 15 Mitglieder im Dathenushaus.
Zuvor hatte Gerhard Bruder, Sprecher der Fraktion der Grünen/Offene Liste im Stadtrat, über die aktuelle Situation bei der Unterbringung der Flüchtlinge informiert. Die Verwaltung werde alle Möglichkeiten darstellen, über die Prioritäten müsse dann der Stadtrat entscheiden. Zelte seien für ihn indiskutabel. Er gehe davon aus, dass spätestens Ende Mai alle Kapazitäten erschöpft seien. Im energiepolitischen Teil seiner Rede führte Bruder aus, dass Geothermie für ihn ein wichtiges Thema sei und die Stadt von der interkommunalen Vereinbarung wegkommen müsse, damit auch auf Frankenthaler Gemarkung Windräder gebaut werden könnten.