Frankenthal
Eppstein: Welche Aufgaben auf den künftigen Ortsvorsteher warten
Sanierung des Sportplatzes, Neubau eines Feuerwehrgerätehauses, Sauberkeit besonders in der Dürkheimer Straße – die Wunschliste beider Kandidaten ist bei zentralen Anliegen deckungsgleich, was in einem kleinen Ort wie Eppstein nicht verwundert. Die ersten beiden Forderungen kosten nicht nur eine Menge Geld, sie konkurrieren auch mit vergleichbaren Investitionen im Stadtgebiet, eine aussichtsreiche Position auf der Prioritätenliste will erkämpft werden.
Die Erfüllung der dritten ortspolitischen Vorstellung kostet hingegen kein Geld, sondern erfordert nur Rücksicht: ein sauberes Wohnumfeld, vor allem im Bereich um die Monteurswohnungen in der zentralen Dürkheimer Straße. Klodt ist nach eigenen Angaben mit den Eigentümern im Gespräch, um zu sensibilisieren. Clemens’ Mann sammelt dort nahezu täglich Müll ein, berichtet sie. „Das sind keine Müllberge, und er stammt auch nicht ausschließlich von den dortigen Bewohnern, aber der Zustand ist insgesamt doch ein Ärgernis.“
„Neubau einer Feuerwache fällig“
Seit über drei Jahren müssen sich die Eppsteiner Feuerwehrleute mit einem Provisorium auf dem Neuköllner Platz arrangieren. Das Gerätehaus aus den 60er-Jahren entspricht nicht mehr den Vorschriften und muss durch einen Neubau ersetzt werden. „Über 160 Mal im Jahr rückt die Eppsteiner Wehr aus, auch als Unterstützung der Frankenthaler Kollegen“, zitiert Klodt aus der Statistik. Mit der Erweiterung des Industriegebiets am Römig sind sie künftig auch für mehr Brandschutz auf Eppsteiner Gemarkung zuständig. „Eine Entscheidung für den Neubau einer Wache ist fällig“, meint auch Clemens.
In Geduld müssen sich die Eppsteiner nach wie vor bei einem Radweg entlang der L524 üben. „Mit der zu erwartenden Expansion im Römig und dem insgesamt zunehmenden Verkehr gewinnt diese Infrastrukturmaßnahme an Bedeutung“, verdeutlicht Klodt. Der Aufstellungsbeschluss ist mittlerweile zwar erfolgt, mit einer Einweihung rechnet er aber frühestens in zwei Jahren, auch weil die Durchgriffsrechte des Ortsbeirats auf eine Maßnahme des Landesbetriebs Mobilität begrenzt sind. „Ich fahre nahezu täglich auf dieser Strecke, die Situation dort ist zu gefährlich“, weiß Clemens aus eigener Anschauung. „Scheibchenweise bewegen wir uns auf eine Entschärfung zu.“
Ein weiteres Thema stünde auf ihrer Agenda als Ortsvorsteherin weit oben: eine beschleunigte Ausweisung weiterer Baugebiete. Nachdem Planungen für weitere Mehrfamilienhäuser im Wohnpark Bornfeld obsolet geworden sind, „trotz Schulterschluss im Ortsbeirat“, erwartet die hauptberufliche Bauleiterin in der Verkehrssicherung, dass nach alternativen Standorten Ausschau gehalten wird, um gerade jungen Familien in Eppstein ein Angebot machen zu können.
Ihr Konkurrent Klodt, im Hauptberuf Leiter des lokalen Büros des Landtagsabgeordneten Marin Haller (SPD), will in einer weiteren Amtszeit auch die Sanierung des TSV-Sportplatzes vorantreiben. Auf dem Kunstrasenplatz trainiert nicht nur die DJK Eppstein mit, dort laufen mittlerweile auch die Fußballer des benachbarten TuS Flomersheim auf, deren Naturrasenplatz dringend erneuert werden muss. „Der Eppsteiner Sportplatz ist einer der ältesten im Stadtgebiet, nach über 15 Jahren intensiver Nutzung, mittlerweile von fast einem Dutzend Mannschaften wöchentlich, reißen die Nähte.“ Im Fall einer Wiederwahl bleibt es Klodts Ziel, ihn ein zweites Mal einzuweihen. Andernfalls bliebe dieser symbolische Akt Clemens vorbehalten.
Zur Sache
Bei der Kommunalwahl am 9. Juni treten in den vier Vororten der Stadt Frankenthal sieben Kandidaten für das Amt des Ortsvorstehers an. Neben Uwe Klodt (SPD) und Sabine Clemens (CDU) in Eppstein sind folgende Bewerber nominiert: Manuel Baqué (CDU) und Thomas Batke (FWG) in Studernheim, Simon Lutz (CDU) in Mörsch sowie Kirsten Sielaff (SPD) und Ulrich Fleischmann (CDU) in Flomersheim.